Bei der Farbe Rot sieht er buchstäblich rot, fängt an zu schnauben wie ein Stier in der Arena und beginnt seine Messer zu wetzen: Dominik Kaschke ist der Koch Horst, einer der Mörder, die sich im Stück „Halbpension mit Leiche“ in einer Selbsthilfegruppe à la Anonyme Alkoholiker zusammengefunden haben. Die Erfolgskomödie des deutschen Autorenkollektivs „Die Acht“ rund um die Krimiautorin Tatjana Kruse ist auch bei den Komödienspielen Porcia ein Garant für Lachtränen und ein begeistertes Publikum, wie die Premiere am Donnerstag zeigte. Regisseurin Susi Weber setzt bei der rasanten Boulevardkomödie auf das spielfreudige Ensemble und in bewährter Manier auf Slapstick - mit Drehtür, Stufen, über die immer wieder gestolpert wird und Torten, die im Gesicht landen.
Die schwarzhumorige Szenenfolge hat es in sich: Als Resozialisierungsprojekt eröffnen die fünf scheinbar geheilten Mörder eine Pension. Und ihre Therapeutin und deren Mann sind die ersten Gäste. Sie weiß, „welche klitzekleinen Knöpfe“ sie drehen muss, um ihre Patienten zu triggern: Da ist Tantchen Schröder (herrlich überdreht: Ninja Reichert), die es nicht ertragen kann, Menschen traurig zu sehen und sie lieber vergiftet, die resolut-hysterische Bardame Pretty Wummen (Katharina Gerlich), die keinen Alkohol riechen kann, Jayashree (Veronika Petrovič), die gegen Tierquäler vorgeht und Ingolf mit seiner Phobie vor Schmutz und Keimen (Johannes Sautner). Doch auch die „coole“ Therapeutin (Clara Diemling) führt Böses im Schilde, will sie doch ihren unbedarft wirkenden Mann (Klemens Dellacher) loswerden. Die Chaostruppe agiert schließlich völlig kopflos, als plötzlich die Leiche der Therapeutin in der Lobby sitzt und gleichzeitig ein Hotelprüfer (Markus Tavakoli) den Betrieb bewerten will.
Turbulenter Spaß
An die feine Klinge eines Klassikers wie „Arsen und Spitzenhäubchen“ kommt „Halbpension mit Leiche“ zwar nicht heran, ein turbulenter Spaß für alle, die sich an TV-Krimis schon sattgesehen haben, ist die Krimikomödie dennoch.