Klagenfurt saniert sein Wohnzimmer. Bereits im Herbst, direkt nach dem Ende der noch gar nicht gestarteten Sommersaison, beginnen die Stadtwerke mit den Umbauarbeiten des Mitteltrakts im Klagenfurter Strandbad. Der Gastronomiebereich gegenüber der beliebten Bierinsel sowie die angeschlossenen Sanitäranlagen sind von Unwettern und der Zeit gezeichnet und sollen bis zur Sommersaison 2027 erneuert werden. So der Plan, der schon beschlossene Sache ist. Eigentlich.
Denn in den Stadtwerken wuchsen über den Winter mehrere Zweifel am Projekt. Kopfschmerzen bereiten gewissen Verantwortlichen offenbar die Kosten, die sich laut internen Informationen in einem Ausmaß von fünf bis sieben Millionen Euro bewegen sollen. Eine hohe Summe, die auf einen geplanten Abriss und Neuaufbau des Mitteltrakts zurückzuführen sei. Ein hochrangiger Projektverantwortlicher hinterfragt das von Aufsichtsrat und Vorstand genehmigte Vorhaben. „Dass vor Ort Handlungsbedarf besteht, steht außer Frage. Das Projekt gehört aber nochmals überprüft“, sagt die Person.
Sauna am See ist derzeit kein Thema
Im Hintergrund spielen auch die Sauna-Pläne eine Rolle. Vor knapp vier Jahren berichtete die Kleine Zeitung exklusiv über den Bau einer 2000 Quadratmeter großen Saunalandschaft, die das gleichzeitig sanierte Strandbad in einen Ganzjahresbetrieb verwandeln soll. Seitdem passierte viel, und dennoch wenig. Kostenschätzungen, die je nach Ansicht des Projektumfangs und befragter Person von zehn bis 22 Millionen Euro reichen, offenbaren auch den Grund, weshalb von der Sauna am See weiter jede Spur fehlt. Und das wird länger so bleiben. An erster Stelle steht der Bau des Hallenbads am Südring. Dieses habe „absolute Priorität“. Die Sauna am See wird „derzeit evaluiert, auch hinsichtlich der Finanzierung“, heißt es von den Stadtwerken. Der Ursprungsplan, den Sauna-Bau mit der Strandbad-Sanierung zu verbinden, wäre finanziell sinnvoller gewesen. Die Idee ist aber, genauso wie die gleichzeitige Eröffnung von Sauna und Hallenbad, offenbar vom Tisch.
In der Mitteltrakt-Thematik kommuniziert das stadteigene Unternehmen weiterhin die offiziell geplanten Umbauarbeiten mit Start im Herbst. Johann Neuner, Vorsitzender des Aufsichtsrats, kann zu möglichen Änderungen ebenfalls nichts sagen.