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Forscher rätselnSchwarzes Loch in der Milchstraße wird gefräßiger

Normalerweise ist das Schwarze Loch in unserer Milchstraße "ziemlich ruhig" und "schwächlich", doch am 13. Mai 2019 strahlte das Schwarze Loch plötzlich doppelt so hell wie auf den hellsten der übrigen Aufnahmen.

Sujetbild © (c) elen31 - stock.adobe.com
 

Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße gönnt sich derzeit ein ungewöhnlich reichhaltiges Mahl. Das schließen Astronomen aus einem plötzlichen Helligkeitsausbruch des Massemonsters: Es leuchtet so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen.

"Wir haben in den 24 Jahren, die wir das supermassereiche Schwarze Loch untersuchen, nichts Vergleichbares gesehen", berichtete Andrea Ghez von der Universität von Kalifornien in Los Angeles in einer Mitteilung. Die Forscher stellen ihre Beobachtungen im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters" vor. Über die Ursache des plötzlichen Ausbruchs rätseln sie noch.

Wie die meisten Galaxien besitzt auch die Milchstraße ein extrem massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Es vereint die Masse von rund vier Millionen Sonnen. Schwarze Löcher selbst sind zwar nicht sichtbar, aber wenn Materie in ihren Schwerkraftstrudel fällt, erhitzt sie sich und leuchtet hell auf, bevor sie auf Nimmerwiedersehen hinter dem sogenannten Ereignishorizont verschwindet. Manche supermassereichen Schwarzen Löcher erzeugen auf diese Weise mehr Strahlung als die gesamte Galaxie, in der sie sitzen.

Plötzlich doppelt so hell

Nicht so das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße. "Es ist normalerweise ein ziemlich ruhiges, schwächliches Schwarzes Loch auf Diät", erläuterte Ghez. Die Forscher hatten rund 13.000 Messungen aus 133 Nächten seit 2003 analysiert. Am 13. Mai 2019 strahlte das Schwarze Loch plötzlich doppelt so hell wie auf den hellsten der übrigen Aufnahmen. "Die große Frage lautet, ob das Schwarze Loch in eine neue Phase eintritt", betonte Ghez' Kollege Mark Morris. Das könne etwa bedeuten, dass die Menge an interstellarem Gas, die in das Schwarze Loch strudele, für eine längere Zeit zunehme.

Andere Erklärmöglichkeiten sind beispielsweise große Asteroiden, die in das Schwarze Loch gezogen wurden, oder einzelne Klumpen aus interstellarem Gas, die das plötzliche Feuerwerk verursacht haben könnten. Eine weitere mögliche Ursache könnte der Stern S0-2 sein, der das zentrale Schwarze Loch auf einer Bahn umkreist, die ihn sehr nah an den Ereignishorizont führt. Er könnte bei seiner jüngsten größten Annäherung im Sommer 2018 Gas in Richtung des Schwarzen Lochs geschleudert haben, das jetzt in das Massemonster fällt. Ähnlich könnte es sich auch mit dem Himmelsobjekt mit der Bezeichnung G2 verhalten, bei dem es sich vermutlich um einen Doppelstern handle. Es kam 2014 dem Schwarzen Loch nahe und könnte dabei seine äußere Hülle verloren haben, argumentieren die Astronomen.

Welche Ursache für den plötzlichen Ausbruch des Schwarzen Lochs verantwortlich ist, werden erst weitere Beobachtungen zeigen können. Gefahr für die Erde bestehe nicht, betonen die Wissenschafter. Das Massemonster im Zentrum der Milchstraße sei 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, und die Strahlung müsste mindestens zehn Milliarden Mal so stark sein wie beobachtet, um für das Leben auf der Erde eine Rolle zu spielen.

 

Kommentare (10)

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Panorama62
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Stein am Schädel

Warum fühlen sich manche Kommentar-Schreiber sofort beschuldigt bei so einer interessanten Nachricht und reagieren aggressiv? Kann ich nicht nachvollziehen.
Obwohl , wenn ich so nachdenke, ist der Vorwurf der Angstmacherei , den ich aus einigen Kommentaren entnehme, angesichts der manipulativ-gruseligen Wortwahl (gefräßig, Monster ....) nicht ganz unbegründet. Dass im Nachsatz dann die Gefahr für die Erde auf Null gesetzt wird, kann den Effekt offensichtlich nicht mehr rückgängig machen.
Tragisch an dieser Vorgangsweise der Medien ist, dass der uninformierte, emotional reagierende Leser nicht unterscheidet zwischen der realen Bedrohung durch den Klimawandel und tatsächlich ungefährlichen schwarzen Löchern.
Meine Bitte an die Kleine: reißerische Wortwahl durch Hintergrundinformation ersetzen, damit ihre Leser nicht in ein schwarzes Loch fallen.

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Panorama62
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Nachtrag zum Stein am Schädel

Der Titel meines Kommentars deshalb, weil wenn aus großer Höhe ein Stein zu Boden und mir auf den Schädel fällt, auch nicht relevant ist, dass das, was den Stein ins Rollen gebracht hat, zeitlich schon in der Vergangenheit liegt.

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cesnik
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aktuelle Beobachtung muss sehtr alt sein

wenn das schwarze Loch 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, dann müssten die Ereignisse, die man heute sieht, ja auch mind. 26.000 Jahre zurückliegen- also nix mit derzeit ungewöhnliche Aktivitäten !!

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ARadkohl
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Juhu

Und wir sind immer noch da.
Vor 30 Jahren war es der saure Regen, der alle Wälder kaputt macht und so getan wurde, dass es bald keinen Wald mehr gibt. Und wenn genug Steuern eingetrieben sind, gibt's den Klimawandel auch nicht mehr.

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Planck
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Gratuliere, Sie sind der Relativitätstheorie auf der Spur *g

Natürlich 'derzeit', weil 'jetzt' bei uns die Auswirkungen dessen gemessen werden, was vor Jahrtausenden stattfand.

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ARadkohl
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Heißt das, das schwarze Loch ist schuld am Klimawandel?

Weil vor 26.000 Lichtjahren gab's keine Fabriken, keine Autos..... 🤔

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Planck
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Naja, mittleres Jungpaläolithikum,

ob da die Alien-Astronauten schon da waren, müssten S' den Däniken fragen *gg

Dear Lord, we need a few more brains down here ... ^^

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SoundofThunder
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😏

Wird wohl eine Sonne zu nahe gekommen sein.

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walterkaernten
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messung

Wenn ich das richtig verstehe, wurde am 13. mai 2019 das gemessen was vor 26 000 LICHTJAHREN im schwarzen loch geschehen ist...….

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SoundofThunder
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🤔

Also,ich bin froh dass es vor 26000 Lichtjahren geschehen ist. Sowas in der direkten Nachbarschaft zu haben wäre "Uncool"😉

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