Als im Herbst 2021 interne Facebook-Dokumente publik wurden, wonach der Konzern über schädliche Auswirkungen seiner Plattformen für Kinder wusste und trotzdem an einer Instagram-Version für Zehnjährige bastelte, rückte das Thema erstmals so richtig in den öffentlichen Fokus.

Es gab schon vorher Studien zu den Risiken von Social Media für Kinder, doch erst das Leak aus dem Erdkern des Silicon Valley sorgte für weltweite Beachtung. Genau zu der Zeit wurde auf EU-Ebene an der bisher größten Regulierung der Plattformen gearbeitet, im Herbst 2022 trat der Digital Services Act (DSA) in Kraft.

Dort ist der Schutz Minderjähriger angesprochen, aber nicht durch effektive Altersschranken, die nun fast überall diskutiert werden. Theoretisch könnte man das im DSA per Federstrich ergänzen, praktisch sind die komplexen, mühsam errungenen EU-Regelwerke nachträglich kaum zu ändern. Doch langsamer wird die digitale Wende nicht. Also muss die EU in diesen Fragen schneller werden.