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Anschlag in ChristchurchÖsterreichs Opposition warnt vor Terrornetzwerk

Der Attentäter von Neuseeland war offenbar auf dem Balkan unterwegs, nahm sich Anders Breivik zum Vorbild und verfasste auch ein Schreiben. Österreichs Opposition warnt vor einem rechten Netzwerk.

NZEALAND-CRIME-SHOOTING
© (c) APA/AFP/TESSA BURROWS
 

Vor einem bis nach Österreich reichenden rechtsextremen Terrornetzwerk haben SPÖ, NEOS und JETZT am Freitag angesichts der Angriffe auf Moscheen in Neuseeland gewarnt und von der Regierung Aufklärung verlangt.

Sie beriefen sich dabei auf einen Bericht des "Standard". Es geht darin um Rechtsextreme in Deutschland und einen Vorfall rund um eine versteckte Waffe am Flughafen Schwechat im Jahr 2017. Nach der damaligen Festnahme eines deutschen Bundeswehrsoldaten soll, so der "Standard", ein Netzwerk aus aktiven und ehemaligen Soldaten und Polizisten sichtbar geworden sein, die sich in Chatgruppen miteinander über den Tag X austauschten - jenen Tag, an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht. Die Attentäter von Neuseeland hätten davon Bescheid gewusst .Einer von ihnen habe zu zwei Artikeln des deutschen Auslandssenders "Deutsche Welle" zu diesem Thema verlinkt.

Terroranschlag in Neuseeland

"Gefahr für unsere Sicherheit"

Die SPÖ warnte deshalb in einer Aussendung vor einer "Gefahr für unsere Sicherheit", Abgeordnete Sabine Schatz verlangte von der Bundesregierung Aufklärung. "Wenn sich Rechtsextreme Waffen beschaffen, Todeslisten über unliebsame PolitikerInnen führen und Terroranschläge planen, müssen die Alarmglocken schrillen und ein deutliches Zeichen für Demokratie, Rechtsstaat und Sicherheit gesetzt werden", forderte sie.

NEOS-Sicherheitssprecherin Stephanie Krisper sah sich in der Notwendigkeit zur Wachsamkeit bestätigt. "Auch wenn zum derzeitigen Zeitpunkt unklar ist, ob und in welchem Ausmaß sich auch in Österreich solche Strukturen bilden konnten, so gilt es hier jetzt rasch und lückenlos für umfassende Aufklärung zu sorgen", meinte sie. JETZT-Sicherheitssprecherin Alma Zadic zeigte sich vom "Standard"-Bericht geschockt und kündigte die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrats an.

Rechtes Manifest

Im Internet kursiert ein 74-seitiges "Manifest", das dem Attentäter von Christchurch zugeschrieben wird. Verbreitet wurde es über soziale Medien, die Polizei äußerte sich bisher nicht zur Echtheit des Dokuments - doch es gibt durchaus Anhaltspunkte für dessen Authentizität. Sollte sich das bewahrheiten, könnte das Dokument Hinweise auf den Hintergrund der Bluttat in Neuseeland geben.

Rechte Codes

In dem kursierenden Video über die Bluttat im neuseeländischen Christchurch sind mehrere mit Namen und Symbolen beschriebene Waffen und Magazine zu sehen. Eine Erklärung:

  • "Vienna 1683": Das Osmanische Reich wollte 1683 Wien einnehmen. Kaiserliche Truppen und ihre Verbündeten schafften es aber nach der Schlacht am Kahlenberg, die türkischen Verbände zurückzudrängen.
  • "14": Die Zahl verweist auf den Slogan "14 words" (14 Wörter). Hinter der Chiffre verbergen weiße Rassisten ihren Glaubenssatz, in dem sie eine florierende Zukunft für ihre Kinder fordern.
  • "Shipka pass": Im Russisch-Osmanischen Krieg gab es zwischen 1877 und 1878 mehrere Schlachten am Schipkapass auf dem Balkan. Am Ende unterwarfen sich die türkischen Truppen.

Die dem Verdächtigen zugeschriebenen Profile bei Facebook und Twitter sind zwar inzwischen gesperrt, auf im Netz archivierten Versionen ist ein Blick auf die Accounts aber weiterhin möglich. Von der Polizei offiziell nicht bestätigte Medienberichte ordnen das "Manifest" einer Person namens Brenton Tarrant zu.

