Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Corona-EinsatzSchüsse in die Luft: Spaziergänger wollen jetzt klagen

Waren es interne Signalschüsse oder Schüsse in die Luft? Drei Spaziergänger, die einen Corona-Polizeieinsatz ausgelöst hatten, beschäftigen jetzt das Gericht.

© APA/BARBARA GINDL
 

Ein Corona-Polizeieinsatz am 20. März im Vorarlberger Nenzing hat mittlerweile ein gerichtliches Nachspiel. Im Zuge eines Einsatzes bei der Burgruine Ramschwag gab ein Polizist offenbar zwei Warnschüsse in die Luft ab - laut Exekutive interne Signalschüsse. Drei Spaziergänger, die sich dort befanden, brachten dagegen eine Maßnahmenbeschwerde beim Landesverwaltungsgericht ein.

Die drei Personen deuteten laut Medienberichten die Polizeischüsse als Warnschüsse, die auch ihnen gegolten hätten. Laut ihrem Anwalt war das Ausüben unmittelbarer Befehls- und Zwangsgewalt, zu der auch die Abgabe von Warn- und Signalschüssen zählen würden, "rechtswidrig und absolut unzulässig", wie er auf Facebook schrieb. Die Abgabe von Schüssen "grenzt an Wahnsinn, war absurd und vor allem absolut unzulässig", erklärte der Anwalt in der Beschwerde. Seine Mandanten, die "eingeschüchtert und völlig perplex" gewesen seien, hätten zudem den Mindestabstand eingehalten - untereinander und während des Fußwegs zur Ruine auch zu einer anderen, vierköpfigen Gruppe.

Ursprünglich war seitens der Vorarlberger Polizei davon die Rede, dass mehrere Personen schlagartig die Flucht in den Wald ergriffen, als die Exekutive bei der Burgruine ankam. Dann soll es zu einer Art Verfolgungsjagd gekommen sein. Wie ein Polizeisprecher der APA am Sonntag auf Nachfrage mitteilte, habe sich der Vorfall aber folgendermaßen abgespielt: Man sei informiert worden, dass eine Gruppe von acht Jugendlichen bei der Burgruine die Abstände nicht einhalten würde. Als man dort ankam, habe man aber - neben den erwähnten drei Personen - nur vier Jugendliche angetroffen. Deshalb hätten sich die Beamten im Umkreis auf die Suche nach den restlichen begeben.

Auf Standort aufmerksam gemacht

Im Wald nahe der Ruine habe dann ein Beamter die beiden Schüsse in die Luft abgefeuert, um Kollegen auf seinen Standort aufmerksam zu machen. Und dies deshalb, weil zuvor das Polizeifunk-Gerät aufgrund fehlenden Stroms nicht funktioniert habe, wie der Sprecher Medienberichte bestätigte. Weitere Jugendliche seien dann noch angetroffen worden.

Die drei Spaziergänger wurden übrigens nicht gestraft. Gegen sie wurde laut ihrem Anwalt eine Verwarnung ausgesprochen - mit dem Hinweis, dass derartige Verstöße beim nächsten Mal eine Geldstrafe von bis zu 1.400 Euro nach sich ziehen würden


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (9)

Kommentieren
b0de4d32c228ae12cbe2c84178575c47
11
11
Lesenswert?

Offensichtlich kann halt jedes Dummerl Polizist werden

Ob der werte Herr auch weiß, dass seine Kugeln auch mal wieder runter fallen?

pescador
8
24
Lesenswert?

Warn- oder Signalschüsse?

Völlig egal. Eine Schussabgabe bei einem derartigen Einsatz ist völlig abzulehnen. Das darf nicht passieren.

Pelikan22
6
15
Lesenswert?

Unser Freund und Helfer!

Sie machen ordentliche Arbeit und sind in ihrer Funktion nicht wegzudenken. Leider gibts halt Rambos und schwarze Schafe!

nopod
4
4
Lesenswert?

Freund und Helfer mal googlen und schauen woher der Begriff kommt

Wenn schwarze Schafe auch die Konsequenzen tragen müssten und in der Folge suspendiert würden, wäre das in Ordnung. Fakt ist aber, es gibt sehr viele Übergriffe durch die Polizei, aber keine Verurteilungen.
In der Praxis sieht das so aus, dass alle die es wagen eine Anzeige zu erstatten, zumindest "Widerstand gegen die Staatsgewalt" ausfassen, manchmal auch Körperverletzung. Es gibt keine Konsequenzen und das ist auch gewollt. Denn nur so können sich die jeweiligen Machthaber die bedingungslose Loyalität sichern.

Pelikan22
0
2
Lesenswert?

Nicht immer alles einseitig sehen!

Was war denn in Wien bei der Tankstelle, als eine Frau von Polizisten verletzt wurde. Es braucht halt Beweise und die waren per Video da. Die haben alle ihre Strafe bekommen!

nopod
1
0
Lesenswert?

Das wäre mir neu...

... gibt es eine Quelle wo ich das nachlesen kann? Ich habe in Erinnerung, dass die Frau wie immer "Widerstand gegen die Staatsgewalt" und vermulich auch Körperverletzung bekam, die Polizisten nichts. Das mit dem Video stimmt leider auch nur zum Teil, denn in der Hälfte schleppten sie sie hinter ein Auto und man konnte nicht sehen was dann passiert ist.

Pelikan22
0
1
Lesenswert?

Ich kann mich an den Artikel erinnern:

Das war in der Kronen-Zeitung. Aber sie haben recht. Es war etwas nebulos - Wahrscheinlich sollte es vertuscht werden. Der Bericht über den Prozess war erst Wochen später!

satiricus
12
22
Lesenswert?

Es gibt leider aber auch genügend Leute, die ...

... dep..rt genug sind, um wegen jedem Scheixx die Gerichte zu beschäftigen ("...wal i hob eh a Rechtsschutz-Vasicharung")

blendent
4
6
Lesenswert?

Ja schon,

aber das gilt sicher nicht in diesem Fall.