Grazer Afghane in Kabul "Ich habe Angst, alle haben Angst"

Navid war auf Familienbesuch in Kabul. Dann kamen die Taliban. Nun versteckt er sich in einem Keller und versucht verzweifelt wieder nach Graz zu kommen.

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Flughafen in Kabul
Am Flughafen in Kabul regiert das Chaos. © (c) AFP (-)
 

Navid sitzt in einem Keller, zwei Autostunden entfernt vom Flughafen in Kabul. Nur hier fühlt er sich sicher, wenn er Deutsch spricht - die Taliban dürfen das keinesfalls hören. Jeder, der etwas mit dem Westen zu tun hat, riskiert sein Leben. Vor ungefähr einem Monat flog Navid nach Afghanistan, um seine Eltern zu besuchen. Mit dabei: Seine schwangere Frau und sein zweijähriger Sohn. Der geplante Rückflug der Familie nach Österreich sollte heute stattfinden, denn am kommenden Montag wird der Jungpapa wieder an seinem Arbeitsplatz in Graz erwartet. Doch dann kamen die Taliban - und somit ist nichts mehr wie geplant.

Kommentare (15)
SoundofThunder
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🤔

Die zurück gelassenen,in Stich gelassenen,Enttäuschten,von der westlichen Welt verratenen Menschen werden die Taliban von morgen sein. Nur so nebenbei gesagt.

glashaus
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Sound

sind die Afganen vielleicht eher von den eigenen Leuten die nicht bereit sind, das Land zu verteidigen, enttäuscht oder suchen sie nur eine Ausflucht für das klägliche Versagen der eigenen Landsleute?

Lepus52
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Widerstand ist Bürgerpflicht und nicht delegierbar!

Die Afghanen haben selbst kaum etwas zur Demokratisierung beigetragen und natürlich die Ausländer auch als Besatzer betrachtet und ausgenutzt. Es wurden scheinbar sinnlos Milliarden in das Land gepumpt. Irgendwann ist Schluss mit lustig, sie wollen es scheinbar so. Das Militär ist zu den Taliban übergelaufen. Sie holen die Direktiven bei ihren Mullas und Stammesführern und erwarten vom Ausland, dass es Geld und Waffen liefert. Als Gegenleistung überschwemmen sie die Länder mit Drogen. Natürlich gibt es auch Opfer und viele die anders denken nur die sind scheinbar unbedeutend, wie auch bei uns der Widerstand in den Jahren von 38-45 unbedeutend war. Nur 20 Jahre (1965) war die Situation eine gänzlich andere.

rebuh
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Die westliche Welt hat jetzt 20 Jahre den Kopf hingehalten,

und als erstes sind die dafür ausgebildeten Afghanen davongelaufen!

GustavoGans
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Liebe Kleine Zeitung

Weiß man schon, was die USA mit den Taliban ausgehandelt haben?
Die Abmachung dürfte ja wohl nicht gelautet haben, liebe Taliban, ihr dürft in euer Land zurück und dürft dort wieder Menschen töten.

In allen Medien wird zwar geschrieben, wie schrecklich es aktuell in Afghanistan ist.
Kein einziges Medium (jedenfalls habe ich noch keines gefunden) schreibt aber darüber, was die USA mit den Taliban ausgehandelt haben und was die gedenken zu tun, falls sich die Taliban nicht dran halten.
Weil, wenn die USA gedenken nichts zu tun, dann hätten sie sich der Verhandlungen sparen können.

SoundofThunder
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🤔

Biden hat sein (und auch Trump’s) Wahlversprechen , die amerikanischen Soldaten wieder heim zu holen, umgesetzt. Und dafür haben seine Mitarbeiter mit den Taliban eine Frist mit Ende August ausverhandelt. Und die Taliban werden von sich aus nichts unternehmen um den Amerikanern einen Grund zu liefern in Afghanistan zu bleiben. Die westliche Welt ist vor den Taliban auf die Knie gegangen. Schrecklich. Deren Ethische Minderheiten,Frauen und Kinder finden sich in einem Terrorregime wie Deutschland 1940 wieder.

plolin
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...und plötzlich waren sie da

Muss man das verstehen?

Lepus52
4
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Die "Österreicher" in Afghanistan!

Wir (d.h. die ältere Generation) hat die vielen Flüchtlinge aus der DDR, CSSR, Ungarn hautnah erlebt, zusammengelebt, zusammengearbeitet und oft in den Familienverband integriert. Ich kenne unzählige, deren größter Teil der Familie (Geschwister, Eltern und andere Verwandte) noch jenseits des eisernen Vorhangs bleiben mussten. Telefonieren war nicht möglich, Briefe wurden zensuriert und geschwärzt, Kontakte schafften für die Angehörigen Probleme, man konnte nicht zu Beerdigung der Eltern, zu Hochzeiten u.ä. und es wäre auch niemanden eingefallen es zu versuchen. Mir ist es unverständlich, wie man in ein Land, aus dem man geflüchtet ist, das sich im Kriegszustand befindet, einfach auf Urlaub fährt. Wo bleibt das Hirn??? Abschiebungen von Verbrechern wäre für sie unzumutbar, aber Urlaubsfahrten sind kein Problem? Irgendwie ist das nicht schlüssig!

Stratusin
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Man könnte meinen,

die wurden zu uns geschickt wie man auch Mitarbeiter in andere Länder schickt. Die haben dann auch Anspruch auf Heimurlaub.

melahide
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Es ist

sehr wohl ein Unterschied, ob man dauerhaft in einem Land lebt oder seine Familie besuchen fährt. Für wen sich Abschiebungen von Schwerverbrechern ein Problem? Außer für die Behörde die das nie durchgeführt hat weil man lieber integrierte Lehrlinge abschiebt?

Lepus52
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Erklären Sie den Unterschied!

Wenn ich aus einem Land flüchte, weil Leib und Leben in Gefahr ist, dann besteht diese Gefahr doch auch bei jeder Einreise in das Land für diese Person. In ein kriegsführendes Land besteht sogar für jeden Touristen Lebensgefahr. Für das Land gab es Reisewarnungen des Außenministeriums und nun sollen Österreicher ihr Leben riskieren, damit die "Heimaturlauber" wieder ausreisen können? Das ist verrückt!

woge15
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na das....

kam ja wirklich sehr überraschend!
Wieso begibt er sich mit seiner schwangeren Frau in diese "Gefahr"! Der Typ flüchtete aus seiner Heimat, lebt bei uns in Sicherheit und fährt auf Urlaub in die Heimat zurück? Soll er doch jetzt dort bleiben und seiner Familie vor Ort helfen!

crawler
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Genau das

verstehen eben viele nicht. Die einen dürften wegen "Gefahr" gegen Leib und Leben nicht zurückgeschoben werden, die anderen fahren dorthin auf Urlaub??

SoundofThunder
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🤔

Familie? Für viele ist das ein Grund. Klug war es aber auch nicht.

Stratusin
1
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Wäre es nicht sicherer und logischer,

wenn die Familie ins sichere Europa auf Besuch kommt!