Demnach wurde bei Facebook am Freitag um 13.33 Uhr (Ortszeit) ein Livestream gestartet. Zwar kann dieser auf der archivierten Seite jetzt nicht mehr angeschaut werden, allerdings zeigt das stattdessen dargestellte Standbild den Innenraum des Autos aus dem kursierenden 17-minütigen Video, das die Tat selbst sowie knapp sieben Minuten vor der Attacke zeigt. Die Polizei hatte via Twitter mitgeteilt, dass die ersten Berichte von Schüssen gegen 13.40 Uhr einliefen.

Christchurch: Dutzende Tote bei Terrorangriff auf Moscheen

Zu dem Anschlag in zwei Moscheen in Christchurch bekannte sich ein 28-jähriger Australier.

(c) AP (Mark Baker)

In einem Manifest erklärte er, dass er extra nach Neuseeland gekommen sei, um für den Anschlag zu trainieren und ihn zu planen.

(c) AP (Mark Baker)

Insgesamt soll vier Personen festgenommen worden sein.

(c) AP (Mark Baker)

Sie sollen laut offiziellen Angaben auf keiner Terrorverdächtigenliste geführt worden sein.

(c) AP (Mark Baker)

Mehr Bilder aus Christchurch!

(c) AP (Mark Baker)
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Auf dem archivierten Facebook-Account sind zudem wenige Minuten vor dem Video-Post mehrere Links veröffentlicht worden, über die das "Manifest" heruntergeladen werden kann. Es trägt den Titel "The Great Replacement" (Der große Austausch). Ältere Posts beinhalten etwa Links zu Zeitungsartikeln, deren Inhalt das "Manifest" thematisch wieder aufgreift - etwa über die Geburtenrate unter Muslimen.

Auch auf dem archivierten Twitter-Account waren die Links zum "Manifest" gepostet worden. Außerdem gibt es dort Fotos von Waffen und Magazinen, die auch im Video des Angriffs zu sehen sind. Auch zu dem Video äußerte sich die Polizei bisher nicht.

Das Manifest selbst ist ein Konvolut von rassistischen Aussagen, Forderungen und Zeichen. Unter anderem zeigt es auf dem Deckblatt die sogenannte "Schwarze Sonne", ein esoterisches Nazi-Symbol. In einem angeblichen Interview gibt der Verfasser Auskunft über sich und die Beweggründe für die Tat.

Täter war auf dem Balkan unterwegs

Bulgarien ermittelt, ob der Attentäter von Neuseeland Kontakte in dem Balkanland gehabt hat, da auf seinen Waffen Namen von Kämpfern gegen die Osmanen eingraviert seien.

Der Attentäter von Christchurch habe im November 2018 Bulgarien als Tourist besucht und sich an historischen Orten aufgehalten, sagte Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow am Freitagabend nach einem Treffen von Regierungsvertretern mit den bulgarischen Geheimdiensten.

Der Attentäter sei anschließend nach Rumänien und Ungarn weitergereist. Er habe nach den bulgarischen Erkenntnissen 2016 auch andere Balkanländer wie etwa Serbien besucht. Bulgarien prüfe nun, was für Kontakte der Mann in Bulgarien gehabt habe.

In einem im Internet kursierenden Video über die Bluttat in Christchurch sind mit Namen und Symbolen beschriebene Waffen des mutmaßlichen Täters zu sehen. Einige Beschriftungen verweisen auf die Belagerung Wiens durch die Türken 1683, die Schlachten im Russisch-Osmanischen Krieg 1877-78 am Schipkapass im bulgarischen Balkangebirge und den Kampf des albanischen Fürsten Skanderbeg (1405-1468) gegen die Osmanen (siehe Infobox oben).

Die Waffen des Attentäters, überzogen mit Schriftzügen Foto © (c) AP

Kommentare (7)

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sapereaude
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Rechtes Netzwerk auch in Ö

Antisemitismus? Wo?

