Fahle Gesichtsfarbe, schütteres, graues Haar und ein Bauch: So zeigt sich Tom Cruise in seinem neuen Film „Digger“. Tom Cruise hat ja schon einige Male seinen Typ für einen Film verändert, etwa für Oliver Stones „Geboren am 4. Juli“ oder für eine absurde Nebenrolle in der absurden Komödie „Tropic Thunder“, aber einen solchen Imagewechsel hätten nur wenige erwartet. Grund dafür ist wohl der Regisseur des Films Alejandro G. Iñárritu. Der Mexikaner galt als Genie und schlug 2014 in Hollywood auf. Mit „Birdman“ gab er unter anderem der Karriere von Michael Keaton einen Boost. Ein Jahr später drehte er „The Revenant“, der seinem Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio endlich den lange ersehnten Oscar bescherte.

Das Filmplakat zu „Digger“
Das Filmplakat zu „Digger“ © IMAGO/Warner Bros.

„Digger“, der im Oktober seine Premiere feiern wird, ist zugleich das Comeback von Iñárritu. Der erlebte nach „Revenant“ eine Krise, war ausgebrannt. Seither brachte er nur einen Film heraus, wobei der spanischsprachige „Bardo“ von der Kritik flächendeckend vernichtet wurde: ein selbstgefälliges, bizarres Spektakel.

Der neue Film soll den Regisseur wohl rehabilitieren. Die Komödie „Digger“ handelt vom superreichen Unternehmer Digger Rockwell. Die Bohrarbeiten seines Unternehmens in Grönland sorgen für eine Naturkatastrophe, die die ganze Welt bedroht. Nun muss er ausrücken, um die Welt zu retten, die er selbst an den Abgrund führte. Man darf spekulieren: Warf sich Cruise in das ungewöhnliche Abenteuer, weil er endlich einen Oscar gewinnen möchte? In dem Film wimmelt es vor Stars: Der nach seiner Erschlankung auch kaum zu erkennende John Goodman spielt den US-Präsidenten, Jesse Plemons, Sandra Hüller, Riz Ahmed, Emma D‘Arcy und Michael Stuhlbarg sind in weiteren Rollen zu sehen.