Der „soziale Zusammenhalt“ wird gerne beschworen, gegen die „soziale Kälte“ wolle man vehement vorgehen. Doch wenn man diejenigen fragt, die es wissen müssen, erkennt man: Ausgerechnet dort, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird, spart man. Dass das Eggerheim seine Tagesstätte aus Geldmangel bereits einschränken musste und generell – trotz höherem Bedarf – immer mehr um die Zukunft bangen muss, ist ein politisches Versäumnis.
Wohnungslosigkeit verschwindet nicht, wenn man sie ignoriert. Sie wird größer. Die Zahl der Hilfesuchenden hat sich innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt. Gleichzeitig nehmen Hitzewellen zu, die für obdachlose Menschen lebensgefährlich sein können. Wer keine Wohnung hat, kann der Hitze nicht entkommen. Wer da bei den Hilfsangeboten spart, spart am falschen Ende.
Es kann und darf nicht sein, dass eine für ganz Kärnten einzigartige Einrichtung zu einem großen Teil von Spenden abhängig ist. Nothilfe ist keine Wohltätigkeit, sondern Teil der öffentlichen Aufgaben einer Regierung. Diese Verantwortung darf nicht an Ehrenamtliche und Spender delegiert werden. Jede politische Sonntagsrede über Menschlichkeit verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn gleichzeitig jene Einrichtungen um ihre Existenz kämpfen, die Menschlichkeit Tag für Tag leben.