„Antisemitismus“, eine Kategorie nur bei Migranten, Türken und türkischstämmigen Österreichern? Der Unterschied zwischen der Kategorie „generelle Ablehnung Israels durch Migranten und Türken“, teilweise mit der Muttermilch und als jeweilige Staatsdoktrin anerzogen und „Antisemitismus“ wurde nie problematisiert.
Und wer erhebt die Kategorie „Antisemitismus“ in Wachkörpern von Polizei und Heer, sowie im BVT, den LVTs, dem militärischen Geheimdienst, im Innenministerium, im Justizministerium, im Heeresministerium, unter Staatsanwälten und Richtern?
Könnte ja sein, dass die politische Bedeutung der einen Partei, deren wöchentliche „Einzelfälle“ bei vielen Menschen zu Gewöhnung und Abstumpfung geführt haben, bereits Folgen zeigt.
Und wie steht es mit dem „vorauseilenden Gehorsam“?

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gerbur
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Ob Kickl mit der Sicherungsverwahrung

auch die eigene rechtsradikale Klientel gemeint hat? In Deutschland wird zumindest ansatzweise bereits sichtbar wie durchdrungen z.B. sogar die Polizei und das Heer von Rechtsradikalen ist. Ich nehme an, dass auch in Österreich ähnliche Verhältnisse vorzufinden sind, wobei man noch hoffen darf, dass der überwiegende Teil davon nicht infiziert ist.

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altbayer
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Terrornetzwerke

Hier wird von der Opposition auch "Populismus" betrieben.

Die Gefahr von Terrornetzwerken besteht nicht nur bei rechten Idioten - wie sieht es mit linken oder religiösen Terrornetzwerken aus?

Es ist interessant zu lesen, wie sich die üblichen Verdächtigen freuen, dass es eine "Rechtes Terrornetzwerk" gibt.
Liebe Poster - nicht freuen darüber, dass es wieder etwas zum aufgeilen gibt, wo der eigene Frust abgebaut werden kann
- persönlich etwas gegen jede Form von Terrorismus und Extremismus unternehmen.
Extremismus beginnt für mich schon, wenn man im Forum Beiträge liest, die manche Bevölkerungsgruppen und Politiker (weit unter der Gürtellinie) beschimpfen und abwerten.
Einer beginnt - und die "Meute" folgt der Fährte und es wird der "Schreibton" von Kommentar zu Kommentar "heftiger" - die Hemmungen werden kleiner.

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sapereaude
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Wöchentliche "Einzelfälle"...

... sowie Freiheitliche Abgeordnete in Gesellschaft und in
Netzwerken mit Staatsverweigerern, Identitären, Neonazis und Rechtsextremen lassen jene darüber Besorgten zu Unrecht als wehleidige, sich an irgendwelchen Nebensächlichkeiten aufgeilende Wichtigtuer bezeichnen....
Die Sorgen sind wohl mehr als berechtigt.

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Feja
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Strohmannargumente par excellence


Wer bitte geilt sich wo auf?
Wann gab es die letzten 20Jahre Linke Terrornetzwerke?
Warum wird permanent versucht ein Unrecht mit einem anderen (fiktiven) Unrecht aufzuwiegen?
Warum kann man nicht einmal eingestehen, dass es Probleme mit fehlgeleiteten Rechten gibt?

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H260345H
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Die Rechtsextremen sind europaweit vernetzt,

und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit reicht dieses Netz auch bis nach Österreich.
Wenn man bedenkt, dass in unserer Regierung absolut rechtsrechte Mitglieder sitzen, ebenso im Nationalrat und seit einem Jahr von der STRACHE-KICKL-Connection innerhalb der FPÖ unter Duldung des nicht minder rechten KURZ auch an allen Schalthebeln teils am äußersten rechten Rand angesiedelte Burschenschafter installiert werden, kann man nicht so genau wissen, wohin diese Leute im Ernstfall tendieren. Werden sie die DEMOKRATIE verteidigen oder eher versuchen, eine DIKTATUR oder Ähnliches zu installieren unter dem Vorwand die Krise bekämpfen zu müssen?
"Vertrauen ist gut, Kontrolle (=höchste Achtsamkeit!) ist besser" lautet ein Sprichwort.

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UHBP
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"Gefahr für unsere Sicherheit"

Solange es sich nicht um einen Asylsuchenden handelt, auch wenn sie quasi schon mit einem Massaker im Kopf herumlaufen, sind solche Personen für unsere Regierung kein Problem.

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