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384 FälleBericht über Kindesmissbrauch durch Priester in Polen veröffentlicht

Opferverband verlangt Rücktritte in der Kirchenhierarchie.

Papst Franziskus erhielt den Bericht des Opferverbandes © AP
 

Ein Opferverband hat am Donnerstag einen Bericht über Missbrauchsopfer katholischer Geistlicher in Polen veröffentlicht. Der 27-Seiten-Bericht dokumentiert 384 Missbrauchsfälle in Polen in den vergangenen Jahren, wie eine Sprecherin der Organisation "Fürchtet Euch nicht" mitteilte. Er erwähnt 85 Priester, die wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurden, 88 weitere Fälle, die von Medien enthüllt wurden, sowie 95 Fälle, die von Opfern angezeigt wurden.

24 Bischöfen und Erzbischöfen wird in dem Bericht vorgeworfen, in ihren Diözesen Fälle von Missbrauch vertuscht zu haben. Der Präsident des Opferverbandes, Marek Lisinski, übergab den Bericht am Mittwoch Papst Franziskus; im Vatikan tagt seit Donnerstag eine Konferenz, die sich mit Maßnahmen gegen den weltweit angeprangerten sexuellen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche befasst.

"Wir verlangen Rücktritte in den Reihen der polnischen Kirchenhierarchie", sagte die Sprecherin Agata Diduszko-Zyglewska, eine der Autorinnen des Berichts. "Ohne das kann sich nichts ändern."

Eigener Bericht der Bischöfe

Ein Sprecher der polnischen Bischofskonferenz sagte am Donnerstag, er habe den Bericht nicht gelesen. Die Bischofskonferenz hatte vor zehn Jahren eine Null-Toleranz-Strategie bei Kindesmissbrauch verabschiedet. Demnächst will sie einen eigenen Bericht über die Verfehlungen der Geistlichen in Polen veröffentlichen.

Diduszko-Zyglewska sagte dazu, die Bischofskonferenz tue nur so als würde sie handeln. Es würden vernünftige Regeln eingeführt, aber nicht durchgesetzt.

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