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Neue Bestimmungen Was sich bei der Kindersicherung im Auto ändert

Ab sofort ist für Kinder ab einer Größe von 135 cm – statt bisher ab 150 cm – die Sicherung mit dem serienmäßigen Dreipunktgurt ausreichend. Der ÖAMTC rät, dennoch eine Sitzerhöhung zu verwenden.

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Im Zuge der 36. Novelle des österreichischen Kraftfahrgesetzes wurden die Bestimmungen zur Kindersicherung im Auto kürzlich geändert: "Ab sofort ist für Kinder ab einer Größe von 135 cm – statt bisher ab 150 cm – die Sicherung mit dem serienmäßigen Dreipunktgurt ausreichend. Die bisherige Ausnahmeregelung wird somit zum Standard", weiß ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner.

Allerdings: "Wir empfehlen für einen optimalen Gurtverlauf trotzdem ein etabliertes Rückhaltesystem, also eine Sitzerhöhung, zu verwenden." Kinder, die kleiner als 1,35 Meter sind, benötigen eine ihrem Gewicht und ihrer Größe entsprechende Rückhaltevorrichtung. Bei Verstößen gegen die Kindersicherungsbestimmungen droht hierzulande neben einer Strafe bis 5000 Euro auch eine Vormerkung im Führerscheinregister.

"Welches Rückhaltesystem geeignet ist, richtet sich insbesondere nach Größe und Gewicht des Kindes. Daher sollte man den Sitz vor dem Kauf mit dem Kind gemeinsam ausprobieren", rät Pronebner.

Europaweit müssen Kindersitze ein ECE-Prüfzeichen vorweisen. Viele Länder Europas schreiben Kindersitze mit mindestens ECE-Regelung Nr. 44/03 (oder nachfolgend) vor. Parallel dazu besteht seit einigen Jahren die Kindersitznorm ECE R129, auch "i-Size" genannt.

Diese soll künftig als einziger europäischer Standard für Kinderautositze gelten – mit dem Ziel, die Sicherheit auf ein Optimum auszuweiten. So dürfen Kinder bis rund 15 Monate nur noch rückwärtsgerichtet befördert werden. "In nahezu allen Ländern Europas gleich geregelt ist die Verwendung von nach hinten gerichteten Kindersitzen auf dem Beifahrersitz. Diese sind nur zulässig, wenn der Beifahrerairbag deaktiviert ist", weiß die Expertin.

Was in anderen Ländern Europas gilt

"Fast alle Nachbarländer legen die Grenze für die alleinige Verwendung des Sicherheitsgurts bei 150 cm Körpergröße fest. Auch deswegen sollte man die betreffenden Kinder weiterhin mit einer Sitzerhöhung befördern", empfiehlt Pronebner. Sie kennt die Details zur Kindersicherung im Ausland:

Italien: Kinder unter 9 Kilo müssen in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz befördert werden. Kinder zwischen 9 und 36 kg und kleiner als 150 cm benötigen einen Gewicht und Größe entsprechenden Kindersitz. Ab 1. Juli 2019 müssen Kindersitze in Italien mit einem Alarm ausgestattet sein, der ein Vergessen von Kindern im Fahrzeug verhindern soll. Die Pflicht gilt nur für in Italien zugelassene Fahrzeuge. Achtung Mietwagenfahrer: "Die Verantwortung für die richtige Ausstattung des Fahrzeuges trägt zwar der Vermieter, die Diskussion mit der Exekutive bleibt aber dem Touristen", so die ÖAMTC-Juristin. "Daher ist es ratsam, vorab zu klären, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß ausgestattet ist."

Kroatien: Kinder bis 150 cm benötigen einen entsprechenden Kindersitz. Größere Kinder sind mit dem Sicherheitsgurt und einer Sitzerhöhung zu sichern. Kinder unter zwölf Jahren dürfen nicht auf dem Motorrad befördert werden.

Tschechien: Kinder unter 36 kg und unter 150 cm benötigen einen dem Gewicht und der Größe entsprechenden Kindersitz.

Ungarn: "Kinder unter 150 cm müssen mit einem Kinderrückhaltesystem transportiert werden. Fährt ein Kind mit mindestens 135 cm auf der Rückbank mit, genügt – wie auch in Österreich – der Sicherheitsgurt", sagt Pronebner.

Deutschland: Kinder unter zwölf Jahren und kleiner als 150 cm müssen in geeigneten Rückhalteeinrichtungen transportiert werden. Für Kinder ab drei Jahren genügt ausnahmsweise der "normale" Gurt, sofern die Sicherung eines dritten Kindes auf der Rückbank durch ein Kinderrückhaltesystem wegen der Sicherung anderer Kinder nicht möglich ist.

Schweiz: In der Schweiz müssen Kinder – wie in Deutschland – bis zum Alter von zwölf Jahren oder einer Größe von 150 cm in einem entsprechenden Kindersitz befördert werden.

Frankreich: "Kinder bis zehn Jahre benötigen einen dem Gewicht und der Größe entsprechenden Kindersitz. Bei Missachtung der Sicherungspflicht fällt eine Strafe von 135 Euro an", weiß die ÖAMTC-Juristin.

Slowenien: Kinder unter 150 cm benötigen einen dem Gewicht und der Größe entsprechenden Kindersitz. Ein Verstoß gegen die Bestimmungen kostet 120 Euro.

Kommentare (3)

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kropfrob
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Sind bei uns die Autos ...

... anders gebaut bzw. ausgestattet, sodass der serienmäßige Sicherheitsgurt bereits ab einer Größe von 135 cm verwendbar ist? Oder sind gar die Kinder anders gebaut, dass sie schon früher für den Gurt geeignet sind? Oder muss der Gesetzgeber in Ö einfach wieder mal beweisen, dass er viel klüger ist als jene im Rest von Europa?

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exilgrazer
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13
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Tja, der Norbi ist halt ganz ein Schlauer!

Und wenn sich ein paar Kinder schwer verletzen, wird es ihm wohl egal sein (wie auch beim Abbiegeassistenten). Was nur geht in diesem kranken Hirn vor?

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einmischer
1
9
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exilgrazer

Ja, der hat schon genug Blödsinn angerichtet.
Aber auf der anderen Seite wird niemand gezwungen auf den richtigen Expertensitz zu verzichten. genausowenig wie es einen Zwang gibt 100/130/140 nicht zu unterschreiten. Und sowhl das Thema Kindersitz,
als auch Telefonieren, Reisverschluss, usw. geht vielen schon seit immer am Allerwertesten vorbei.
Wäere nur Froh wenn man bei der Schnapsidee der Rettungsgasse einen eigenen Weg gegangen wäre und auf den Pannenstreifen gesetzt
hätte.

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