Erste Ausfahrt: BMW iX3Dieses Elektroauto macht sogar Filmmusik

Der Bayer, der aus China kommt: BMW bringt mit dem iX3 endlich wieder ein Elektroauto. Leichter und effizienter als erwartet, und sogar in der richtigen Tonlage.

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Der neue BMW iX3 © BMW
 

BMW hat vor rund sieben Jahren die Elektro-Ära bei den Autos prägend in Fahrt gebracht - doch der Erfolg für i3 und i8 waren bescheiden. Wohl auch deshalb hat es so lange gedauert, bis BMW wieder den Einstieg in das voll elektrisierte Marktsegment gewagt hat. Fakt ist: Die CO2-Vorgaben lassen ohnehin keine andere Wahl zu. Produziert wird der iX3 in China. Der Basispreis des BMW iX3 in Österreich liegt bei 66.950 Euro.

Die Musik zum iX3 schrieb der legendäre Komponist Hans Zimmer, der vom "König der Löwen" bis zum "Fluch der Karibik" die großen Hollywood-Blockbuster vertonte. In der Tat ist der iX3 im Sound-Matsch der E-Mobilität eine wohltuende Ausnahme. Es gibt unterschiedliche Soundmodule für die Fahrmodi, eines klingt besser als das andere, man glaubt, man ist im Kino.

Modellvorstellung: BMW iX3

BMWs mittleres SUX X3 ist künftig als Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und eben auch rein elektrisch zu haben Wobei das Strom-SUV iX3 seine Kollegen um knapp drei Zentimeter überragt.

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Der Elektromotor kann eine maximale Leistung von 210 kW (286 PS) und ein Drehmoment von 400 Newtonmetern generieren. In 6,8 Sekunden saust der Hecktriebler von 0 auf 100 km/h, der Vortrieb ist bei Tempo 180 elektronisch begrenzt.

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Die Lithium-Ionen-Batterien tief im Bauch des SUV haben einen Brutto-Energiegehalt von 80 kWh, der für eine Reichweite von bis zu 460 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus gut sein soll.

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Laden lässt sich der 400-Volt-Hochvoltspeicher sowohl ein- als auch dreiphasig mit einer Leistung von bis zu 11 kW. Beim Anschluss an eine Gleichstrom-Schnellladestation können Ladeleistungen von bis zu 150 kW realisiert werden.

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Dafür liegt im Kofferraum der neu entwickelte „Flexible Fast Charger“: Er umfasst ein Ladekabel, das mithilfe von Adaptern für den Anschluss an Haushalts- und Industriesteckdosen genutzt werden kann.

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Ein bissl Energie in die Akkus speisen kann man bekanntlich auch beim Rekuperieren: Wie viel da gerade am schlauesten ist, kann der iX3 mithilfe von Navigationsdaten und den von den Sensoren der Fahrerassistenzsysteme ermittelten Verkehrssituation selbst austüfteln – aber natürlich kann ihm der Fahrer auch ins Handwerk pfuschen.

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Der Wählhebel auf der Mittelkonsole kennt auch die Stufe B, bei der so stark gebremst wird, dass man zum Fahren fast nur das Strompedal braucht.

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Den Mangel der akustischen Kopplung an die Geschwindigkeit bei Elektroautos geht BMW mit dem neuen Feature „Iconic Sounds Electric“ an die Ohren: Lastwechsel werden von einem fließend modulierten Sound, die Rekuperation in Schub- und Bremsphasen von einer sanft gefilterten akustischen Rückmeldung begleitet, sodass jeder Fahrzustand mit einem passenden Klangbild abgebildet wird. 

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Naturgemäß sind beim iX3 die charakteristischen Nieren m Kühlergrill nebst der Frontschürze geschlossen, da dahinter kein Verbrennungsmotor gekühlt werden will.

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Und weil ein geringerer Luftwiderstandsbeiwert – von 0,29 sprechen wir hier – die Reichweite streckt: Bis zu zehn Kilometer sollen alleine die neuen Aerodynamik-Räder bringen.

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Der iX3 ist de facto baugleich mit dem X3, nur mit einigen leichten Modifikationen. BMW hat sich nach den ersten Elektro-Erfahrungen vorerst darauf konzentriert, seine Modelle mit allen Antriebsarten (Diesel, Benzin, Elektro, Plug-in-Hybrid) auf den Markt zu bringen.

Technisch betrachtet hat sich das Warten anscheinend gelohnt: Der iX3 ist leichter als die Konkurrenz (aber ohne Allrad, ausschließlich Heckantrieb), kommt auf rund 2,2 Tonnen.

Modellvorstellung: BMW iX

2010 hat BMW feierlich seine Elektro-Submarke i ins Leben gerufen – und dann abgesehen vom i3 eigentlich nicht viel damit gemacht. Aber zehn Jahre später – also heuer – ändert sich das.

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Kürzlich haben die Bayern mit dem iX3 die elektrische Version ihres Mittelklasse-SUV auf den Markt gebracht. Und mit dem iX, der Ende 2021 zu den Händlern stromert, folgt das erste Modell auf der neuen Elektroplattform der Marke.

