Bei ihren vorherigen massiven Angriffen auf den Iran hatten die USA zuletzt nicht nur militärische Ziele attackiert, sondern nach iranischen Medienberichten auch Infrastruktur, die auch zivilen Zwecken dient, beschädigt. Bis Freitagfrüh bombardierte das US-Militär eine Reihe von Zielen. Nach iranischen Angaben wurden Brücken, ein Flughafen und Infrastruktur der Seefahrt getroffen.

Der iranische UNO-Botschafter hatte daraufhin erklärt, die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur stellten Kriegsverbrechen dar. Das US-Militär erklärte dagegen, man habe Dutzende "militärische Ziele" getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung.

Ein hochrangiger Militärberater des obersten iranischen Führers Mojtaba Khamenei drohte indes mit einer großangelegten Offensive, sollten die US-Angriffe länger als zwei oder drei Tage dauern. "Der Iran wird sich nicht mehr mit Gegenangriffen begnügen, und keine Grenze wird sicher sein", zitierte das iranische Staatsfernsehen am Freitag den Berater Mohsen Rezai.

Die Angriffe brachten den Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz fast wieder zum Erliegen. Daten des Anbieters Kpler zufolge vom Freitag passierten am Donnerstag lediglich acht Schiffe die Meerenge. Dies stelle den niedrigsten Wert seit drei Wochen dar, hieß es in einem Post von Kpler auf der Plattform X. Am Mittwoch seien es noch 15 Durchfahrten gewesen. Vor zwei Wochen lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormuz.