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WHOErstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag in Europa

Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Auch im restlichen Europa steigen die Zahlen.

Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt © AP
 

In Europa ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals über die Marke von 100.000 Fällen geklettert. Die am Freitag aktualisierte WHO-Grafik weist ein Plus gegenüber dem Vortag von 109.749 Fällen aus. Am Donnerstag wurden knapp 99.000 neue Fälle gemeldet. In Europa wird seit August kontinuierlich eine immer stärkere Verbreitung des Virus verzeichnet.

In Nord- und Südamerika wurden am Freitag gegenüber dem Vortag rund 127.000 Fälle mehr registriert. Früheren Angaben der WHO zufolge könnte sich inzwischen jeder zehnte Mensch auf der Welt bereits mit dem neuartigen Virus angesteckt haben.

Krankenhäuser füllen sich wieder

Vielerorts sind die Intensivstationen von Krankenhäusern bereits am Limit. Regierungen verhängen strengere Maßnahmen, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen.

Ein Überblick über die Entwicklung in der vergangenen Woche in wichtigen Ländern:

SPANIEN ist mit 850.000 Infektionen besonders schlimm betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. In einer Woche starben 1.330 Menschen. Der Anteil der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern steigt. Landesweit gelten strenge Beschränkungen und Maßnahmen, auch Maskenpflicht im Freien. Viele Gebiete und Gemeinden sind abgeriegelt. Eine vom Gesundheitsministerium angeordnete Absperrung der Hauptstadt und neun weiterer Kommunen im Großraum Madrid wurde aber von der Justiz aufgehoben. Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können

FRANKREICH hat in mehreren Großstädten bereits die höchste Corona-Warnstufe verhängt - unter anderem in Paris, Lyon und Marseille. Gesundheitsminister Olivier Veran warnt, dass es noch schlimmer wird. Sorge herrscht über die Lage in den Pariser Krankenhäusern. Dort nimmt der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen zu. Die Regierung reagiert etwa mit Schließungen von Bars in den Regionen, in denen die Entwicklung besonders ernst ist. Generelle Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land sollen verhindert werden. Mit 18.746 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gab es am Mittwoch einen Tageshöchstwert.

TSCHECHIEN - ehemals ein Corona-Musterschüler - ist nach den jüngsten Zahlen der EU bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zum traurigen Spitzenreiter geworden. Im Schnitt steckten sich binnen 14 Tagen 374,6 Menschen je 100.000 Einwohner an. Am Donnerstag wurden in dem 10,7-Millionen-Einwohner-Land 5.394 neue Fälle verzeichnet - der dritte Tagesrekord in Folge. Die Regierung hat Kultur- und Sportveranstaltungen verboten. Sollte die Kurve nicht abflachen, droht nach Ansicht von Experten bald ein dramatischer Engpass im Gesundheitssystem.

GROSSBRITANNIEN leidet ebenfalls stark: Mangel an Tests, ein Fleckerlteppich an Regelungen, marode Kliniken, Zehntausende Todesfälle. Der im Frühjahr selbst erkrankte Premier Boris Johnson steht zunehmend in der Kritik, ein schlechter Krisen-Manager zu sein. Seine Regierung spricht von einer "gefährlichen" Lage. Besonders stark betroffen sind der Norden Englands, Schottland, Nordirland und Teile von Wales. Experten zufolge stehen vor allem in Nordengland die Kliniken vor dem Kollaps. Allein am Donnerstag meldeten die Behörden landesweit mehr als 17.500 Infizierte binnen 24 Stunden.

ITALIEN sorgt sich über den steilen Anstieg der Infektionsfälle in dieser Woche. Das Land, das im März Europas Corona-Hotspot war, registrierte am Donnerstag fast 4.500 Ansteckungen - so viele wie zuletzt im April. Der große Unterschied: Jetzt sterben pro Monat so viele Menschen an Covid-19 wie damals an einem Tag. Die Intensivstationen sind mit etwa 360 Covid-Patienten nicht am Limit. Rom verschärft ständig die Maßnahmen - nun gilt Maskenpflicht auch im Freien. Besonders stark klettern die Werte im Süden. Dort ist das Medizinsystem schwächer als im Norden.

In den NIEDERLANDEN wurden am Donnerstag 5.831 Neu-Infektionen gemeldet - 800 mehr als am Vortag. Die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen steigt schnell. Kliniken haben die Versorgung für andere Patienten drastisch reduziert und Hunderte Operationen abgesagt. Innerhalb von sieben Tagen wurden zuletzt 841 je 100.000 Einwohner infiziert. Vergangene Woche wurden im Schnitt 16 Tote am Tag gemeldet. Bürger und Experten fordern deutlich strengere Maßnahmen. Masken sind für öffentliche Räume zwar dringend empfohlen, bisher aber keine Pflicht.

BELGIEN verzeichnete zuletzt ebenfalls rasch steigende Zahlen. Die 14-Tage-Inzidenz - die Zahl an Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb zwei Wochen - lag zuletzt bei 280,7. In der Hauptstadt Brüssel sind Cafes und Bars nun für einen Monat geschlossen. Die Regierung verschärfte auch die landesweiten Regeln: Bürger dürfen pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen. Um 23.00 Uhr ist Sperrstunde.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (5)

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ichbindermeinung
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Infos zur umfassenden Viruslast in Österreich tägl. veröffentlichen

es sollten auch täglich die Zahlen vom Virus Brechdurchfall, Influenza und Weiteren mitveröffentlicht werden u. deren Veränderungen, sodass die Bürger umfassend über die Viruslast im Land informiert werden und nur partiell von einem Virus

eleasar
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Es gibt halt auch Gegenden in der Welt, wo Quarantäne, Abstand und Homeoffice nicht möglich sind.

ZB in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan. Von den mehr als 4 Mio Einwohner ist ca die Hälfte infiziert. Warum? Alles Corona-Leugner? Nein. Aber wer dort nicht arbeitet, hat nichts zu essen. So einfach ist das.
Es ist, wie einige Mediziner vor kurzem gesagt haben: "Wir müssen uns daran gewöhnen, mit dem Coronavirus zu leben und akzeptieren, dass Menschen daran sterben, so wie an Verkehrsunfällen, Influenza und Zigarettenrauch". Deshalb kann man trotzdem Händewaschen, aufpassen und das Risiko begrenzen. Aber das Virus ist nunmal da und wird es noch längere Zeit bleiben.
Beängstigend finde ich Maßnahmen wie in Belgien: Bürger dürfen pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen. Wollen wir wirklich in so einem Gefängnisstaat leben?

Bobby_01
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So wird

es sicher nicht besser.
Bin im Zug von Graz nach Salzburg unterwegs, Abfahrt 15:45 in Graz.
In diesem Waggon sitzen 3 Personen ohne Maske. Schaffner fordert sie auch nicht auf eine Maske aufzusetzen und hat selbst die Maske unter der Nase.
Einfach eine rücksichtslose Vorgangsweise. Ich verstehe nicht warum die ÖBB die Fahrgäste so gefährdet.

hermannsteinacher
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Die ÖBB

gefährden betreffend Corona nicht.

wollanig
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Ja, überall

sieht man solche dummen, rücksichtslosen Gefährder. Denen werden wir es zu verdanken haben, dass die einfache und gering belastende Maskenpflicht beim Einkaufen etc. nicht reichen wird.