Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

RückzieherBenedikt XVI. distanziert sich von Zölibat-Buch

Kardinal Sarah bestreitet die Vorwürfe. Auf Twitter veröffentlichte der 74-Jährige Fotos dreier Briefe von Benedikt XVI., die das Gegenteil beweisen sollen.

Ex-Papst Benedikt © EPA
 

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat laut Medienberichten keine Zustimmung für das am Mittwoch geplante Erscheinen des Buches "Des profondeurs de nos coeurs" (Aus den Tiefen unserer Herzen) gegeben, das in Frankreich veröffentlicht wird. Als Autoren des Buches wurden vom französischen Verleger Fayard Benedikt XVI. und Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst, angegeben.

„Ich habe Kardinal Sarah auf Anweisung des emeritierten Papstes aufgefordert, beim Verlag dafür zu sorgen, dass der Name und das Bild von Benedikt XVI. vom Bucheinband entfernt werden“, sagte der Sekretär von Beneditk, Georg Gänswein. Benedikts Unterschrift dürfe nicht unter Einleitung und Schlusswort des Buches abgedruckt werden. Das habe er Sarah an diesem Dienstag telefonisch mitgeteilt.

Auch ließ Gänswein wissen, der emeritierte Papst habe tatsächlich den Text über den Priesterzölibat verfasst, der im Mittelteil von Sarahs Buch aufgeführt werde. Allerdings sei von einer Veröffentlichung in dieser Form keine Rede gewesen; es gebe auch keinen entsprechenden Autorenvertrag Benedikts mit dem französischen Verlag. 

Im Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro" berichtete Sarah, dass er mit dem emeritierten Papst gemeinsam das Buch geschrieben habe. Diese Behauptung wurde jedoch von engen Vertrauten Benedikts laut italienischen Medien bestritten. Der emeritierte Papst habe "nicht vierhändig ein Buch mit Kardinal Sarah geschrieben", zitierte die Zeitung "Corriere della Sera" (Dienstagsausgabe) eine nicht näher benannte Quelle aus dem Umfeld des 2013 zurückgetretenen Papstes.

Keine Zustimmung gegeben

Die römische Tageszeitung "La Repubblica" zitierte einen engen Vertrauten Benedikts, wonach Josef Ratzinger niemals seine Zustimmung zur Veröffentlichung eines Buchs gegeben habe. Seit Monaten arbeitete Benedikt XVI. an einer Aufzeichnung zum Thema Zölibat. Sarah habe ihn gebeten, diese lesen zu dürfen, weil er selber ein Buch über das Priesteramt schreiben wollte. Benedikt habe Sarah zwar den Beitrag zur Verfügung gestellt, allerdings keineswegs der Mitherausgeberschaft eines Buches zugestimmt, so "Corriere della Sera".

Kardinal Sarah bestritt die Vorwürfe. Auf Twitter veröffentlichte der 74-Jährige Fotos dreier Briefe von Benedikt XVI. Im letzten vom 25. November schrieb der emeritierte Papst demnach unter anderem: "Von meiner Seite aus kann der Text in der von Ihnen vorgesehenen Form veröffentlicht werden." Das 175 Seiten lange Buch erscheint im Februar auch auf Italienisch und Englisch.

Kommentare (7)

Kommentieren
tenke
0
2
Lesenswert?

Schade.. Aber die Kirche soll ruhig weiter so machen.

Nur ohne die Austretenden zu kritisieren....

brosinor
10
13
Lesenswert?

weitermachen wie bisher....

....mit den jungen Knaben?
Das tät den Altvorderen wohl so passen!

hermannsteinacher
4
28
Lesenswert?

Der Kardinal und der Ex-Papst sind arge

Kirchenschädlinge.

Henry44
3
23
Lesenswert?

Jetzt wird aus dem Buchprojekt noch eine Satire

und Material für Kabarettisten. Grissemann und Stermann freuen sich schon.

Nebelspalter
10
58
Lesenswert?

Der alte Mann

Ratzinger soll samt der Clique erzkonsevativen Purpurträger
endlich einmal kommentarlos auf den Altenteil zurückzuziehen. Diese Bande alter Tattergreise, ist schuld das die Mitglieder der Kirche scharenweise davonlaufen.
Die lahme Ausrede das man sich sonst nicht auf sein Amt konzentrieren kann, ist erstunken und erlogen, auch bei den Protestanten gibt es Pastoren die samt oder gerade wegen einer Familie ausgezeichnete Arbeit leisten. Sie haben wenigstens eine Ahnung von den Problemen von Familien heutzutage.
Bei den katholischen geht es nur um das Geld.
Keine Frau und keine Kinder = keine Erben = keine Witwenpension = die Kohle bleibt im Haus.
Ich bin vor vielen Jahren wegen der Scheinheiligkeit und Verlogenheit aus dieser Institution ausgetreten.
Diese verstaubten alten Knacker sollen froh sein das der überaus sympatische Franziskus bestrebt ist diesen Stall auszumisten und zu durchlüften. Ich hoffe Franziskus hat eine robuste Gesundheit und die Ausdauer und das Durchsetzungsvermögen diese Personen die Grenzen aufzuzeigen und sie auf Posten abzuschieben, wo sie keinen Schaden machen können.

pero53
5
22
Lesenswert?

kann man nur 100 %ig zustimmen

eine Realistische Betrachtungsweise ,

Nixalsverdruss
54
10
Lesenswert?

ad Nebelspalter: Was kümmert Sie das???

Wenn Sie schon kein Mitglied der Katholischen Kirche mehr sind, warum kümmert Sie, was da passiert?
Ich war beim Sparverein und beim Kegelklub - und da geht es jetzt auch ziemlich zu. Aber mit welchem Recht soll ich mich dazu äußern ...
Es ist schade, dass sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und enttäuscht sind. Aber Sie müssen sich aber auch die Frage gefallen lassen, wer die Kirche reformieren soll, wenn alle kritischen Geister die Institution verlassen ...