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Corona-VirusWarnung vor Ausbruch in großem Rohingya-Flüchtlingscamp

Laut Hilfsorganisation Care gibt es in dem mit 855.000 Menschen belegten Lager in Bangladesch einen ersten bestätigten Coronafall.

© AP
 

Die Hilfsorganisation Care bereitet sich eigenen Angaben auf einen Coronavirus-Ausbruch in einem der größten Flüchtlingslager der Welt vor: In Cox's Bazar in Bangladesch gebe es bereits einen ersten bestätigten Fall, berichtete Care am Donnerstag in einer Aussendung. 855.000 Menschen, vor allem Rohingya, leben in dem Lager dicht gedrängt in notdürftigen Unterkünften.

Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, handle es sich bei dem bestätigten Fall um eine 60 Jahre alte Frau, die zuvor aus Saudi-Arabien zurückgekehrt war. Die Frau lebt im Bezirk Cox's Bazar, unweit des Lagers. Die Behörden vor Ort teilten mit, Menschen, die kürzlich aus dem Ausland zurückgekehrt seien, dürften nicht mehr in das Lager.

Care rechnet aber trotzdem mit einem Ausbruch des Coronavirus und arbeitet daran, die Flüchtlinge vorzubereiten. Mitarbeiter würden vor Ort Isolationsräume einrichten, in denen Personen mit Symptomen unter Quarantäne gestellt werden können. Außerdem würden Quarantäne-Kits ausgeben. Diese enthalten neben Handschuhen und Masken auch Desinfektionsmittel. Auch Schulungen über Hygiene und Social Distancing werden angeboten, berichtete der Direktor von Care in Bangladesch, Ram Das: "CARE ist in Kontakt zu den örtlichen Krankenhäusern und arbeitet mit den Rettungsdiensten, um Verdachtsfälle zu Krankenhäusern transportieren zu können, falls keine regulären Krankenwagen verfügbar sind."

In Bangladesch gibt es laut John Hopkins Universität 39 bestätigte Covid-19-Fälle, fünf Menschen seien an der Lungenkrankheit gestorben. Im Land wurden Ämter bis 2. April geschlossen, ebenso alle Bildungseinrichtungen. Fast alle internationalen Flüge wurden gecancelt und Landhäfen gesperrt.

Mehr als 700.000 Rohingya waren vor zwei Jahren innerhalb kurzer Zeit vor Militärgewalt aus dem Nachbarland Myanmar nach Bangladesch geflohen. UNO-Ermittler sprechen von einem "anhaltenden Völkermord". Die Angehörigen der muslimischen Minderheit werden in ihrem Heimatland seit Jahrzehnten diskriminiert.


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