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Missbrauchsfälle Deutsche Katholiken sehen "langfristigen Schaden"

38 Prozent denken sogar über Austritt nach.

© AP
 

Mehr als vier von fünf Katholiken in Deutschland (82 Prozent) sehen laut einer aktuellen Umfrage "langfristigen Schaden" durch den Umgang der Kirche mit Missbrauchsfällen. 38 Prozent dächten über einen Austritt nach, berichtet laut Kathpress die "Bild"-Zeitung (Samstag) unter Berufung auf eine INSA-Befragung im Auftrag des Blattes. Demnach wurden 4.000 Personen befragt, davon 1.004 Katholiken.

52 Prozent der befragten Katholiken haben laut "Bild" schon einmal überlegt, aus der Kirche auszutreten; 38 Prozent dächten aktuell darüber nach. 22 Prozent haben sich demnach den Austritt fest vorgenommen. Auch bezüglich der Aufklärung der Missbrauchsfälle hätten viele Katholiken das Vertrauen verloren.

Versprechen in die Tat umsetzen

Laut INSA erwarten nur 19 Prozent der Katholiken, dass die Kirche das Null-Toleranz-Versprechen in die Tat umsetzen wird. 53 Prozent glaubten das nicht; 27 Prozent äußerten sich unentschlossen. Mehr als zwei Drittel aller Befragten und auch der befragten Katholiken fanden, dass der Pflichtzölibat für Priester abgeschafft werden sollte und dass die katholische Kirche Frauen zum Priesteramt zulassen sollten.

Fast die Hälfte der Befragten (49,8 Prozent) denkt demnach, dass Papst Franziskus "schlecht" mit den Missbrauchsfällen umgehe. Lediglich 11 Prozent seien allerdings der Ansicht, dass er deshalb zurücktreten sollte. Ein Drittel der Katholiken (33,4 Prozent) traue Franziskus Reformen zu, 42 Prozent dagegen nicht. Nur 12 Prozent aller Befragten (18 Prozent der Katholiken) finden laut der Zeitung die Eintreibung der Kirchensteuer durch den Staat noch zeitgemäß; 74 Prozent wünschten sich ein anderes System.