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Gefährlich und teuerWas passieren kann, wenn man das Wohnmobil überlädt

Beim Beladen von Wohnmobil oder -wagen gibt es einiges zu beachten: die Gewichtsverteilung und ob man den richtigen Führerschein hat, zum Beispiel.

© PUNTOSTUDIOFOTO Lda/stock.adobe.com (Antonio GAUDENCIO)
 

Die Campingsaison ist in vollem Gange. Bei der Beladung von Wohnmobil oder -wagen ist jedoch Vorsicht geboten. Das zugeladene Gewicht und dessen Verteilung hat erheblichen Einfluss auf Bremsverhalten und Fahrstabilität. "Das höchstzulässige Gesamtgewicht darf keinesfalls überschritten werden, nicht zuletzt aufgrund der erhöhten Unfallgefahr – es drohen auch hohe Strafen", weiß Tomas Mehlmauer, Präsident des Österreichischen Camping Clubs (ÖCC). Die Strafrahmen sind von Land zu Land unterschiedlich, billig kommt man jedoch nirgends davon.

"Hat man hierzulande zu viel geladen, sind Strafen bis zu 5000 Euro möglich. Bei einer Überladung von mehr als zwei Prozent kann die Exekutive die Weiterfahrt verbieten", warnt der Experte. "Die meisten Camper in Österreich besitzen einen Führerschein der Klasse B. Dieser berechtigt zum Lenken eines Wohnmobils oder eines Gespanns mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3500 Kilo. Alles, was darüber hinausgeht, darf mit dieser Führerscheinklasse nicht mehr bewegt werden."

Richtiger Führerschein für das Gespann

Mit einer siebenstündigen Zusatzausbildung und Eintragung des Codes 96 in den Führerschein lässt sich das Limit für das Lenken eines Gespanns auf 4250 Kilogramm anheben. Darüber hinaus benötigt man zumindest einen Führerschein der Klasse BE – mit diesem darf ein Gespann mit bis zu 7000 Kilogramm gelenkt werden. Wer ein schwereres Wohnmobil fahren möchte, benötigt zumindest einen Führerschein der Klasse C1 für Leicht-Lkw bis 7500 Kilogramm.

"Auch unterwegs in beliebten Camping-Regionen kann zu viel Gewicht teuer werden – so sind in Italien Strafen bis etwa 1700 Euro möglich", weiß der ÖCC-Experte. In Kroatien beginnen die Strafsätze bei 40 Euro. In Frankreich wiederum zahlt man bis zu 750 Euro bei zu viel Ladung – wird das zulässige Gewicht um mehr als fünf Prozent überschritten, wird die Weiterfahrt verboten.

Strafen bei Überladung von Campingfahrzeugen im Überblick

  • Belgien: bis zu 300 Euro (Ausländer müssen bar bezahlen)
  • Dänemark: 10 Euro pro Prozent Überladung
  • Deutschland: bis zu 235 Euro
  • Frankreich: bis zu 750 Euro; keine Weiterfahrt bei mehr als 5 Prozent Überladung
  • Italien: bis zu 1697 Euro
  • Kroatien: ab 40 Euro
  • Luxemburg: 74 Euro bei bis zu 10 Prozent; bis zu 5000 Euro bei mehr als 10 Prozent Überladung
  • Österreich: bis zu 5000 Euro
  • Portugal: bis zu 300 Euro
  • Schweiz: bis zu 170 Euro; ab 5 Prozent Überladung droht eine Anzeige
  • Spanien: bis zu 4600 Euro

Kapazität: Die Beladungskapazität errechnet sich aus der Differenz zwischen Leer- und höchstzulässigem Gesamtgewicht und findet sich in den Fahrzeugpapieren. Zur Zuladung zählen u.a. die Passagiere, das Gepäck und die Ausrüstung, aber auch Betriebsstoffe wie Diesel, Wasser und Gasflaschen. Tipp des ÖCC-Experten: "Den Wassertank vor der Fahrt nicht zur Gänze füllen, sondern lieber erst am Campingplatz. Und Campinggeschirr aus Melamin ist leichter als normales."

Gewichtsverteilung: Das Gewicht muss rechts und links sowie vorne und hinten möglichst gleichmäßig verteilt sein. "Schwere Gegenstände gehören nach unten oder in die Stauräume nahe der Achse. Je tiefer der Schwerpunkt, desto besser die Straßenlage", so Mehlmauer.

Stützlast: Wichtig ist bei der Beladung eines Anhängers, die zulässige Stützlast von Wohnwagendeichsel und Anhängerkupplung zu beachten. Bei zu hoher Stützlast verringert sich die Belastung der Vorderräder am Zugwagen, sodass der Kontakt zur Fahrbahn nachlässt.

Dachträger und Heckgarage: Dachträger sind eher für leichte Zuladung ausgelegt, aber für sperrige Utensilien gut geeignet. "Nutzt man die Heckgarage, muss das für die Hinterachse verträgliche Gewicht beachtet werden", rät der ÖCC-Experte.

Gewichtsprüfung: Um die Zuladung vor Reiseantritt zu kontrollieren, kann man entweder auf eine öffentliche Waage fahren oder eine Radlast-Caravanwaage aus dem Fachhandel verwenden, die zusätzlich die Gewichtsverteilung auf den Radseiten misst – so können Reifenschäden verhindert werden.

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