Die vom Iran-Krieg und höheren Energiepreisen angefachte Inflation in den USA hat sich stärker abgeschwächt als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni nur um 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 3,8 Prozent gerechnet, nach einer Teuerungsrate von 4,2 Prozent im Mai.
Die anhaltend erhöhte Inflation könnte die US-Notenbank Federal Reserve in Zugzwang bringen. Sie muss laut Direktoriumsmitglied Christopher Waller die Leitzinsen möglicherweise bald anheben, sollte die Teuerung weiterhin deutlich über dem Ziel der Fed von 2 Prozent verharren.
Im Fokus der US-Notenbank
Die sogenannte Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel sank ebenfalls im vergangenen Monat - und zwar auf 2,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im Mai. Sie bildet den zugrunde liegenden Inflationstrend gut ab und wird daher von der Fed besonders stark beachtet. Die Zentralbanker hatten den Leitzins im Juni auf der ersten Sitzung unter Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert.