Was funktioniert bei der Aortenklappenstenose nicht?
BIRGIT ZIRNGAST:  Ist die Aortenklappe aufgrund von Verkalkung und Alterungsprozessen so verengt, dass das Blut nur noch durch ein „Knopfloch“ fließen kann, spricht man von einer Aortenklappenstenose.

Ist die Erkrankung häufig und wie bemerkt man sie?
ALBRECHT SCHMIDT: Die Aortenstenose ist die häufigste Herzklappenerkrankung. Sie tritt vor allem mit zunehmendem Alter auf, immerhin 3-5 % der über 75-Jährigen leiden an ihr, Tendenz steigend.

Mit dem katheterbasierten Herzklappenersatz gibt es ein neues, minimal-invasives Verfahren. Was sind die Vorteile?
SCHMIDT: Leider haben in der Vergangenheit 30-50 % der PatientInnen mit einer hochgradigen symptomatischen Aortenstenose die für sie erforderliche Therapie, eine neue Herzklappe, nicht erhalten. Die Gründe sind vielfältig: Neben einem zu hohen operativem Eingriffsrisiko aufgrund von Begleiterkrankungen sind das vor allem fortgeschrittenes Alter und eine allgemeine Gebrechlichkeit. Für diese Patientengruppe wurde 2007 an der Medizinischen Universitätklinik Graz erstmalig in Österreich eine Herzklappe mittels Katheter erfolgreich eingesetzt.
ZIRNGAST: Der Vorteil dieser Methode liegt vor allem darin, dass der Brustkorb nicht eröffnet wird und ein Anschluss an die Herzlungenmaschine nicht notwendig ist. Der Eingriff ist mittlerweile in Lokalanästhesie durchführbar. Betagtere und sehr kranke Patienten können so sehr schnell wieder in ihr alltägliches Leben zurückkehren.