Mit Spannung erwartete die Jazz-Community die aktuelle Ausgabe des US-Jazzmagazins „Downbeat“. Da erstellt eine internationale Schar von Jazzspezialisten und -journalistinnen jedes Jahr die „Critics Poll“, eine Rangliste der wichtigsten Musikerinnen und Musiker. Der Tenorsaxophonist James Brandon Lewis wird darin mit großem Abstand als wichtigster seiner Zunft eingestuft. Sein neues Album „Abstraction is deliverance“ (Intakt) landete in der Kategorie „Album of the year“ auf Platz vier. Das bisher sanfteste und schönste, sind sich Kritiker einig. Lewis’ Ton ist etwas anders, aber Stil und Spirit erinnern sehr stark an den großen John Coltrane. Dazu trägt aber auch das großartige Quartett mit dem Jazzpianisten Aruán Ortiz, Brad Jones (Bass) und Chad Taylor (Schlagzeug) bei. Brandon Lewis wird am Samstag den ersten Abend der Jazzhochburg auf Burg Glanegg beschließen.
Davor versucht der großartige Trompeter Lorenz Raab mit seiner Band, zu der auch der Kärntner Gitarrist Primus Sitter zählt, Miles Davis‘ legendäres Album „In a silent way“ weiterzudenken. Dazwischen passt der große Italiener Gianluigi Trovesi mit seinem Quartett. Trovesi findet sich in der Downbeat-Rangliste in der Kategorie „Klarinettist of the year“ immerhin noch auf Platz 23. Er bietet eine unwiderstehliche Mischung aus italienischer Folklore, zeitgenössischer Musik und Jazz.
Für den zweiten Abend im Bambergsaal Villach (22. Juli) ist es Mr. Kulturforum Hans Jalovetz gelungen, einen weiteren absoluten Topstar der Szene, nämlich Saxophonist Isaiah Collier und sein Quartett mit deren Coltrane-Programm zu gewinnen. Da ist dann eine deutlich härtere Gangart zu erwarten als bei Brandon Lewis. Collier firmiert bei Downbeat nur fünf Plätze hinter Brandon Lewis. Davor ist der Austrian Trumpet Summit mit dem Kärntner Daniel Nösig zu hören.
Am letzten Abend im Amthof Feldkirchen (25.7.) ist der große französische Bassist Henri Texier der Star – changierend zwischen Tradition und Moderne. Davor zwei ungewöhnliche Duoprojekte, zuerst die beiden italienischen Akkordeonisten Antonello Salis und Simone Zanchini, danach der US-Baritonsaxophonist Alex Harding und der rumänische Pianist Lucian Ban.