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Der will allerdings ausdrücklich kein SUV sein, sondern vielmehr ein SAV (Sports Activity Vehicle), wie das im Marketingsprech so schön heißt. Wie auch immer man den Stromer nennen möchte, in Länge und Breite ist er mit dem X5 vergleichbar, misst in diesen Dimensionen also rund 5 beziehungsweise 2 Meter. Bei der Höhe orientiert er sich am X6 – 1,70 Meter – und streckt sich auf einen Radstand von 3 Metern.

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Und weil es nicht zu übersehen ist: Ja, die bei BMW in Mode gekommenen Mega-Nieren, die hat der iX auch. Wenngleich sie bei einem Elektroauto natürlich geschlossen sind und stattdessen Kameratechnik, Radar und weitere Sensorik beherbergen.

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Erwähnenswert wären an dieser Stelle auch die flachsten jemals bei einem Modell aus München realisierten Scheinwerfer.

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Seine beiden Elektromotoren – einer pro Achse – spulen eine maximale Spitzenleistung von mehr als 370 kW (500 PS), die den 2,5-Tonner in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultieren.

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Wenn man davon Gebrauch macht, kann man den angepeilten kombinierten Stromverbrauch von weniger als 21 kWh je 100 Kilometer vermutlich abschreiben. Eine schwächere Version wird wohl nachgereicht.

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Mit einem Brutto-Energiegehalt von mehr als 100 kWh soll der Akku eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus einfahren.

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Laden lässt sich der iX mit einer Leistung von bis zu 200 kW. An einer 11-kW-Wallbox nuckelt er elf Stunden an der Steckdose.

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Im Innenraum des Fünfsitzers weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll: auf das sechseckige Lenkrad, das rund 60 Zentimeter lange und gebogene Display auf dem Armaturenträger oder die Touchflächen aus Holz (!) auf der Mittelkonsole.

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Die Energiedichte bei den Batterien ist im Vergleich zu den bisherigen BMW-Energiespendern um 20 Prozent gestiegen, die E-Maschine weist eine um 30 Prozent gesteigerte Leistungsdichte aus. Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik befinden sich in einer Einheit, in einem Gehäuse.

Seltene Erden wurden in der E-Maschine laut BMW nicht verwendet. Der Kobalt-Einsatz konnte laut BMW bei den Batterien massiv verringert werden.

Fabian Kirchbauer Photography
In voller Fahrt: BMW iX3 Foto © (c) Fabian Kirchbauer

Und wie fährt er sich? Der iX3 liegt gut in der Hand, die Traktion passt, obwohl das Auto nur ein Hecktriebler ist. Mehr als 50 Prozent des Gewichts befinden sich auch auf der Hinterachse, man bekommt so und mit der Abstimmung der Hinterachse auch mehr Grip. Auffallend ist die gute Kurvendynamik, man spürt jedes Kilogramm, dass der iX3 weniger als die Konkurrenz wiegt.

Mit dem neu konzipierten Elektromotor (286 PS, maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern, 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden) ist der iX3 mehr als ausreichend motorisiert, mit dem Brutto-Energiegehalt von 80 kWh sollen 460 Kilometern im WLTP-Testmodus drin sein - das werden aber erst längere Tests zeigen.

Fabian Kirchbauer Photography
BMW iX3: Voll elektrisch Foto © (c) Fabian Kirchbauer

Bei der Gesamt-Energiebilanz spricht BMW davon, dass der iX3 in der CO2-Bilanz über den vollständigen Lebenszyklus aus Rohstoffbeschaffung, Lieferkette, Produktion, Nutzungsphase und Recycling sogar dem BMW X3 xDrive20d ausbremse: "Um mehr als 30 Prozent weniger bei Nutzung von Strom aus dem europäischen Strommix während der Nutzungsphase und um rund 60 Prozent bei ausschließlicher Verwendung von Ökostrom", erklärt man bei BMW.

Nachgeladen kann mit bis zu 150 kW an Gleichstrom-Stationen werden: 0 auf 80 Prozent der Hochvoltspeicherkapazität in 34 Minuten, entsprechend 10 Minuten für 100 Kilometer Reichweite (WLTP).

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Danke für Ihr Verständnis.

fwf
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Hallo Umweltschützer !

Dieses E-Mobil wird mit Teilen in China zusammengebaut, die aus aller Herren Länder kommen (Motoren aus Österreich) und um die halbe Welt transportiert werden. Umweltfreundlich - oder ? Hier zeigt sich einmal mehr: Transporte sind viel zu billig, und hier reisst sich kein Grüner das maul auf !

Mezgolits
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Der Basispreis des BMW iX3 in Österreich liegt bei 66.950 EUro.

