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Pessimismus überwiegt aberÖsterreicher sehen Corona auch als Chance

Österreicher gehen mehrheitlich davon aus, dass die Coronakrise Auswirkungen auf die Arbeitswelt, das Alltagsleben und Großveranstaltungen haben werde.

© (c) APA/dpa/Marius Becker
 

Die Krise als Chance und Grund zum Pessimismus, so ambivalent haben die Österreicher in einer IMAS-Umfrage die Corona-Situation bewertet. Jeder zweite schätzt, dass es mit der Wirtschaft bergab gehe und daher meinte auch knapp die Hälfte der Befragten, die Menschen seien unzufrieden. Anderseits fand auch jeder zweite, die derzeitigen Umstände könnten zu einem bewussteren Leben führen.

Künftiges Alltagsleben betroffen

Die Pandemie mache laut den Linzer Meinungsforschern vor allem eines deutlich: Die Prioritäten haben sich verschoben, das Bewusstsein der Österreicher zeige jedenfalls deutliche Veränderungen, hieß es in der am Freitag veröffentlichten repräsentativen Erhebung. So gaben 73 Prozent der Befragten an, dass sich die Coronakrise "sehr stark" bzw. "einigermaßen" auf das künftige Alltagsleben auswirken werde. 22 Prozent gingen davon aus, dass mehr oder minder alles beim Alten bleibt, fünf Prozent machten keine Angaben.

Menschen ab 16 Jahren befragt

IMAS hat zum Themenkomplex zwischen 20. Mai und 16. Juni 1.005 Österreicher ab 16 Jahre befragt.

Gefragt nach jenen lebensbestimmenden Aspekten, die an Bedeutung stark gewinnen werden, nannten 49 Prozent die Angst um den Arbeitsplatz. Mit einer deutlichen Veränderung der Arbeitswelt im Hinblick auf Kurzarbeit, Home Office und Videokonferenzen rechnen 44 Prozent, ebenso werde die Sensibilität gegenüber Grippekranken oder Hustenden enorm zunehmen (39 Prozent) - genauso wie das Hygienebewusstsein (38 Prozent). Die Bedeutung von Reisen oder der Besuch von Großveranstaltungen werde dagegen laut 39 Prozent der Befragten "stark abnehmen", ebenso wie die Nutzung der Öffis, meinten zumindest auch 17 Prozent.

Insgesamt rechnen 54 Prozent der Befragten damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Lebenslage in Österreich in den kommenden Monaten "eher verschlechtern" werden. Nur 15 Prozent zeigten mit dem Daumen nach oben, 26 Prozent nahmen an, die Situation bleibe unverändert und vier Prozent machten keine Angaben. Noch vor Ausbruch von Corona im Dezember 2019 sagte nur ein Viertel der Österreicher, dass schlechtere Zeiten kommen werden.

Auch positive Erwartungen

Gleichzeitig verknüpfen die Österreicher mit der Coronakrise aber auch positive Erwartungen. 50 Prozent glauben an ein "besseres" Leben - da sind sich die interviewten Männer wie Frauen weitgehend einig, genauso wie Alt und Jung, oder Städter und Leute auf dem Land. 33 Prozent sahen kein Veränderungspotenzial und 17 machten keine Angaben.

Mit Blick zurück stellte sich in der Umfrage heraus, dass den Österreichern während des Lockdowns der Verzicht auf soziale Kontakte am meisten zu schaffen machte. Dies nannten 34 Prozent der Befragten. Auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz bereitete 15 Prozent Probleme. Die anhaltende Krise hat offensichtlich inzwischen dazu geführt, dass 47 Prozent der Interviewten den Eindruck gewonnen haben, dass die meisten Menschen im Land nicht mehr mit ihrem Leben zufrieden sind, 30 Prozent glaubten dies allerdings noch sehr wohl.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

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Kommentare (13)

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FerdinandBerger
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Schönsaufen und Aus den Fingern saugen!

Sind das die letzten Durchhalteparolen und bestellte mediale Mobilmachungen vor dem Herbst, wo es dann gesellschaftlich klescht?

brosinor
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Geh bitte!

Welche Chance?

Dass es der Umwelt und dem eigenen Stresslevel besser geht interessiert die wenigsten, dass die Kaufkraft sinkt tut den meisten am meisten weh!

erstdenkendannsprechen
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eine chance wäre es zb.,

den nun zutage tretenden missständen in der fleischindustrie (tönnies betrifft auch österreich - siehe handelspartner) einen riegel vorzuschieben.
das ist eine riesenchance, aber ob man eine chance nützt oder nicht ist eine andere frage.

