Schalten Sie ein!



Barbara Steiner ist Leiterin des Kunsthauses Graz und Vorständin der Stiftung Bauhaus Dessau: „Die Art und Weise wie wir Kunst und Kultur erleben unterliegt einem ständigen Wandel und hat in den letzten Jahren eine immer schnellere Geschwindigkeit angenommen. Eine zusätzliche Zäsur hat die Pandemie gebracht, wo mehr oder weniger alle stationären Kultureinrichtungen geschlossen werden mussten. Das bedeutet, dass sich Kultureinrichtungen neue Wege überlegen müssen, wie sie ihre Besucher zukünftig auch erreichen können. 

Die digitale Transformation betrifft inzwischen alle Kernaktivitäten von Kultureinrichtungen: von der Organisation betrieblicher Abläufe bis hin zur Vermittlung der Inhalte. Ausstellungen, die virtuell erfahrbar werden, Gamification-Ansätze setzen sich durch, doch wie wirkt sich dies auf die Kulturinstitutionen aus, wenn Menschen den virtuellen Besuch vorziehen und Eintrittsgelder ausbleiben. Wir sind es immer noch nicht gewohnt und auch nicht bereit zu akzeptieren, dass für virtuelle Inhalte, für virtuelles Erleben bezahlt werden muss.“

Die Medienkünstlerin Reni Hofmüller ist Ko-Leiterin des „esc medien kunst labor“ Graz und spürt technologischen Zusammenhängen und den Beziehungen zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft nach. Sie stellt die Frage, was Digitalisierung im Kunstbereich bedeutet: „Wir haben in den unterschiedlichsten Bereichen akzeptiert, dass Maschinen mitentscheiden, mitsprechen, mitformen und mitgestalten, wie wir leben. Die Geschwindigkeit, in der diese Veränderungen vor sich gehen, nimmt laufend zu und so scheinen wir als Individuen überwältigt zu sein von der schieren Dimension der zur Verfügung stehenden Optionen. Dabei geht uns als Subjekten und als Gesellschaft eine tatsächliche Mitbestimmung verloren, wenn wir uns nicht mehr mit den Hintergründen und den Konsequenzen von technologischen Entwicklungen auseinandersetzen. Kunst kann ein Weg sein, diesen Komplexitäten zu begegnen, und sich in der Auseinandersetzung eine eigene Meinung zu bilden. Digitalisierung ist dabei geichermaßen Werkzeug und Mittel.“

Seit mehr als drei Jahren leitet Daniel Fabry das Institut für Design und Kommunikation der FH Joanneum und ist Mitglied des Künstlerkollektivs Monochrom. Er weiß um die Herausforderungen der Digitalisierung, bei der die Grenzen der traditionellen Gestaltungsdisziplinen – wie Interaktions-, Medien- und Editorial-Design – verschwimmen. Er sieht die Notwendigkeit, dass Designer:innen ihre zukünftigen Methoden miterfinden und ihre Kernkompetenzen verlassen und erweitern.

Für eine Menge spannenden Gesprächsstoff ist also gesorgt! Verpassen Sie den Drei Digitalk nicht und schalten Sie sich am 12. Oktober um 16.00 Uhr live ins Kunsthaus Graz! Jetzt einschalten!