Heute noch eine Vorlesung in einem Hörsaal, morgen ein Vorsprechen bei einem Businesspartner. Am Vormittag noch eine Prüfung vor Professoren, am Nachmittag ein Pitch vor Investoren, gestern noch Studierender, übermorgen Start-up-CEO: Eine gute Geschäftsidee hat es eilig. Damit sie tatsächlich abheben kann, braucht es aber Unterstützung und ein entsprechendes Umfeld.

© ALEXANDER LELJAK_

Mit dem Unicorn bietet die Universität Graz eine derartige Drehscheibe. Direkt am Campus, in Nachbarschaft zur Zentrale der Hochschülerschaft (ÖH), stelle man an diesem Start-up und Innovation-Hub „fundierte Expertise und ein lebendiges Netzwerk von erstklassigen Partnern zur Verfügung“, wirbt Bernhard Weber. Zusammen mit Peter Riedler, Vize-rektor der Universität, lenkt er als Geschäftsführer das Unicorn.

„Es ist einer der innovativsten Start-up-Hubs in Österreich“, lobt Aula X-Geschäftsführer Jörg Peter Kahlbacher, der Co-Working-Plätze im Unicorn anbietet. Der Name des Zentrums ist Programm: Die Bezeichnung Unicorn steht in der Start-up-Szene für ein Unternehmen, das mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet wird. Andererseits steckt in dem Wort mit „Uni“ auch der Hinweis auf den Eigentümer. Auf 2900 Quadratmetern Gesamtgeschoßfläche gibt es neben 60 Co-Working-Plätzen auch klassische Büroflächen, Veranstaltungsräumlichkeiten samt Terrasse, großzügige Begegnungszonen und ein Café – alles barrierefrei erschlossen.

© ALEXANDER LELJAK_

Die Ausstattung ist am letzten Stand der Technik, die Arbeitskulisse individuellen Raum- und Zeit-Bedürfnissen der Mieter anpassbar. Besprechungskojen sorgen für die notwendige Diskretion, Glaswände in den Konferenzräumen für die gewünschte Transparenz. „Wir haben die perfekte Umgebung für die Realisierung unternehmerischer Visionen geschaffen“, ist Weber überzeugt.

Insgesamt sind es rund 250 Büroarbeitsplätze und 23 Meetingräume, die sich in einem architektonischen Mix aus Altbestand und Neubau aufteilen. Denn Herzstück des dreiteiligen Komplexes ist jene Gründerzeitvilla, die jahrzehntelang Heimat der ÖH an der Universität Graz war.

Einerseits soll dieses Ambiente das kreative Gründerpotenzial an der Uni selbst ansprechen. Andererseits sollen Anmietungen von externen Unternehmen für einen regen Informationsaustausch sorgen. „In Sachen Innovationen bewusst über Branchengrenzen hinaus zu denken und zu handeln“ sei ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, begründet Christian Purrer, Vorstandschef der Energie Steiermark, die Kooperation seines Unternehmens mit dem Unicorn. Auch die Raiffeisen-Landesbank ist mit ihrer „Taten-Bank“ mit an Bord. „Start-ups werden darin vom Gründerservice über Förderungen bis hin zu Cloud-Services und Risiko-Kapital von Experten beraten“, erklärt Generaldirektor Martin Schaller. Gerade bei der Finanzierung und Skalierung von Start-up-Ideen sieht man auch bei der Steiermärkischen Sparkasse und im Innovations-Hub Techhouse von Eveline Steinberger-Kern den größten Bedarf. Beide unterstützen Start-ups dabei, Techhouse als direkter Unicorn-Partner.