Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Gefährliche AtlantikrouteFlüchtlingsdrama auf den Kanaren außer Kontrolle

18.000 Bootsflüchtlinge landeten im laufenden Jahr bereits auf den spanischen Urlaubsinseln.

Allein in den letzten sieben Tagen setzten über 1.900 Migranten mit kleinen Holzbooten von der Küste Marokkos auf die nur knapp 100 Kilometer entfernten spanischen Urlaubsinseln über
Allein in den letzten sieben Tagen setzten über 1.900 Migranten mit kleinen Holzbooten von der Küste Marokkos auf die nur knapp 100 Kilometer entfernten spanischen Urlaubsinseln über © AP
 

Am Mittwochabend war Schluss. Nichts ging mehr. Die spanische Polizei öffnete die Absperrung und eskortierte 200 Flüchtlinge aus dem vollkommen überfüllten Aufnahmelage von der Hafenmole in Arguineguin zu bereitstehenden Bussen. Die Migranten wurden ins Zentrum von Las Palmas gebracht und sich selbst überlassen.

Wer den Befehl zum Abtransport gab, steht nicht fest. Zwischen dem spanischen Innenministerium in Madrid und der kanarischen Regionalregierung herrscht fehlende Koordination. Anscheinend wusste die Polizei selber nicht, was sie noch machen sollte. Die Situation auf der Hafenmole von Arguineguin im Süden Gran Canarias ist vollkommen außer Kontrolle.

Allein in den letzten sieben Tagen setzten über 1.900 Migranten mit kleinen Holzbooten von der Küste Marokkos auf die nur knapp 100 Kilometer entfernten spanischen Urlaubsinseln über - und damit nach Europa. 18.000 Bootsflüchtlinge sind in diesem Jahr bereits auf den Kanaren gelandet, seitdem die Mittelmeerrouten relativ gut abgesichert sind. Das sind fast 12-mal mehr als im vergangenen Jahr.

"Die Menschen fielen fast ins Wasser, so voll war die Hafenmole. Die meisten schlafen auf dem Boden unter freiem Himmel", erklärt Ricardo Ortega vom Fischerverband Arguineguin der APA. Er hat sein Boot ganz in der Nähe des abgesperrten Hafenbereichs. "Das geht so doch nicht weiter. Die sind dort zusammengepfercht wie Tiere", meint der Fischer.

Das sieht Bürgermeisterin Onalia Bueno ähnlich: "Dieses Lager ist mit Blick auf die Menschenrechte eine Schande für Spanien und für ganz Europa". Sie fordert von Madrid und Brüssel sofortige Hilfe. "Die Lage ufert hier sonst aus. Viele Bürger bekommen es schon mit der Angst zu tun", stellt sie klar.

Sie fliehen vor Dürren, Gewalt, sexueller Unterdrückung, aber vor allem vor Armut und Arbeitslosigkeit, die sich im Zuge der Corona-Pandemie noch verschlimmert hat

Jose Maria Santana, CEAR

Bereits vor zehn Tagen habe ihr Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska höchstpersönlich nach einem Besuch in der Hafenmole Hilfe versprochen. Am Freitag wird er sich zudem in Rabat mit seinem marokkanischen Amtskollegen treffen, um die sofortige Eindämmung der Flüchtlingsboote von der Küste Marokkos einzufordern. "Aber wir brauchen hier vor Ort jetzt Abhilfe", meint Bürgermeisterin Bueno zur APA.

In leerstehenden Hotels untergebracht

Über 2.000 Flüchtlinge brachte die Inselregierung provisorisch bereits in Hotels in nahen Tourismuszentren wie Puerto Rico unter, die wegen der Covid-Krise leer stehen. "Das kann aber nur eine Übergangslösung sein", erklärt Gran Canarias Inselchef Antonio Morales. Er fordert, einen Großteil der Bootsflüchtlinge aufs spanische Festland zu bringen. Auch das von der Armee neu errichtete Camp, in das ab heute Migranten verlagert werden sollen, könne nur eine Übergangslösung sein. Zumal es gerade einmal 800 Personen aufnehmen kann, während im Schnitt täglich 300 neue Bootsflüchtlinge von der spanischen Seenotrettung vor den Kanaren aufgegriffen werden.

Rücktritt gefordert

Am Mittwochabend forderte die konservative Opposition wegen der "dramatischen Flüchtlingssituation" auf den Kanaren im Madrider Parlament bereits den Rücktritt von Innenminister Grande-Marlaska. Mit seiner Politik, die Migranten zudem in Hotels unterzubringen, würde er den Schlepperbanden noch in die Hände spielen.

Die meisten Bootsflüchtlinge kommen derzeit aus Marokko, aber auch aus dem Senegal, Mauretanien und Mali. "Sie fliehen vor Dürren, Gewalt, sexueller Unterdrückung, aber vor allem vor Armut und Arbeitslosigkeit, die sich im Zuge der Corona-Pandemie noch verschlimmert hat", erklärt Jose Maria Santana von der spanischen Flüchtlingshilfeorganisation CEAR. Für die Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa riskieren die Menschen dabei ihr Leben. Die Überfahrt zu den Kanaren ist noch gefährlicher als die im Mittelmeer. Laut der Internationalen Organisation für Migration IOM stirbt auf der Atlantikroute jeder 16. Flüchtling.

