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Brände im AmazonasAußer Kontrolle: Hunderte neue Feuer und 44.000 Soldaten

Angesichts der verheerenden Feuer setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein.

Riesiges Flammenmeer. Zum Größenvergleich: Österreich © NASA
 

Im Amazonas-Regenwald in Nordbrasilien sind Hunderte neue Waldbrände ausgebrochen. Wie das staatliche brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE am Samstag mitteilte, entzündeten sich zwischen Donnerstag und Freitag 1663 neue Feuer.

Die neuen Daten wurden veröffentlicht, nachdem Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro den Einsatz der Armee gegen die Brände im Amazonasgebiet angeordnet hatte. Zuvor hatte es heftige internationale Kritik am Krisenmanagement der Regierung gegeben.

INPE hatte Anfang der Woche alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von den Waldbränden am Amazonas veröffentlicht. Demnach gab es in Brasilien seit Jahresbeginn bereits mehr als 76.000 Waldbrände - ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist die Waldrodung. Bolsonaro machte hingegen wiederholt Umweltschutzgruppen für die Waldbrände verantwortlich.

Nicht nur Brasilien betroffen

Von den Waldbränden im Amazonasgebiet ist besonders Brasilien betroffen, vor allem die Bundesstaaten Roraima, Acre, Rondonia und Amazonas im Nordwesten des Landes. Aber auch in anderen Ländern der Region stehen Wälder in Flammen. Satellitenaufnahmen der US-Weltraumbehörde NASA zeigen, dass auch in den Nachbarländern Peru, Bolivien, Paraguay und Argentinien zahlreiche Feuer ausgebrochen sind.

Die Feuer überschatteten auch den Beginn des G-7-Gipfels im südfranzösischen Biarritz. EU-Ratspräsident Donald Tusk machte am Samstag den Fortgang der Ratifizierung des Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten von einem glaubwürdigen Einsatz Brasiliens gegen die Waldbrände abhängig.

Waldbrände am Amazonas: Bilder der Katastrophe

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet: "Die Situation ist dramatisch. Zwischen Januar und August gab es nach offiziellen Angaben 72.843 Waldbrände in Südamerika, Stunde um Stunde frisst sich das Feuer in die grüne Lunge unseres Planeten", sagt Jens Karg von Greenpeace.

(c) AP (Leo Correa)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Die Dimension ist derart groß, dass man die Rauchschwaden selbst aus dem Weltall beobachten kann.

(c) AP (Leo Correa)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Die Zerstörung des Amazonas ist auch für das Weltklima eine Belastung: "Sie führt zum Ausstoß enormer Mengen an Treibhausgasen, die sonst im Regenwald gespeichert würden", sagte Georg Scattolin von WWF Österreich.

(c) AP (Andre Penner)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Das brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE hatte Anfang der Woche alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von Waldbränden am Amazonas veröffentlicht. Demnach gab es in Brasilien seit Jahresbeginn bereits mehr als 76.000 Waldbrände - ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

(c) AP (Andre Penner)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Nach Einschätzung von Umweltschützern haben Farmer die jüngsten Brände im Amazonasgebiet gelegt, um neue Weideflächen für ihre Viehherden oder Felder für den Sojaanbau zu schaffen.

(c) AP (Leo Correa)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

In Brasilien und anderen Städten Südamerikas demonstrieren tausende Menschen gegen den brasilianischen Staatschef Bolsonaro.

(c) AP (Rebecca Blackwell)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire macht den brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro für die Feuer im Amazonasgebiet verantwortlich. "Er will mit dem Wald Schluss machen, mit uns", sagte Raoni.

(c) AP (Victor R. Caivano)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Die Katastrophe in Südamerika hat auch mit dem Konsumverhalten in Europa zu tun - vor allem der Heißhunger auf Steaks und Koteletts befeuert die Abholzung und Brandrodung großer Flächen im Amazonasgebiet.

(c) AP (Matilde Campodonico)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Das Amazonasgebiet ist nicht nur die grüne Lunge der Welt, sondern auch ein gigantischer Ressourcenschatz, der Begehrlichkeiten weckt: Im Regenwald lässt sich gutes Geld verdienen mit Rindfleisch und Soja, Energie und Gold.

(c) AP (Martin Mejia)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Die Welternährungsorganisation FAO macht die Umwandlung in Weideland für 80 Prozent der Verluste an Regenwald in der Amazonasregion verantwortlich.

(c) AP (Leo Correa)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

In den vergangenen Jahren ist die Fleischproduktion in Brasilien explodiert - rund 200 Millionen Rinder leben heute in dem größten Land Südamerikas. Mehr dazu lesen Sie hier.

(c) AP (Leo Correa)

Verheerende Waldbrände im Amazonasgebiet

Greenpeace-Experte Karg sagt: "Denn Verantwortung für die Brände, die Abholzung, die Umweltverbrechen am Amazonas, haben Namen und Adresse: Die Regierung Bolsonaro."

(c) AP (Leo Correa)
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Angesichts der verheerenden Feuer setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein. Der Militäreinsatz begann am Samstag im Bundesstaat Rondonia, wie Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva mitteilte. Insgesamt stünden in der Region 44.000 Soldaten zur Verfügung. Bisher haben vier Bundesstaaten die Unterstützung der Streitkräfte angefordert. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

Die Gouverneure der Bundesstaaten im Amazonasgebiet forderten unterdessen mehr Unterstützung der Regierung in Brasília und baten um ein Dringlichkeitstreffen mit Präsident Bolsonaro. Die Bundesregierung und die Regionen sollten enger zusammenarbeiten, um die Feuer zu löschen und die Brandstifter zu verfolgen, hieß es in einem Brief an den Staatschef.

Kommentare (2)

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Ich finde die Argumentation vieler Klimaleugner sehr „interessant“

Da wird gesagt, dass auch wenn der gesamte Urwald abgerodet wurde, es sich nicht wesentlich auf die Sauerstoffproduktion auswirkt! Da muss ich dann immer gegenargumentieren, dass gerade bei steigender die sauerstoffproduzierenden Korallen keine Lebensgrundlage haben! Dh wir werden über kurz oder lang mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit Haluzinationen und Atemnot konfrontiert werden und vl sogar über kurz oder lang ersticken! Oder wir ändern unser Verhalten

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Sam125
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chihuahuawelpe! Durch das Abholzen des Regenwaldes,verändern sich die

Luftströmungen des gesamten Planeten und somit auch das Weltklima! Das was jetzt gerade in Brasilien geschieht, ist wahrscheinlich eine der größten Katastrophen der letzen Jahre überhaupt,welche sich leider auf unseren gesamten Planeten auswirkt! Es ist nur zu hoffen, dass wir das Feuer schnellstmöglich eindämmen können! Und natürlich sofort wieder mit der Aufforstung beginnen!! Jetzt müssen wirklich alle Staaten Weltweit, gemeinsam daran arbeiten, dass dieses auch gelingen kann! Zu guter letzt, sollte der brasilianische Präsident sofort abgesetzt werden, wenn es eine Möglichkeit dafür gibt!

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