Auch Pumas haben eine Morgenroutine. Gegen 6 Uhr heißt es für die vier Berglöwen in der Tierwelt Herberstein jedenfalls aufstehen und Futter fassen. Heute auf dem Speiseplan: Rindfleisch. „Die Pumas haben zwei Fasttage in der Woche, weil sie ja auch in der freien Wildbahn nicht immer Futter finden“, erklärt Tierpflegerin Sonja Hierzer in Richtung Kamera – heute wird gefilmt.
Denn eine der Raubkatzen trägt nicht nur den Namen eines großen Fußballers – nein, Puma Pele erreichte vor vier Jahren auch wegen seiner dramatischen Geschichte mediale Berühmtheit. Ob in „Der Spiegel“ oder in „Die Zeit“ – sein Schicksal bewegte.
Der verwahrloste, abgemagerte Puma wurde am 15. März 2022 bei einer Verkehrskontrolle der Polizei in der Oberpfalz entdeckt. Ein Mann hatte ihn offenbar aus Tschechien mitgebracht, um ihn als Haustier zu halten. Er transportierte die Raubkatze in einer Holzkiste mit seinem Kleinwagen. So landete der Puma schließlich in der Reptilienauffangstation München.
„Die Polizei war natürlich ratlos, wer hat schon schnell einmal Platz für einen geschwächten Puma?“, erinnert sich Gerhard Beer, Redakteur bei „OTV“, das für den Bayerischen Rundfunk Regionalbeiträge aus der Oberpfalz produziert.
Beer war bereits bei den ersten Berichten über Pele im Einsatz. „Unser Sender feiert 30. Geburtstag, deswegen gibt es die besten 30 Geschichten“, erklärt er, warum er mit Kameramann Heiko Schmidt in die Oststeiermark gereist ist.
Und Peles Geschichte zählt eindeutig zu den bewegendsten des Senders. Nicht nur das Interesse am Schicksal des Pumas war groß, sondern auch die (unerwartete) Spendenfreude der Zuschauerinnen und Zuschauer. „Es kam wirklich sehr viel Geld zusammen, um die Reptilienauffangstation in München bei der Pflege des Pumas zu unterstützen. Und das, obwohl es keinen Aufruf dazu gab“, erklärt Beer.
In mehreren Talkformaten, Nachrichtenbeiträgen und einem Film will man daher die Geschichte von Pele nachzeichnen. Die Ausstrahlungstermine stehen allerdings noch nicht fest.
Zu Wort kommen unter anderem die Polizisten, die die Raubkatze damals in dem Kleinwagen entdeckt haben, der Leiter der Reptilienauffangstation in München, Karin Winkler von der Geschäftsleitung der Tierwelt Herberstein sowie Tierpflegerin Sonja Hierzer.
Denn nach einem Bewerbungsverfahren stand 2022 wenige Wochen später fest, dass Pele in die Tierwelt Herberstein umziehen wird. Karin Winkler von der Geschäftsleitung: „Wir hatten damals ja nur Weibchen Missoula, weil kurz zuvor Puma Seal gestorben ist. Außerdem konnten wir mit unserem 3500 Quadratmeter großen, artgerecht gestalteten Gehege überzeugen.“
„Katze bleibt eben Katze“
Mittlerweile hat sich Pele bestens eingelebt – mit dem Geschwisterpaar Alany und Aaron wurde das Puma-Quartett komplett. Auch wenn es Pele bei seiner Übersiedelung vor vier Jahren spannend machte und erst mit einigen Tagen Verspätung in die Oststeiermark kam, weil er sich schlicht weigerte in die Transportbox zu gehen. Karin Winkler brachte es damals treffend auf den Punkt: „Egal, ob groß oder klein, Katze bleibt Katze.“