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''Stufe sechs''Neue Kategorie für die Super-Stürme

Hurrikan „Dorian“ wird schwächer, doch er wies Eigenschaften auf, die die bisher höchste Sturm-Stufe fünf klar übertreffen.

Anno 2017 traf Hurrikan Irma die USA hart © (c) AP (Mic Smith)
 

Hurrikan „Dorian“ scheint zumindest Florida zu verschonen. Seine Ausläufer streiften gestern nur das US-Festland, nachdem der Sturm zuvor die Bahamas verwüstet und dort mindestens fünf Menschenleben gefordert hatte. Angesichts der katastrophalen Zerstörung zog Regierungschef Hubert Minnis einen dramatischen Vergleich: „Die Bahamas sind derzeit im Krieg, sie werden von Hurrikan 'Dorian' angegriffen.“

Das US-Hurrikanzentrum stufte „Dorian“ gestern zunächst auf die Stufe drei, dann auf Stufe zwei herab, weil der Sturm zunehmend an Kraft verliert. Die Gefahr, die von dem immer noch gewaltigen Sturmtief mit Windspitzen von 175 Stundenkilometern ausgeht, ist damit aber noch nicht gebannt. Auch Rettungseinsätze waren in vielen betroffenen Gebieten zunächst noch nicht möglich. Am Montag waren im Zentrum des Sturms noch Windspitzen von mehr als 300 Kilometern pro Stunde gemessen worden.

Damit zählt „Dorian“ zu den gefährlichsten Hurrikans, die jemals von Meteorologen erfasst wurden – einem der Stufe fünf. Dabei ist der Sturm einer jener, die die Saffir-Simpson-Skala längst schon gesprengt haben. Wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte, war Dorian kurzzeitig gleichauf mit dem berühmten Labor Day Hurrikan von 1935, dem stärksten jemals auf Land getroffenen Hurrikan im Atlantik. Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung wies zuletzt darauf hin, dass es zum ersten Mal in der Geschichte der Aufzeichnungen vorkam, dass in vier aufeinanderfolgenden Jahren im Atlantik ein Sturm der Stärke fünf auftrat.

Dorian: Historische Verwüstung

Mindestens fünf Menschen sind während des Hurrikans "Dorian" auf den Bahamas ums Leben gekommen. Das sagte der Premierminister der karibischen Inselgruppe, Hubert Minnis.

(c) AP (Tim Aylen)

 21 Verletzte seien von den bereits am Sonntag getroffenen Abaco-Inseln in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Nassau geflogen worden, bei fünf von ihnen sei der Zustand ernst.

(c) APA/AFP/ADAM DELGIUDICE (ADAM DELGIUDICE)

Minnis wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, wie hoch die Zahl der Todesopfer noch steigen könne.

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"Wir erleben eine historische Tragödie", sagte Minnis.

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Das Zentrum des Wirbelsturms befand sich am Montagnachmittag (Ortszeit) über der Insel Grand Bahama im Norden des Landes und bewegte sich nur sehr langsam.

(c) APA/AFP/ADAM DELGIUDICE (ADAM DELGIUDICE)

 Die Insel werde noch bis Dienstag von zerstörerischen Winden und Sturmfluten betroffen sein, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA in Miami mit.

(c) AP

Viele Menschen auf Grand Bahama seien in großer Not, sagte Minnis. 

(c) APA/AFP/ADAM DELGIUDICE (ADAM DELGIUDICE)

Ihnen werde geholfen, sobald die Wetterbehörde die Bedingungen für sicher erkläre. Auf den Abaco-Inseln liefen die Rettungsarbeiten mittlerweile an.

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Nach den Bahamas dürfte "Dorian" Kurs auf Florida nehmen, sein genauer Weg aber blieb ungewiss. 

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Nach Einschätzung des NHC dürfte der Hurrikan in der Nacht auf Dienstag und bis Mittwoch der Küste Floridas "gefährlich nahe" kommen. 

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Für weite Teile der Küste galten weiter Hurrikan-Warnungen.

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Häufigkeit und Heftigkeit steigen

Nicht nur die Häufigkeit, auch die Heftigkeit der Stürme nimmt tendenziell zu. Forscher in den USA überlegen daher schon länger, ob man nicht eine Stufe sechs auf der Skala definieren müsste. Einer dieser Vertreter ist der US-Meteorologe Jeff Masters, der immer wieder vor diesen Super-Stürmen warnt. Dabei sei nicht mehr die Frage, ob diese extrem zerstörerischen Wetterphänomene im Atlantik auftreten, sondern wann. Diese These stützt sich vor allem auf die Tatsache, dass Hurrikans von warmem Wasser befeuert werden. Ab einer Wassertemperatur von 26,5 Grad können sich die Stürme aufbauen. Dabei gilt auch: Je wärmer das Wasser, desto stärker können die Stürme werden.

Unterstützt wird die Prognose von Aufzeichnungen der US-amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA. Diese weisen nach, dass seit dem Jahr 1980 die Stürme der Kategorie vier um 60 Prozent, und die der Kategorie fünf sogar um mehr als 100 Prozent zugenommen haben. Auch die Weltwetterorganisation WMO bestätigt in einem Bericht vom März, „dass im globalen Mittel die Intensität der stärksten Tropenstürme seit Anfang der Achtzigerjahre spürbar zugenommen hat.“

Die Saffir-Simpson-Skala

Die Skala dient zur Kategorisierung von Tropenstürmen. Die Einteilung erfolgt in fünf Stufen, wobei Stufe eins die geringste bezeichnet. Zur Einordnung dienen in erster Linie die Windgeschwindigkeiten, die im Sturm gemessen werden.

250 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit – hier endet die Saffir-Simpson-Skala
seit 2012. Zuvor lag diese Grenze jedoch bei 280 km/h. Weil es wegen Rundungen zu Ungenauigkeiten führte, wurden die Werte geändert.

Der Ubimet-Meteorologe Michele Salmi kennt die Diskussion um eine Stufe sechs. Inoffiziell gebe es diese Gespräche schon länger, Definitionen dafür gebe es noch nicht. Salmi definiert die Grenze entsprechend der alten Skala bei etwa 290 km/h Windgeschwindigkeit. Achtmal habe man im Atlantik Stürme mit dieser Stärke beobachtet. Nur einer davon, der Labour Day Hurrikan, ereignete sich vor 1980. Stürme über anderen Weltmeeren, Taifune oder Zyklone, waren teilweise sogar noch kraftvoller. Auch abseits der US-Küsten nehmen Anzahl und Stärke der Stürme im Durchschnitt zu – zusammen mit der Meerestemperatur.

Kommentare (1)

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sincerely
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Lesenswert?

Let the...

...show begin! Fatal, wenn man bedenkt, dass wir erst am Anfang der Klimaerwärmung stehen!

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