Kommentare (39)
Kommentieren
Fotomandalas
16
1
Lesenswert?

Wären die Spanier nicht so gierig gewesen..

Die Inseln gehörten ja mal zu Afrika, aber die Europäer haben sich ja Länder einfach
unter den Nagel gerissen, das gehört jetzt uns. Ja so gehts. Wir haben das gemacht,
wir haben die Gastfreundschaft der Länder mißbraucht. Aber davon wollen wir heute nichts mehr wissen, das gehört alles zu Europa, uns, uns uns, wir treten die Gastfreundschaft der
Erde lmit Füßen, ja und wir wollen unsere ach so hohen Werte unbedingt erhalten.
Welche großen sind das denn? Bei uns werden Frauen noch immer umgebracht, gequält,
geschlagen, mißbraucht, sie verdienen schlecht. Bis in die ssibziger durften Frauen ohne
Zustimmung Ihres Mannes nicht arbeiten. Frauen werden zur Prostituion gezwungen,
Kinder sexuell mißbraucht, Und von wem? Von Frauen? Die Luste läßt sich noch lange fortsetzen,
wir sind sowas von verlogen, man müßte sich eigentlich übergeben.

Genesis
1
11
Lesenswert?

KLARSTELLUNG

Also die Kanaren sind bei Ankunft der Europäer bis auf wenige Ureinwohner nahezu unbewohnt gewesen und können sich heute sehr glücklich schätzen, nicht vom Islam oder Schwarzafrika vereinnahmt worden zu sein. Unter der spanischen Regierung konnte dort eine taugliche Infrastruktur inkl. Tourismus aufgebaut werden. Und was Ihre Ausführungen bezüglich der Frauen betrifft: Gott sei Dank werden diese in den islamischen- und schwarzafrikanischen Ländern von den Militärregierungen und Diktatoren so geschätzt und gefördert (Vorsicht: Zynismus).

hermannsteinacher
1
1
Lesenswert?

Politisch

gehörten die Kanaren nicht zu Afrika.

Ein Großteil der Ureinwohner wurden von christlichen/katholischen Europäern ausgerottet.

ordner5
6
6
Lesenswert?

Geschätzte Männer

Z.B. , 50 Milliarden machen Österreichs Belastungen für Corona – Hilfen aus, nun kommt es auf die 5 bis 10 Milliarden mehr oder weniger für die lieben Atom- und Raketenwissenschaftler aus Afrika, auch nicht mehr an.

Peterkarl Moscher
2
15
Lesenswert?

Wahrheit tut weh !

Die EU ist nicht in der Lage die Außengrenzen dicht zu machen, hier
müssen Maßnahmen ergriffen werden, ansonsten die Landesgrenzen
wieder dicht.

hermannsteinacher
0
1
Lesenswert?

Ja,

die EU ist nicht ganz dicht!

Kirby
2
24
Lesenswert?

Sie fliehen vor den Dingen,

die es
A) bei uns genauso gibt, nämlich Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt...
und B) die sie zu uns bringen oder unsere Probleme verstärken, damit auch wir nicht mehr friedlich und sicher leben können.
Genug ist genug.

Irgendeiner
5
0
Lesenswert?

Hats nicht gefallen,Kirby,war aber besser formuliert als Deins,

mein Stimmungsmacher,naja wenn man nichts hat halt,hör auf Stimmung zu machen,sonst formulier ich noch schärfer,man lacht.Genug ist genug.

Kirby
1
3
Lesenswert?

3 Tage später

Eine anonyme Drohung. Irgendeiner, du bist ja ein ganz Harter. Na, war Scherz, du bist eine Witznummer und ich zumindest nehme dich kein bisschen ernst. Aber toben dich ruhig aus. Macht mir nix aus

hermannsteinacher
0
1
Lesenswert?

Auch

toben du ruhig aus!

Irgendeiner
2
1
Lesenswert?

Ich droh nie,das ist sinnlos,suggerier nichts,

Du machst Stimmung,ich korrigiers,es kommt weg,ich sag daß ich dann noch härter korrigieren werde weil ich nicht mag,wenn mir von Propagandisten das Wort abgeschnitten wird,eine Drohung,mein Kind, wär eine Äußerung in der Absicht dich zu einem bestimmten Verhalten zu bringen,das tu ich nicht,es ist mir gleichgültig was Du tust,völlig,ich sag nur was ich tun werde,denn das gebietet die Fairness,ich tu das immer hier,seit 10 Jahren,und man muß mir nicht glauben,auch das ist mir wurst,ich hab die Mindeststandards dann erfüllt.Und ob du mich für eine Witznummer hältst ist auch gleichgültig,das ist der ewig verfehlte Schluß ich würd mich mehr drum kümmern wie ich dabei ausseh als wo ich rauskomm,aber ich bin bar jeder Eitelkeit,das hindert genau wie Wut oder Zorn.Die Agonalität besteht ja wohl mehr in der Entfernung eines Arguments,interessant finde ich allerdings,mein Kind,daß Du dich nicht dagegen wehrst
daß Du was damit zu tun hast.Man hätte Erstaunen erwartet,nicht Angriff,wenn man falsch gelegen wäre.

logon 1
2
15
Lesenswert?

