Der Weg ist das Ziel. So das Motto all jener, die alles wollen – bloß nicht zu lange an einem Ort bleiben oder gar Wurzeln schlagen. „Die Interessenten sind aus ganz Österreich, aus allen Schichten“, erklärt der Stubenberger Tischler Hannes Derler im Inneren des Campingbusses, den er drei Jahre lang ausgebaut hat.
„Mich hat es einfach in den Fingern gejuckt. Und nachdem ich selbst Camper bin, weiß ich an welchen Ecken es ansonsten eng wird.“ 2022 hat der Stubenberger Tischler den Mercedes Sprinter neu gekauft – 300 km auf dem Tacho, 170 PS. Die Maße: Sieben Meter lang und 2,11 Meter breit und 2,60 Meter hoch.
Lücke? Hocker hinein!
„Es ist ein Bus der Sonderklasse geworden“, so Derler bei der „Hausbesichtigung“. Es gilt, jeden Zentimeter sinnvoll zu nutzen. Mit Ablageflächen, Stauraum und Hockern, die sich in Lücken einfügen.
Heute findet sich in dem mint-schwarzen Gefährt, das mit amerikanischem, gebeiztem und lasiertem Nussholz vertäfelt ist, unter anderem ein Klappbett, das über der Couch entsteht, eine Küche mit Ceranfeld sowie ein Bad mit Dusche, WC und Waschbecken.
„Geheizt und gekocht wird mit einer Dieselleitung und nicht mit Gas, das ist den Leuten sehr wichtig“, erklärt Derler. „Es melden sich vor allem Interessenten mit Hunden oder aber auch Paare, bei denen einer im Rollstuhl sitzt.“
Doch ein endgültiger Abnehmer war bisher nicht dabei. „Man merkt schon, dass die Leute jetzt wieder fliegen und so verreisen können“, erklärt der Tischler den Umstand, dass das Gefährt, das er über Willhaben um 115.000 Euro anbietet, noch keinen neuen Besitzer gefunden hat.
Individuell auf vier Rädern
Individuelle Lösungen für Campingbusse bieten Andreas Sammer und sein Team seit dem Jahr 2021 mit seiner Firma „Steirervan“ in Hartberg an. „Bei uns ist die Nachfrage ungebrochen“, erklärt der 41-Jährige, der mittlerweile sieben Personen beschäftigt. Was jedoch eindeutig zu erkennen sei, sei ein Trend in Richtung Autarkie. „Die Leute wollen weg vom Gas, da haben sehr viele großen Respekt“, erklärt Sammer.
Ebenfalls stark nachgefragt seien Sicherheitssysteme. „Unsere Kunden investieren immer mehr in Alarmsysteme und Diebstahlssicherungen“, so Sammer. „Niemand will vom Strand zurückkommen und der Bus wurde ausgeräumt oder noch schlimmer – er steht nicht mehr da.“