Wie ein Feld mit überdimensionalen Maulwurfhügeln mutet die Fläche gegenüber dem Flughafengebäude des Trieste Airport in Ronchi dei Legionari an. Baumaschinen und ein Kran signalisieren große Geschäftigkeit. Die Zeit drängt. Denn hier soll bereits Mitte 2018 der Polo Intermodale, der neue Bahnhof entstehen, der mit dem Airport-Gebäude durch ein rund 300 Meter langes, überdachtes Laufband verbunden werden soll. Der Polo Intermodale ist das Herzstück der Investition von 40 Millionen Euro, die den Regionalflughafen der Region Friaul Julisch Venetien in eine neue Liga katapultieren soll.
Wie das Modell anschaulich darstellt, sollen eine Hochgarage für 500 und eine freie Parkfläche für 1000 Autos entstehen. Die überdachte Autobusstation kann 16 Busse, darunter auch die Linienbusse von und nach Triest aufnehmen und die Passagiere gelangen trockenen Fußes über das Laufband (Passarella) zum neuen Bahnhof. Von hier aus kann man Triest, Cervignano, Udine, Venedig und über Tarvis auch Österreich mit dem Zug erreichen. Mit Umsteigemöglichkeiten kommt man auch zum Hochgeschwindigkeitsnetz ab Brescia oder Bologna. Daten mit reiht sich Triest zu den acht italienischen Flughäfen ein, die einen direkten Bahnanschluss anbieten können. Eine interessante Zukunftsvision der optimalen Vernetzung.
Mit diesem Angebot möchte das Flughafenmanagement die Passagierzahlen weiter in die Höhe treiben. Schon im Vorjahr konnte das Passagieraufkommen um 15 Prozent auf 840.000 Passagiere gesteigert werden. (Zum Vergleich: In Klagenfurt waren es rund 250.000 Passagiere). Das Ziel seien eine Million Kunden innerhalb von zwei Jahren. Dass der Flughafen im Aufwind ist, zeigt der Gewinn von 300.000 Euro, der im Vorjahr erstmals ausgewiesen werden konnte.
Die Passagiere sollen durch attraktive Flugverbindungen künftig verstärkt aus den Nachbarregionen geangelt werden. Derzeit ist das Aufkommen von Gästen aus Österreich mit zwei Prozent oder 15.000 Passageren verschwindend gering. Aus Slowenien kommen zehn Prozent. Das soll sich in Zukunft ändern, möchte das Flughafenmanagement das bislang weitgehend unbekannte Angebot des Flughafens besonders in Kärnten, Slowenien und Kroatien bekannt machen.
Schon im Juni lädt das Management Reiseveranstalter und Touristiker aus Kärnten in den rund erneuerten Trieste Airport ein, um die Leistungen darzustellen, den Flughafen in Kärnten bekannter zu machen und Kooperationsmodelle mit Bus- und Reiseunternehmen zu erarbeiten. Wünsche, die aus Kärnten kommen, wolle man sehr ernst nehmen.