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VisitationDie Kärntner Kirchenleitung fühlt sich brüskiert

Zwei Anwälte für ein Bistum: In der Kärntner Kirchenführung wird die Einsetzung eines Anwalts durch Visitator Lackner sehr kritisch bewertet. Für den Erzbischof ist es "kein Akt des Misstrauens".

Die Stimmung ist mittlerweile getrübt: Kanzler Ibounig, Visitator Lackner
Die Stimmung ist mittlerweile getrübt: Kanzler Ibounig, Visitator Lackne © Markus Traussnig
 

Seit Tagen schrillen in Kärntner Kirchenkreisen die Alarmglocken. In der Vorwoche wurde bekannt, dass der Visitator der Kärntner Kirche, Erzbischof Franz Lackner, die Grazer Anwaltskanzlei Scherbaum-Seebacher mit der Vertretung des Bistums Gurk beauftragt hat. Das ist ein Sonderfall. Denn die interimistische Kirchenführung mit Administrator Engelbert Guggenberger hat die Klagenfurter Anwaltskanzlei Tschurtschenthaler mit der Vertretung des Bistums beauftragt. „Ja, es gibt die ungewöhnliche Situation, dass für das Bistum zwei Anwaltskanzleien Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Graz haben. Aber das hat nichts mit Misstrauen zu tun“, so die Sprecherin von Erzbischof Lackner, Heidi Zikulnig. Lackner gehe es um eine „rasche und umfassende Sachverhaltsdarstellung.“ Er habe gleich zu Beginn betont, dass externe Berater beigezogen würden.

"Versuch der Desavouierung"

In Kärnten wird die Sache anders gesehen. Hier ist vom „Versuch der Desavouierung des Administrators“ die Rede. Kanzler Jakob Ibounig sagt auf Anfrage der Kleinen Zeitung: „Das heißt, dass sich der Visitator selbst an die Stelle des mutmaßlich Geschädigten, also des Bistums setzt. So wird es sicher leichter, mögliche Täter zu schützen. Weil man Aktionen, die der Geschädigte in seinem Interesse setzen würde, leichter unterbinden oder manipulieren kann.“ Ibounig spricht von „höchstem Risiko“ und greift zu einem generellen Beispiel: „Wenn jemand anderer Sie vertreten würde als der, den Sie selbst beauftragt haben, dann kann etwas unterschlagen, nicht geliefert, vernichtet werden, Termine können verstreichen. Das ist möglichtst rasch zu unterbinden.“ Für Ibounig reicht Lackners Maßnahme über den Visitationsauftrag aus Rom hinaus, denn es gehe nicht darum, „sich an Stelle der Diözesanleitung zu setzen“.

Ibounig spricht von „vertrauenszerstörender Maßnahme und Brüskierung der Diözesanleitung. Bezüglich Abschlussbericht ist nun mit allem zu rechnen“. Die Diözesanleitung habe gegenüber der Staatsanwaltschaft Graz schriftlich klargestellt, dass Guggenberger für das Bistum allein vertretungsbefugt sei und die Kanzlei Tschurtschenthaler beauftragt habe. Eine Antwort gebe es noch nicht. Für die Kleine Zeitung war die Staatsanwaltschaft bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Kommentare (8)

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georgXV
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Diözese / Bistum Gurk

der Ernennung einer weiteren Rechtsanwaltskanzlei in der gleichen Sache ist sicher KEINE vertrauensbildende Maßnahme !!!
Franz Lackner möchte uns doch bitte sagen, was seine Gründe für diese Maßnahme sind !!!

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47er
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Wenn die Grazer Anwaltschaft eine kleinere Differenz als die Klagenfurter aufweist,

dann wurde leider der römische Sumpf nicht trockengelegt und es ist für mich Zeit zum handeln.

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joschi41
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Von Mensch zu Mensch

Frau Mag. Kerschbaumer schreibt in einem anderen Zusammenhang: "Die r.k.Kirche agiert wie ein Konzern ohne Moral, einzig der Maxime folgend, den eigenen Ruf zu schützen".

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tschifudl1
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Die Bischöfe...

Lackner und Schwarz sofort nach Rom abschieben!

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ohooho
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kann man da

irgendwo "austreten"?

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schmelzer131
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Es reicht!

was wird hier vertuscht?
Mir bleibt nur mehr der Kirchenaustritt!

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joschi41
2
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Zuwarten

Die Bevölkerung beobachtet vorerst die weitern Vorgänge der Visitation. Sollte das Ergebnis samt allfälligen Konsequenzen nicht befriedigen, bleibt immer noch Zeit die Mitgliedschaft zu kündigen.

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HerbertStoeckl
2
31
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Mir wird der Eindruck vermittelt

In Rom lebt noch immer die Inquisition des Spätmittelalters, nur ist sie nicht mehr körperlich, sondern sie kommt geistig über die Katholiken wie ein Nebel des Unerklärlichen.

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