Europa verfüge hingegen über enorme technologische und industrielle Kapazitäten und habe sichere und geschützte Produktionsstandorte, die zur Ausweitung der Fertigung beitragen könnten.
"Die Ereignisse hier und in anderen Teilen der Welt haben uns gezeigt, wie wichtig es für unsere Sicherheit ist, einsatzerprobte Drohnensysteme schnell und in großer Stückzahl bereitstellen zu können", sagte sie mit Blick auf die Kriege in der Ukraine und im Iran. Ziel des "Drohnen-Deals" sei es, die nötigen Impulse zu geben, um Investitionen und Produktion entscheidend zu steigern.
Von der Leyen kündigte zudem an, dass die EU aus ihrem 90 Milliarden Euro schweren Finanzhilfepaket für die Ukraine eine weitere Milliarde Euro für die Beschaffung von Drohnen ausgezahlt habe. Diese Milliarde kommt zu den 3,9 Milliarden Euro hinzu, die bereits im Juni für diesen Zweck überwiesen wurden. Eine weitere zweistellige Milliardensumme für die Finanzierung von weiteren Drohnen, Marschflugkörpern und Kampfjets soll noch folgen.
Neben der EU-Kommissionspräsidentin trafen auch mehrere Staats- und Regierungschefs aus Südosteuropa in Kiew zu einem Gipfel ein. Es gehe darum, das politische Zusammenspiel und die Kooperation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich zu stärken, teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit.
Die Ukraine dürfte unterdessen nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj das US-Luftabwehrsystem Patriot bis zum Jahresende selbst herstellen können. Er rechne damit, dass sein Land bis dahin technisch dazu in der Lage sein werde, sagte Selenskyj am Mittwoch vor Journalisten. Die Ukraine verfüge zudem über einen Entwurf für eine Startrampe und eine Rakete für das europäische Raketenabwehrprojekt Freyja.
Eine neue geplante EU-Einigung sieht indes vor, dass sich wehrfähige Ukrainer einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nach dem Willen der Mitgliedsländer nicht mehr so einfach Zuflucht in der EU finden. Es sollen dann nur noch diejenigen von vereinfachten Aufnahmeregeln profitieren, die ihren Wehrdienst in der Ukraine geleistet haben oder freigestellt sind, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte. Die grundsätzliche Einigung soll demnach in den kommenden Wochen formal beschlossen werden.
Die Änderung würde nur bei Männern Anwendung finden, die neu in die EU kommen. Nach dem Willen der EU bliebe ihnen künftig nur die Möglichkeit eines Asylantrags, sie hätten also deutlich geringere Aussichten auf Schutz und eine Aufenthaltserlaubnis.