Neugierig schaut bei unserem Besuch am Weingut Tropper ein Fasan in unsere Richtung. Vorsichtig schreitet er über die Wiese. Ein letzter Blick, bevor er letztendlich langsam im Weingarten verschwindet. Er scheint sich hier wohl zu fühlen, der Fasan. Und das geht einem selbst unmittelbar genauso. Zum einen ist der Ausblick fantastisch. Am Fuße der vier legendären Kirchen des südoststeirischen Weinwunderidylls Straden kann man eigentlich überall hinschauen und entdeckt überall Schönes.

Zum anderen versteht man sofort, welche Philosophie Winzer Eduard Tropper hier verfolgt und warum sich Fuchs und Hase hier ausgesprochen gerne gute Nacht sagen. Ein gesunder Boden ist die Basis für Qualität. Terroir kann nur dort entstehen, wo der Boden, in dem die Pflanzen wachsen, lebt. Monotonie und kahle Rebzeilen fördern nicht dieses sensible Gefüge. Eine große Artenvielfalt füllt den Begriff Terroir mit Leben.Diese Schönheit seines Weinreichs will Eduard Tropper teilen. Mit so vielen Menschen wie möglich. Menschen, die so wie er die Wunder der Natur und des Weins gleichermaßen schätzen. Deswegen hat er kurzerhand die "Weinwie’snwanderungen" ins Leben gerufen. Mit ganz viel Wissenswertem. Und natürlich: mit ganz viel Bio-Wein!

Das Weingut Tropper besticht durch das allgegenwärtige Bestreben, vinophilen Genuss in nachhaltigen klimapositiven Kreisläufen zu produzieren.
Das Weingut Tropper besticht durch das allgegenwärtige Bestreben, vinophilen Genuss in nachhaltigen klimapositiven Kreisläufen zu produzieren. © KLZ/Nadja Fuchs

Vor allem aber erfährt man unfassbar viel Neues. Etwa über "Terra preta". In Troppers Weingärten färbt nämlich Holzkohle die Erde. „Das Prinzip stammt von indigenen Völkern wie den Inkas“, erklärt der visionäre Winzer. "Die Holzkohle absorbiert alles, vor allem Wasser und Mineralstoffe." Die soll grundsätzlich aber alle gespeicherten „Goodies“ für die Pflanze im Boden verteilen. Das geht mittels Kompost.Was Wein-Bodyguards sind, hat man bisher wahrscheinlich auch nicht gewusst. Das sind bei Eduard Tropper Nährstoffe wie Silizium, Eisen, Spurenelemente und Stickstoff. Diese sorgen für wunderbares Wachstum. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Einfach immer.

Nach den Lehr- und Wanderjahren bei namhaften steirischen Weingütern wandelte Eduard Tropper den elterlichen Betrieb in ein vinifizierendes Weingut um.
Nach den Lehr- und Wanderjahren bei namhaften steirischen Weingütern wandelte Eduard Tropper den elterlichen Betrieb in ein vinifizierendes Weingut um. © KLZ/Nadja Fuchs

Und wenn man bei der "Weinwiesnwanderung" einmal nicht mit Informationen versorgt wird, dann lässt der Winzer seine Mitwanderer gerne schweigen. Ist auch gar nicht anders möglich. Wie sollte man sonst auch die mehr als sechs der feinsten Tropper-Bio-Tropfen verkosten? Direkt im Weingarten. Teilweise aus Geheimverstecken im Weingarten gefischt.Was allen Besuchern in jedem Fall hängen bleiben wird: Das der Boden auf dem man gerade wandern durfte etwas ganz Besonderes ist. Und das war schon immer so. Sogar, als Troppers Weinwiese noch tiefstes Meer war. Millionen Jahre ist das her. Die Muscheln und der Kalk sind geblieben, die Pilze und Bakterien auch.

© KLZ/Nadja Fuchs

Entstanden in Kooperation mit Tropper Weine.