Spektakuläre Action und Strandfeeling versprach das internationale Footvolley-Turnier Anfang Juni auf dem Grazer Freiheitsplatz. Die besten Männer-Teams der Welt lieferten sich spektakuläre Ballwechsel, atemberaubende Tricks und sportliche Höchstleistungen. Was am Rande passierte, ist aber weniger erfreulich: Die Kriminalpolizei ermittelt wegen möglicher Todesdrohungen, die sich gegen den schwedischen Spieler Rufus Wiena richteten.
Er habe gerade den Court verlassen, nachdem er gegen die israelischen Vertreter verloren hatte, schildert der schwedische und nordische Footvolley-Champion der Tageszeitung „Dagens Nyheter“, da bemerkte er, dass er Anrufe seiner Freundin versäumt hatte. „Hast du gesehen?“, fragte sie, nachdem er sie zurückgerufen hatte. „Sie schreiben, sie würden dich kriegen. Du musst von den Israelis weg. Jetzt!“ Aus Angst um sein Leben habe er Graz überstürzt verlassen und sei sofort nach Hause geflogen.
Wiena ist nicht nur Sportler, sondern arbeitet auch als Magier und als Vortragender. In der Szene sind er und sein griechischer Partner bekannt für ihr politisches Engagement für die Zivilbevölkerung in Gaza und in der Westbank. Im Zeitungsartikel ist er mit Kufiya, dem charakteristischen palästinensischen Tuch, abgebildet.
In seinem ersten Match im Grazer Turnier wurden er und sein Partner ausgerechnet gegen ein israelisches Team gelost. „Einer der Spieler hat 25.000 Follower und er hat eine Story gepostet, in der er fragte, was man mit so jemandem wie mir machen sollte“, erzählt er. „Poste ein Foto, und wir kümmern uns um ihn“, sei die Antwort gewesen. Nach dem Spiel habe sich der Israeli für die „kreativen Tipps“ der Fans bedankt – da war Wiena schon auf dem Heimflug.
Eigentlich wollte er seinen im Vorjahr gewonnenen schwedischen und nordischen Titel heuer verteidigen. So sicher ist er da nicht mehr: „Ich will nicht mit einem Sport in Verbindung gebracht werden, der solches Verhalten toleriert.“ Auf seiner Homepage hat er Screenshots der Drohungen und seine – enttäuschenden – Kontakte mit Verantwortlichen in seinem Sport dokumentiert.
In Schweden und in Graz hat er Anzeige erstattet. „Das Kriminalreferat der Stadtpolizeikommandos führt in dieser Causa aktuell Ermittlungen“, bestätigt Polizeisprecher Markus Lamb. Der Vorfall werde parallel auch von den schwedischen Kollegen untersucht. Da sich aber Opfer und Tatverdächtiger im Ausland aufhalten, sei eine niederschriftliche Einvernahme derzeit nicht möglich. Demnächst erfolge eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft.