"Impfung und Immuntherapie sind wie Sicherheitsgurt und Airbag"
Heute stehen neben der Impfung auch weitere medizinische Behandlungsoptionen für an Covid-19 erkrankte Menschen zur Verfügung. Darunter die sogenannte Immun- oder auch Antikörpertherapie.
Der Hintergrund der Antikörper-Therapie, die Dr. Kistner mit einem "Airbag" vergleicht, während die Impfung einen "Sicherheitsgurt" darstelle: Wie bei jeder viralen Infektion kämpft das Immunsystem auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus mithilfe von Antikörpern.
Das Immunsystem braucht aber seine Zeit (bis zu zwei Wochen), um die Antikörper zu produzieren. In dieser Zeit können Patienten von der therapeutischen Gabe von Antikörpern profitieren.
So funktioniert eine Immuntherapie
Immuntherapien sind der größte medizinische Fortschritt der letzten Jahre
Antikörper lassen sich ganz gezielt einsetzen und sind besser verträglich als frühere Therapieoptionen. Eine Kombination aus monoklonaler und Wirkstofftherapie etwa "schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe". Anders als etwa die Chemotherapie wirken sie gezielt und nur dort, wo sich Tumorzellen befinden.
"Man kann diese neuen Therapien nicht nur gegen Covid, sondern auch bei vielen anderen Erkrankungen wie bestimmten Krebsformen, Multipler Sklerose, Asthma, Rheuma oder Morbus Crohn einsetzen", erzählt Dr. Kistner. Hunderte monoklonale Antikörpertherapien sind bereits zugelassen. Viele weitere sind in der Phase III der klinischen Studien.
Passive Immunisierung mit Antikörpern kann auch als Prophylaxe (z. B. gegen Covid) eingesetzt werden. Es stehen somit auch vorbeugende Präparate für die sogenannte Präexpositionsprophylaxe zur Verfügung. Entstanden in Kooperation mit AstraZeneca Österreich
At-7810, November 2022.