Zum Grand Prix nach Deutschland reist das Team als klar stärkste Kraft hinter dem übermächtigen Trio Ferrari, Mercedes-Benz und Red Bull an. Sowohl in der Konstrukteurs-WM als auch in der Fahrerwertung sind die Franzosen mit ihren Piloten Nico Hülkenberg und Carlos Sainz die ersten Verfolger der Big-3. Hier am Hockenheimring hat einst Alain Prost für Renault gewonnen. Ein Namen, der an die bedeutende Rolle des Automobilherstellers erinnert, für den die Formel 1 als Krone des Motorsports im Mittelpunkt seines Innovationwillens steht.

Jabouille war es auch, der einen der imposantesten Renault-Siege überhaupt einfahren konnte. 1979 gewann der Franzose seinen Heim-GP in Dijon-Prenois und pilotierte damit erstmals in der Geschichte einen Boliden mit Turbomotor zum Sieg. Dem historischen Triumph waren harte Jahre vorausgegangen, in denen der Turbomotor ein Alleinstellungsmerkmal Renaults war, für das die Franzosen von der Konkurrenz lange belächelt wurden. Doch Renault blieb seiner Überzeugung treu und verbesserte den Turbomotor beharrlich, bis sich seine Überlegenheit auch in den Ergebnissen manifestierte. Damit waren nicht nur die skeptischen Mitstreiter überzeugt, sondern auch eine neue Ära des Grand-Prix-Sports eingeläutet. 

Renault-Motor als Weltmeister-Garant

Ebenso sicher wie Jabouille hat Alain Prost seinen Platz in der Formel-1-Geschichte. Der viermalige Weltmeister gehört zu den erfolgreichsten Piloten, die je in einem F1-Boliden saßen – und groß wurde er im Renault-Werksteam. In diesem avancierte das damalige Supertalent erst zum Podest-, dann zum Siegfahrer und schließlich zum WM-Kandidaten. Zudem fuhr Prost seinen finalen Weltmeistertitel 1993 als Williams-Pilot mit einem Renault 3.5 V10-Motor ein. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn als Motorenlieferant statteten die Franzosen neben Williams auch die Teams Benetton sowie Red Bull aus und trugen so die Legenden Prost, Nigel Mansell, Michael Schumacher, Damon Hill, Jacques Villeneuve und Sebastian Vettel zu insgesamt neun Fahrerweltmeisterschaften. Allein letzterer dominierte als Red-Bull-Pilot mit dem Renault 2.4 V8 vier Jahre in Folge die F1 und holte sich von 2010 bis 2013 durchgehend den Titel.

Zwei weitere Weltmeisterschaften gehen auf das Konto von Fernando Alonso, der das Renault-Werksteam 2005 erstmals über Fahrer- und Konstrukteurstitel jubeln ließ. Beide Triumphe wurden im folgenden Jahr erfolgreich verteidigt. Der damals jüngste Weltmeister der Geschichte krönte so seine Zusammenarbeit mit Renault, das ihn 2002 als Testfahrer verpflichtet und zum Stammfahrer aufgebaut hatte.

Nach ihrer zweiten F1-Auszeit, in den Saisonen 1986 bis 2001 sowie 2010 bis 2015 musste die Königsklasse auf ein eigenständiges Renault-Team verzichten, sind die Franzosen einmal mehr auf dem Weg zurück und werden auch am Hockenheimring weiter an ihrem Comeback auf dem Podest arbeiten. Es wäre der nächste Meilenstein in der Historie eines Automobilherstellers, der dem F1-Zirkus seinen Stempel aufgedrückt hat. Ob als Werksteam, Motorenlieferant, Talentförderer oder Technologie-Pionier.