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Jahr 2017 unter der LupeVon 48 Mordopfern in Österreich waren 27 weiblich

Nach Daten von Eurostat war Österreich 2017 das einzige EU-Land, in dem mehr Frauen als Männer durch ein solches Gewaltverbrechen zu Tode kamen.

© (c) APA/GERT EGGENBERGER
 

Österreich verzeichnet mehr Morde an Frauen als an Männern. Nach Daten von Eurostat vom Mittwoch war Österreich 2017 das einzige EU-Land, in dem mehr Frauen als Männer durch ein solches Gewaltverbrechen zu Tode kamen. Von 48 Mordopfern waren 27 weiblich.

Auch in den Jahren 2016 und 2015 wies Österreich - im Gegensatz zum EU-Trend - einen Überhang an weiblichen Mordopfern aus. 2016 waren von 44 Ermordeten 26 Frauen, 2015 waren von 50 Mordopfern 30 weiblich. 2020 hat sich an diesem Bild wenig geändert: Laut APA-Zählung fielen heuer bisher 17 Frauen und sieben Männer Tötungen zum Opfer (des weiteren starben zwei Männer nach Streit und Faustschlägen; außerdem wurde ein weibliches Baby getötet).

Die gute Nachricht: Europaweit ist die Zahl der Morde deutlich zurückgegangen. 2016 wurden 3.124 Menschen in der EU ermordet. Das waren um 312 weniger als 2015 und um 901 weniger als 2011. Fast zwei Drittel aller Mordopfer (65 Prozent) waren Männer. Auf 100.000 Einwohner kamen 2016 EU-weit statistisch 0,7 Morde, 2011 waren es noch 0,9.

2017 wiesen die baltischen Staaten die höchsten Mordraten in Europa auf: In Lettland kamen auf 100.000 Einwohner 3,8 tödliche Gewaltverbrechen, Litauen und Estland folgten mit statistischen Werten von 2,8 bzw. 2,3. Dahinter liegen Malta und Rumänien mit 1,6 bzw. 1,5 Mordopfern pro 100.000 Einwohner.

Österreich lag mit 0,55 Morden pro 100.000 Einwohner 2017 unter dem EU-Durchschnitt, die Entwicklung blieb über die vergangenen Jahre konstant: 2016 betrug die Rate 0,5 und 2015 0,57. Die geringsten Mordraten wiesen 2017 Luxemburg (0,2), Irland und Deutschland (jeweils 0,4) auf. Die Schweiz verzeichnete mit einem statistischen Wert von 0,38 auch eine niedrigere Mordrate als Österreich.

Kommentare (2)

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eleasar
0
4
Lesenswert?

Was will mir diese Schlagzeile jetzt sagen?

In Prozent ausgedrückt: 56% Frauen und 44% Männer als Mordopfer. Warum wird der leichte Frauen-Überhang bei den Opfern betont? Ist nicht jeder Ermordete eine Tragödie? Ist ein Mann als Mensch und Mordopfer weniger wert?

Außerdem, wenn man Selbstmorde hinzurechnet, ändert sich das Bild: 78% aller Selbstmorde wurden von Männern begangen (2018).

Mögliche Schlagzeilen-Vorschläge zu diesem Artikel:
- Europa: Morde sind deutlich zurückgegangen
- Europa: Fast zwei Drittel aller Mordopfer (65 Prozent) waren Männer

Mezgolits
2
0
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Europaweit für EU-weit - glauben die - die

glauben - die EU - ist ganz Europa. Erfinder M.