..es ist Zeit, die Wahrheit zu sehen.

Nach Afrika wurden hunderte Milliarden Dollars und Euros transferiert ,ohne wesentlichen Erfolg. Die Leute versuchen mit allen Mitteln, herauszukommen ,die Jungen haben keine Zukunft und werden um ihr Leben betrogen. Verkommene, korrupte"Eliten" ,die ihr Volk ausbeuten, Überbevölkerung, ethnische und religiöse Konflikte als Folge.
Wer sich wirklich orientieren will-im Gegensatz zu unseren politischen Märchenerzählern, die von Ursachenbekämpfung am Ort schwafeln-sollte einmal im Internet unter Volker Seitz googeln, der 43 Jahre in der Entwicklungshilfe tätig war und nichts beschönigt und verklärt.

Die Europäer haben es zunehmend satt, wegen fremder Unfähigkeit die Geldbörse zu öffnen.

bam313
4
15
Lesenswert?

Das werde ich auch bald machen.

Mit einem kleinen Schinakel rüber auf die Kanaren.
Die Überfahrt kostet mich zwar einen Tausender, aber dann lebe ich dort locker 3 Monate in einem wegen Corona geschlossenem Hotel.
Die Verpflegung ist kostenlos dabei.
Ich habe beim Bundesheer eh gelernt, wie man sich in Gesicht und Händen mit einem simplen angebrannten Korken tarnt.

Und danach suche ich in Madrid an, damit dieses Spiel am Festland weitergehen kann.
Dann zahlen sie sogar meine Flugkosten.
So schaut Grenzsicherung aus.
Und die Tenerife fürchten sich mittlerweile.
Dort gibt es zwar viele eingebürgerte Schwarze als Ramschverkäufer am Strand, aber dieses Geschäft ist tot.
Außerdem gab es etliche, die dann mehr wollten und aufdringlich wurden.
Bis hin zu Diebstählen, wobei dabei meist die Touristen selbst schuld waren, wenn sie mit ihrem teuren Schmuck geprahlt hatten.

Das wird noch lustig werden - vor allem jetzt in der Pandemie.

hermannsteinacher
5
2
Lesenswert?

Gemeint waren wohl

die Teneriffaner*innen?;-)

bam313
1
7
Lesenswert?

Sorry,

da ich Spanisch spreche heißen die noch immer Tenerife.

hermannsteinacher
0
1
Lesenswert?

Meinen Sie

Tinerfenos/tinerfenjos?

bam313
1
3
Lesenswert?

Und exakt auf Spanisch

Tinerfeños ...
Aber das sagt dort kein Mensch.
Das ist so wie mit unserem Dialekt in Österreich.
Und der Dialekt auf den Kanaren ist extrem.
Das weiß man aber nur, wenn man dort länger gelebt hat.

hermannsteinacher
0
1
Lesenswert?

Das Schluss-s im Plural

wird auf den Kanaren oft nicht ausgesprochen.

UHBP
7
1
Lesenswert?

@bam...

"Das werde ich auch bald machen. Mit einem kleinen Schinakel rüber auf die Kanaren."
Wünsche schöne Reise und angenehmen Aufenthalt!

bam313
2
5
Lesenswert?

Dankeschön!

Habe schon ein Angebot aus Marokko erhalten.
1200 € pro Kopf und Nase.

logon 1
1
11
Lesenswert?

..also wieder eine Urlaubsinsel..

kaputt wie in Griechenland.
Es lebe die Migration!

hermannsteinacher
0
2
Lesenswert?

Die spanische Regierung

will Migranten/"Flüchtlinge" aus Afrika auf den Inseln Lanzarote, Gran Canaria und ´Teneriffa in Kasernen unterbringen. Aufs spanische Festland kommen sie nicht.

Gerhard818
6
12
Lesenswert?

Ohne Plan

Politiker ohne Plan ... Hauptsache gewählt und sie erhalten ihr Gehalt. Vielleicht sollten wir unseren Bundeskanzler zur Einschulung schicken. Das Prinzip ist recht einfach: wenn man die Leute nicht aufnehmen kann, dann muss man die Grenzen schliessen.

UHBP
6
3
Lesenswert?

@gerh...

Die Politik ist doch nicht schuld! Schuld sind jene die sich nicht an die Gesetze halten. Bitte was kann denn da die Politik machen?
Das ist doch gleich wie bei Corona, oder?

Plantago
0
5
Lesenswert?

Warum flüchten die Menschen

eigentlich nicht aus Indien oder Bangladesh?

hermannsteinacher
0
2
Lesenswert?

Wohin,

sollen sie nach China flüchten?

 
Kommentare 1-26 von 39