Einer der profiliertesten Sport-Journalisten des Landes ist tot. Michael Kuhn verstarb in der Nacht auf Mittwoch in seiner „Kärntner Zweitheimat“ am Wörthersee im 89. Lebensjahr. Kuhn, 1937 geboren, sammelte im „Wiener Montag“ erste Erfahrungen im Sportjournalismus und kam 1959 als Sportchef zur eben neu gegründeten „Kronen Zeitung“ von Hans Dichand, die er über Jahrzehnte mitprägte. Zudem war er zwischen 1965 und 1993 nahezu drei Jahrzehnte als Kommentator für Fußballspiele und Skirennen im ORF tätig. Er wurde zudem mit dem Ehrentitel „Professor“ ausgezeichnet, 2015 wurde ihm auch das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich verliehen. Gegen Ende seiner beruflichen Laufbahn war Kuhn bei der Kronen Zeitung auch als stellvertretender Chefredakteur und geschäftsführender Chefredakteur des Blattes tätig, ehe er im Zwist mit Hans Dichand ausscheiden musste.

Kuhn, dessen Gattin Helga als Astrologin in diversen Tageszeitungen ebenfalls große Bekanntheit erlangte, war zudem zwischen 1997 und 2014 Präsident und ab da Ehrenpräsident der Vereinigung der Österreichischen Sportjournalistinnen und Sportjournalisten „Sports Media Austria“, die ihm 2024 auch einen Ehren-„Niki“ für sein Lebenswerk verlieh. Im selben Jahr wurde er auch bei der Wahl zu Österreichs Journalisten des Jahres mit einem Preis fürs Lebenswerk geehrt. Auch in der internationalen Sportjournalistenvereinigung AIPS war er lange Jahre als Finanzchef und Vorsitzender der Ethikkommission ein weltweit geachtetes aktives Mitglied. Er hinterlässt neben Helga auch Tochter Bettina aus erster Ehe.

Kuhn mit dem „NIKI“ fürs Lebenswerk zwischen SMA-Ehrenpräsident Hans-Peter Trost und Präsident Michael Schuen
Kuhn mit dem „NIKI“ fürs Lebenswerk zwischen SMA-Ehrenpräsident Hans-Peter Trost und Präsident Michael Schuen © GEPA pictures/Hans Oberländer