In der Osteria mitten im Karst, wo die Terran-Reben fast bis zur Haustüre wachsen, schmeckt man noch den altösterreichischen Einfluss. Schon lange gehört das Gebiet, nahe der slowenischen Grenze, nicht mehr der K.-u.-k.-Monarchie an, aber Palatschinken, Kalbsbraten, Spinat und Kifel haben die Zeiten überdauert und sie werden noch genauso köstlich zubereitet, wie eh und je.

Im Sommer, wenn die Tische auf der schattigen Terrasse zum Verweilen einladen, ist es hier besonders gemütlich. In der kühleren Jahreszeit muss man in einem eher finsteren Gastraum Platz nehmen und mit dem spröden Charme der Hausfrau zurechtkommen. Warum man den Sardoč dennoch empfehlen kann? Das Haus bietet exzellente und authentische Karstküche, die man nur noch selten in dieser Qualität bekommt.

Das beginnt bei den Crespelle. In den hauchdünnen Palatschinken verbirgt sich eine Creme aus Radicchio, übergossen sind sie mit Bratensaft, der das Ganze zu einer außergewöhnlichen Köstlichkeit macht. Der Salat ist knackig und frisch, wie überall in Italien. Wir freuen uns über die Bohnen, die sich darin tummeln. Auf einem üppigen Rucolabett mit gehobeltem Parmesan sind zahlreiche Scheiben von gut abgelegenem Rindfleisch gestapelt.

Dass Chefkoch Ranco ein Meister des Grills ist, sieht man sofort. Die Tagliata ist außen schön knusprig braun, innen rosig. Sein Geheimnis: Er nimmt nur das beste Holz für seinen Grill, denn das macht den Geschmack erst aus.

Zart und köstlich ist der Kalbsbraten in der eigenen Sauce. Dass sie hausgemacht und ohne Zusatzstoffe ist, schmeckt man sofort. Das angebotene Pferdefleisch lassen wir links liegen. Spinat ist in den Karst-Osterien meist eine Köstlichkeit für sich. Frisch und gehackt und doch cremig, ist er perfekt gelungen.

Weil wir schon die letzten Gäste sind, können wir der Schokoladencremetorte nur neidvoll hinterhersehen, das letzte Stück hat sich der Sitznachbar geschnappt. Das selbstgemachte Haselnuss-Semifreddo mit Karamellcreme dürfte der Torte aber um nichts nachstehen. Wieder sind es die Palatschinken, diesmal mit Marmelade, die begeistern.

Von guter Qualität ist der Terran, ein süffiger Hauswein. Daraus macht die Hausfrau einen Likör, der schön nach Weihnachten schmeckt.

Übrigens, es gibt in der Nähe noch einen Sardoč, doch der ist viel größer und in Prečenico, ist aber auch zu empfehlen. Sardoč bürgt für Qualität.