Die Vielfalt des Lebens wird ja wohl dort am größten sein, wo man der Natur ihren freien Lauf lässt, oder? Nicht unbedingt. Denn Biodiversität braucht auch eine Vielfalt der Landschaften und Ökosysteme. Diese wird auch durch Kulturlandschaften geschaffen. Würden beispielsweise die Almen nicht gepflegt und beweidet werden, würden die offenen Wiesenflächen rasch verwalden, Berge unterhalb der natürlichen Waldgrenze wären fast ausschließlich von Wäldern bewachsen und viele Arten würden ihren Lebensraum verlieren.
Kulturlandschaft? Ja, aber die richtige!
Natürlich fördert nicht jede Form der Kulturlandschaft die Biodiversität. Eva Maria Vorwagner vom Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen weiß: „Monokultur hat auf Dauer gesehen einen negativen Effekt auf die Vielfalt des Lebens – hier kommt es meist vermehrt zu Dünger- und Pestizideinsatz.“ Ackerflächen, Rasen, Fichtenwald: die Monokultur findet sich immer wieder in unserer Umgebung. Aber zum Glück gibt es auch Positiv-Beispiele: „Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs. Faszinierend ist auch der farbenprächtige Laubmischwald – hier bieten etwa abgestorbene Äste einen Lebensraum für Käferlarven, die wieder Nahrung für Spechte sind.“ Der M. & W. Graf Biodiversitätspreis des Landes Steiermark belohnt jetzt Projekte, die Biodiversität fördern und erhalten, mit insgesamt 12.500 Euro. Machen Sie mit!