Vielen Dank und mit meinem vollständigen Werbespruch:
BMW - Freude am unwirtschaftlichen Fahren. Erfinder M

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Um 66 tausend

einen Pkw kaufen? Und nach zehn Jahren nicht einmal ein Drittel dafür bekommen? Das ist purer Schwachsinn. Frohes Fest, her Mezgolits und bitt weiter so!

tannenbaum
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Komisch,

Vor fünf-sechs Jahren, als E-Autos noch mehr oder minder Prototypen waren, hat man die hohen Preise damit begründet, dass es noch keine Serienproduktion gibt. Aber wenn das einmal der Fall sein sollte, wird ein E-Auto auf Grund des viel billigeren Motors, dem Wegfall des Getriebes, Abgasanlage usw. gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor wesentlich kostengünstiger werden. Der Schmäh hat wohl nicht ganz funktioniert. Oder beharren die Hersteller deshalb auf den überhöhten Preisen, da die dummen Politiker diesen Mist mit Steuergeldern subventionieren.

scionescio
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@Tannenbaum: das Problem ist der sauteure Akku, der außerdem ein nichtrecyclingfähiges Verschleißteil ist und bis zu einem Drittel des gesamten Fahrzeugs kostet ...

... dafür kann man locker ein Getriebe (obwohl Hersteller schon beginnen auch bei BEVs Getriebe zu verbauen) und einen Auspuff bauen - bei einem eMotor bleibt es ja meistens nicht (eher zwei oder sogar drei Stück werden sehr oft verbaut) und dazu kommen natürlich Batteriemanagementsystem, Inverter, etc. und bei bis zu 800V Bordspannung ist die Leitungsführung natürlich auch nicht ganz billig.
Wegen des enormen Gewichts des Akkus (bis zu einer halben Tonne!) muss natürlich das Fahrzeug und seine Komponenten (zB Aufhängung) viel massiver und aufwändiger gebaut werden - wenn man da spart, sieht man ja gut bei Tesla, was dabei rauskommt.

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Endlich

haben wir von einem Auta-Wissenden wieder etwas gelernt. ICH/WIR würden Dir empfehlen, für mindestens ein 40 Kinder als Lesbos eine Unterkunft in AT zu organisieren. Denn dann, und nur dann, nehmen wir den Hut vor Dir für immer ab.
Der fahrbare Untersatz ist lediglich eine oft nicht notwendiger Gebrauchsgegenstand,
und es gibt Leute, die mit ihrem PS-starken PKW "PRESTISCH" offenbaren wollen.

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Endlich

haben wir von einem Auta-Wissenden wieder etwas gelernt. ICH/WIR würden Dir empfehlen, für mindestens ein 40 Kinder als Lesbos eine Unterkunft in AT zu organisieren. Denn dann, und nur dann, nehmen wir den Hut vor Dir für immer ab.
Der fahrbare Untersatz ist lediglich eine oft nicht notwendiger Gebrauchsgegenstand,
und es gibt Leute, die mit ihrem PS-starken PKW "PRESTISCH" offenbaren wollen.

DergeerderteSteirer
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Dazu kann ich dir nur beipflichten @Jungsteirer, ...........................

"Der fahrbare Untersatz ist lediglich ein oft nicht notwendiger Gebrauchsgegenstand !"

Es sollte mehr als ein Mittel zum Zweck gesehen werden und auch danach im Gebrauch sein !!

Leider ist es noch immer für komplexanfällige Leute das "Prestigeobjekt Nr.1" !!

DergeerderteSteirer
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@scionescio, ..........Wegen des enormen Gewichts des Akkus (bis zu einer halben Tonne!)

Das reicht nicht aus mit bis zu einer halben Tonne !

Beispiel Renault ZOE- ZE 40 / 41kw............ Akkugewicht ca.340 Kilo

Beispiel Jaguar E-Pace / 95kw............. Akkugewicht ca. 660 Kilo

Sind zwei konträre Klassen an Fahrzeugen wo sich die Spreu vom Weizen trennt, deswegen finde ich SUV's als Elektromodelle als kompletten Unsinn, rein deshalb weil es ressourcenverschwendend zum Qaudrat ist !!

DergeerderteSteirer
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Korrektur ................ Danke für's Verständnis ;-)..................

"E-Pace" .......... soll "I-Pace" heißen
und
"Qaudrat" ........ soll "Quadrat"

Danke nochmals ............ ;-)

RonaldMessics
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In China gebaut

Na dann, endlich ist der Autokäufer in China angekommen. Wird ja für die Konzerne gut sein. Und wenn man ihn dann bei Amazon bestellt, dann ist ja alles okay. Hurra und die Politik schläft und schläft, aber zugegeben, auch das sogenannte Volk.

Cubalibre1663
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Erschreckend....

.....wie teuer chinesische Ware geworden ist.
Und geb dir vollkommen Recht! Wenn nichts mehr eigenständiges in Europa übrig bleibt werden sich unsere (manipulierbaren) Politiker absondern und nichts mehr von Verantwortung wissen wollen.
Wir können uns nur durch Innovation, Qualität, speziellen Produkten und besonderen Dienstleistungen von China unterscheiden - und begraben diese Chancen mit der Manager- und Politikergier....