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Kontaktverbot in DeutschlandAnsammlungen von mehr als zwei Menschen verboten

Ab Montag sollen sich in Deutschland nicht mehr mehr als zwei Menschen gleichzeitig treffen dürfen. Es gehe darum, "alle Menschen zu Vernunft zu bringen", sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet.

GERMANY-HEALTH-VIRUS
Brandenburger Tor © APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
 

Bund und Länder in Deutschland haben im Kampf gegen das Coronavirus ein weitreichendes Kontaktverbot vereinbart. Mehr als zwei Menschen dürften sich nicht treffen, Kernfamilien sind von dem Verbot ausgenommen, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag nach einer Telefonkonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte.

Es gehe darum, "alle Menschen zu Vernunft zu bringen". Daher seien weitere strengere Maßnahmen und ein geschlossenes Vorgehen von Bund und Ländern nötig. Soziale Kontakte über die Kernfamilie und Lebenspartner hinaus müssten eingestellt werden, so Laschet. Bei Inkrafttreten der entsprechenden Rechtsverordnung soll das Kontaktverbot bereits ab Montag gelten, wie aus Länderkreisen zu erfahren war. Laschet sagte, die Verordnung gelte bis zum Ende der Osterferien.

Nicht das Verlassen der Wohnung ist die Gefahr

Der NRW-Ministerpräsident sagte mit Blick auf Forderungen nach einer Ausgangssperre, nach Einschätzung von Bund und Ländern sei "nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, die Gefahr ist der enge unmittelbare soziale Kontakt". Deshalb sei ein Kontaktverbot ab zwei Personen geeignet, um eine Unterbrechung der Infektionsketten "verhältnismäßiger, zielgerichteter und besser zu vollziehen".

Durchgesetzt werde das Kontaktverbot von den Ordnungsämtern und der Polizei. Bei leichten Verstößen drohten Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro, schwerere Verstöße würden strafrechtlich verfolgt. "Es geht um Leben und Tod", betonte Laschet.

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Nachmittag in einer Telefonkonferenz beraten, welche weitere Einschränkungen vorgenommen werden müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zuvor hatten bereits Bayern und das Saarland weitreichende Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Beschluss von Bund und Ländern in Deutschland im Überblick

1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den Angehörigen des eigenen Hausstands, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern, besser noch zwei Metern einzuhalten.
3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.
5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von Polizei und Ordnungsbehörden überwacht und bei Verstößen sanktioniert werden.
6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (2)

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a22695ff14abaab0914103619de94238
15
2
Lesenswert?

Sinnvoller und weniger

hysterisch als "unsere" Maßnahmen!

Mena_2281
0
1
Lesenswert?

Kann es bestätigen

Leute sind sehr entspannt, halten sich viele an die Regeln und wissen was Sicherheitsabstand bedeutet.

LG aus Stuttgart (kürzlich von Graz hergezogen).