Ichweissetwas
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Ein Großteil geht nicht arbeiten

und die Wirtschaft fährt abwärts, was ist daran gut?? Kurzarbeit bringt weniger Gehalt und wenn sich die Österreicher wenig leisten können, werden´s grantig!!

erstdenkendannsprechen
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es ist eine unwahrheit, dass "ein großteil" nicht arbeiten geht.

checken sie bitte ihre fakten, bevor sie wie gerade eben in der situation enden, in foren herumzulügen.

Stratusin
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Wieviele %,

sind bei Ihnen ein Großteil? Momentan sind ca. 90% in Beschäftigung.

tomtitan
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Nichts wird so wie es vorher war - vieles wird sich ändern müssen.

Aber eine Spezies, die sich nicht anpasst geht unter.

hbratschi
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du hast recht, tom,...

...die spezies mensch wird untergehen, wird zu einer sehr "effektiven" randnotiz in der weltgeschichte werden. aber bestimmt nicht wegen eines virus namens covid19, sondern wegen ihrer unstillbaren gier, wegen ihres sorglosen umgangs mit den resourcen und der zerstörung der natur. wir berauben uns unserer lebensgrundlagen und wir wissen es, trotzdem fahren wir damit fort als ob's kein morgen gäbe. der mensch ist das intelligenteste lebewesen, das bisher diesen planeten bewohnt hat aber gleichzeitig so dumm, dass er sehenden auges und mit zunehmenden tempo in seinen untergang rennt. da ist covid19 unser geringstes problem...

mostlant
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Der Mensch ist nicht dumm,

sondern er wurde in der fortwährend andauernden Evolution mit all diesen Fähigkeiten ausgestattet, die er nun hat; er kann an seinen grundlegenden geistigen und physischen Eigenschaften nichts ändern sondern sie nur nützen. Nun ist er so wie die Natur in entwickelt hat und lebt und handelt danach . Wenn er nun die Welt zugrunde richtet , dann ist das im Bauplan der so geheimnisvollen und vom Mensch im Grunde nicht erklärbarenen Evolution verankert. Unter fast unendlich vielen Wundern der Evolution ist auch das Wunder Mensch aus Einzeller vor ca einer Milliarde Jahren hervorgegangen. Wie es nun weitergeht weiß der Mensch nicht; er weiß aber schon etwas über das Ende, demn unsere Sonne wird nur mehr ca vier Milliarden Jahre Wärme und Licht unserer Erde spenden können.

UHBP
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@most..

Unser kleinstes Problem ist wohl die Lebensdauer der Sonne.
Dass die Dummheit, Geiz und Gier der Menschen im Bauplan der Evolution verankert ist, glaube ich nicht. Das sind schon, zugegeben sehr verbreitet, individuelle Eigenschaften der Menschen.

hbratschi
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seh ich ähnlich, mostlant,...

...nur der mensch ist so intelligent, dass er sieht, dass er sich mit seinem verhalten seiner grundlage beraubt und sich dadurch im endeffekt vernichtet. wenn er dann trotzdem damit weitermacht, dann ist das schon auch ein bisserl( 😉 ) dumm...

tomtitan
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@hbratschi: Da gebe ich ihnen vollkommen recht!

Das Virus ist nur ein "Brandbeschleuniger"...

hbratschi
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ich weiß, tom,...

...dass du (und viele andere auch😊) mir da nicht zustimmen, aber das covid19 virus ist für jeden einzelnen betroffenen natürlich ein problem, aber im gesamten betrachtet vernachlässigbar. dieses und ähnliche viren hat es immer gegeben und wird es immer geben, damit werden wird leben müssen, ob uns das gefällt oder nicht. hände waschen, abstand halten, wenn wer will zu hause bleiben und sich in zukunft impfen lassen, jeder wie er es für richtig erachtet, nur deshalb das gesamte leben stilllegen bringt viel mehr schaden als nutzen. sowohl vom wirtschaftlich als auch sozialen standpunkt betrachtet. da beunruhigt mich viel mehr zu sehen, wie lenkbar der mensch, wie spaltbar die gesellschaft, ist. aber wie geschrieben - das ist nur MEINE meinung...