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In weniger als 48 StundenElf Babys starben in Klinik an Blutvergiftung

In einem Krankenhaus der tunesischen Hauptstadt Tunis starben auf der Geburtsstation Ende vergangener Woche elf Säuglinge in weniger als 48 Stunden. Ursache war offenbar eine Blutvergiftung, möglicherweise ausgelöst durch ein Präparat zur künstlichen Ernährung.

Entsetzen über mysteriösen Tod von elf Babys in Klinik in Tunis
Entsetzen über mysteriösen Tod von elf Babys in Klinik in Tunis © APA/AFP/FETHI BELAID
 

Nach dem Tod von elf Neugeborenen in einer Klinik in Tunis ist der tunesische Gesundheitsminister zurückgetreten. Ministerpräsident Youssef Chahed schrieb am Samstagabend (Ortszeit) auf seiner Facebook-Seite, er habe das Rücktrittsgesuch von Minister Abderraouf Cherif angenommen.

Die Babys waren am Donnerstag und Freitag in der staatlichen Geburtsklinik La Rabta gestorben. Ursache war offenbar eine Blutvergiftung, möglicherweise ausgelöst durch ein Präparat zur künstlichen Ernährung.

Verantwortliche sollen zur Rechenschaft gezogen werden

Regierungschef Chahed besuchte am Samstagabend das Krankenhaus, in dem nach Angaben der Tunesischen Gesellschaft für Pädiatrie jährlich 15.000 Kinder zur Welt kommen. Er kündigte an, alle Verantwortlichen für ihre Versäumnisse zur Rechenschaft zu ziehen. In der kommenden Woche werde es Treffen mit Vertretern aller Bereiche des Gesundheitswesens geben, sagte Chahed in einem Video, das sein Büro veröffentlichte. Dabei sollten alle bestehenden Probleme ausgewertet werden.

Die Todesfälle in dem staatlichen Krankenhaus hatten in der tunesischen Öffentlichkeit für Entsetzen und Empörung gesorgt. Die Tageszeitung "Essafa" schrieb in ihrer Sonntagsausgabe von einem "Staatsverbrechen". Bilder zeigten, wie Eltern das Krankenhausgebäude verließen und die Leichen ihrer Kinder in Pappkartons bei sich trugen.

Künstliche Ernährung als Auslöser

In einer Stellungnahme des tunesischen Gesundheitsministeriums vom Samstagabend hieß es, die Neugeborenen seien wahrscheinlich an einem septischen Schock infolge einer Blutvergiftung gestorben. Die Tunesische Gesellschaft für Pädiatrie erklärte dazu auf ihrer Facebook-Seite, die Ermittlungen konzentrierten sich derzeit auf ein Präparat zur künstlichen Ernährung als Auslöser der Infektion.

Der Vorsitzende der Gesellschaft, Mohamed Douagi, hatte bereits vor einigen Monaten auf Missstände im Krankenhaus La Rabta hingewiesen. Er warf der Regierung vor, sie wolle im "sterbenden" Sektor der Gesundheitsversorgung Geld sparen. Tunesiens Gesundheitssystem galt einst als vorbildlich, kämpft aber seit langen mit Führungs- und Finanzierungsproblemen. Zahlreiche Ärzte wandern ins Ausland ab, weil sie dort auf bessere Arbeitsbedingungen hoffen.

 

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