Badeverbot im Hochsommer herrscht an neun Stränden im Norden von Sydney, nachdem mysteriöse gräulich weiße Kugeln angespült wurden. Bis klar ist, woraus die kleinen Ablagerungen bestehen, bleiben die Küstenabschnitte gesperrt. Laut einer Aussendung des Gemeinderates sind die Strände Manly, Dee Why, Long Reef, Queenscliff, Freshwater, North und South Curl Curl, North Steyne sowie North Narrabeen bis auf Weiteres zu meiden. Besucher sollen sich von dem Material fernhalten und sich bei den Behörden melden, so es weitere Funde an anderen Orten gibt.
Die Kügelchen werden derzeit in einem aufwändigen Prozess aufgesammelt und vom Umweltministerium überprüft. Bürgermeisterin von Northern Beaches, Sue Heins, warnt vor den Kugeln, die „alles Mögliche“ sein könnten. „Wir wissen momentan nicht, was es ist, und genau das macht es so besorgniserregend“, erklärte sie am Dienstag.
Strandsperren schon im Oktober
Schon im Oktober des Vorjahres mussten etliche Strände im Großraum Sydney geschlossen werden, als tausende dunkle Kugeln angeschwemmt wurden. Tests der australischen Umweltbehörde EPA ergaben damals, dass sie mit menschengemachtem Abfall übereinstimmten - laut Experten handelte es sich „wahrscheinlich um Fettkugeln“.
Die EPA erklärte später, dass die Kugeln aus Fettsäuren, Kohlenwasserstoffen und anderen organischen sowie anorganischen Materialien bestünden - darunter Spuren von Medikamenten, Haaren, Motoröl, Essensresten, tierischen Überresten und menschlichen Fäkalien.
Weiterer Vorfall im Dezember
Im Dezember wurden grüne, graue und schwarze Kugeln an einem Strand in Kurnell im Süden von Sydney angespült. Strandbesucher wurden gewarnt, die Gegend zu meiden. Laut Sue Higginson, der umweltpolitischen Sprecherin der Grünen in der Provinz New South Wales, zu der auch die Millionenmetropole Sydney gehört, zeigen die Vorfälle, dass die derzeitigen Abwasserbehandlungssysteme nicht ausreichen würden.