Die erneute Eskalation im Iran-Krieg hat die Öl- und Spritpreise wieder stark steigen lassen. Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist am Donnerstagnachmittag auf über 100 Dollar (87,7 Euro) je Barrel (159 Liter) gestiegen. Damit setzt sich der Preisanstieg angesichts der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg fort. Zuletzt kostete Diesel im österreichweiten Median bereits wieder 2,009 Euro je Liter und Benzin 1,878 Euro, geht aus Daten der E-Control hervor. Zum Vergleich: In der Woche vor Beginn des Iran-Kriegs im Februar kostete Benzin im österreichweiten Median 1,52 Euro pro Liter und Diesel 1,57 Euro. Der Medianwert ist jener Preis, der genau in der Mitte aller eingegangenen Preismeldungen liegt. Am Höhepunkt der Preisrallye Ende März lag der bundesweite Median für Benzin bei rund 1,9 Euro und für Diesel bei rund 2,2 Euro.

Die im April eingeführte 10-Cent-Spritpreisbremse, die aus Mineralölsteuer-Senkung und Margenbegrenzung bestand, wurde in den Folgemonaten immer weiter abgespeckt. Nach 1,7 Cent pro Liter im Juni beträgt die Senkung der Mineralölsteuer (MÖSt) für Juli im Rahmen einer monatlichen Verordnung nur mehr 0,8 Cent je Liter. Ende Juli muss sich die ÖVP/SPÖ/NEOS-Regierung wieder darauf einigen, wie hoch der Spritpreis-Entlastungsbeitrag ausfallen soll.

Angesichts der jüngsten Preissteigerungen werden die Rufe nach einer neuerlichen Ausweitung der Spritpreisbremse immer lauter. So pochte etwa der ÖGB zuletzt darauf, wieder eine „wirksame Margenregelung“ einzuführen.

„Da hätte man ja großen Spielraum“

ÖGB-Ökonomin Angela Pfister forderte am Donnerstagabend in der ZiB2: „Wir dürfen die hohen Preise nicht durchrauschen lassen, steigende Energiepreise sind besonders problematisch, sie schlagen auch auf die gesamte Wirtschaft durch, es ist wichtig, frühzeitig in die Preise einzugreifen.“ Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien auf breiter Front betroffen. „2026 darf nicht das Jahr der Rekordspritpreise werden, eine Entlastung ist dringend nötig.“ Es sei zudem „zu befürchten, dass die Preise weiter steigen werden“, so Pfister.

Jürgen Roth, Fachverbandsobmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer, betont im ZiB2-Gespräch indes: „Wenn man eingreifen will, dann sollte man das unbedingt auf der Steuerseite tun, von zwei Euro, die der Liter Diesel derzeit kostet, geht ja ein Euro direkt an die öffentliche Hand, da hätte man ja großen Spielraum, allein bei den 20 Prozent Mehrwertsteuer.“ Wovor Roth warnt: „Bitte nicht, den kleinen Tankstellen etwas wegnehmen, denn die sind für den Wettbewerb zuständig“, so Roth mit Verweis auf Margeneingriffe. Man dürfe nicht „jetzt den Markt beschädigen“.