Deutscher Adel trifft Maharadscha-Dynastie: Mit einer festlichen Zeremonie in der katholischen Pfarrkirche Pauli Bekehrung in Bad Aussee haben Gräfin Marie von und zu Eltz und der indische Royal Dhruv Raj Singh am Wochenende ihre Hochzeit gefeiert. Die mehrtägigen Feierlichkeiten verbanden katholische und hinduistische Traditionen - und machten die Hochzeit zu einem außergewöhnlichen Fest der Kulturen.
Nach der standesamtlichen Trauung mit indischen Zeremonien am Donnerstag bildete die kirchliche Hochzeit am Samstag vor der malerischen Kulisse von Bad Aussee den Höhepunkt des Festes. Der Gottesdienst wurde in deutscher und englischer Sprache abgehalten. Nach der katholischen Trauung spendete der hinduistische Gelehrte Acharya Akhilesh dem Brautpaar einen vedischen Segen mit traditionellen Gesängen und Mantras.
Außergewöhnliche Verbindung
Die Verbindung gilt als außergewöhnlich: Mit der Ehe treffen eine der ältesten deutschen Adelsfamilien und eine traditionsreiche indische Fürstendynastie aufeinander. Die Familie von und zu Eltz zählt zu den ältesten Adelsgeschlechtern Deutschlands. Stammsitz ist die Burg Eltz in Rheinland-Pfalz, die sich seit dem 12. Jahrhundert im Familienbesitz befindet und heute zu den bekanntesten historischen Bauwerken des Landes gehört.
Dhruv Raj Singh stammt aus der Rajputen-Dynastie von Jaipur. Die ehemalige Herrscherfamilie prägte über Jahrhunderte die Geschichte des einstigen Fürstenstaates im heutigen Bundesstaat Rajasthan. Zu ihrem Besitz zählen bis heute unter anderem der City Palace von Jaipur, weitere historische Immobilien sowie Hotel- und Ländereien. Das Vermögen der Familie wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.
Feierlichkeiten standen ganz im Zeichen zweier Kulturen
Entsprechend spiegelte auch die Gestaltung der Feier beide kulturellen Wurzeln wider. Für die kirchliche Trauung am Samstag war die Kirche in Bad Aussee mit farbenfrohen Sommerblumen geschmückt. Der Bräutigam erschien in einem traditionellen Zweiteiler, den er mit einem Turban in Regenbogenfarben kombinierte. Die Braut trug ein klassisches weißes Kleid aus edler Seide mit fließender Schleppe und einer eng anliegenden Corsage mit geradem Ausschnitt. Ein Diamantcollier sowie ein Spitzen-Schleier rundeten den Brautlook ab.
Nach der kirchlichen Trauung folgte am Samstagabend ein großes Fest mit rund 400 Gästen. Die Hochzeitsgesellschaft wurde zu einem eigens errichteten Festzelt nahe der Ramsau-Skiliftanlage gebracht, wo das Brautpaar den Abschluss der mehrtägigen Feierlichkeiten gemeinsam mit Familie und Freunden beging.
Am Abend wechselte das Paar die Garderobe. Dhruv Raj Singh entschied sich für einen schwarzen Festanzug, während Gräfin Marie in einem zartgelben Kleid erschien. Auch die Frisur der Braut änderte sich zum Empfang: Statt der eleganten Hochsteckfrisur der Trauung trug sie ihre Haare offen über den Schultern. Eine auffällige Blütenkette ergänzte den festlichen Abend-Look.
Europäische Adelsfamilien und Vertreter indischer Fürstenhäuser unter Gästen
Zu den Hochzeitsgästen zählten zahlreiche Vertreter europäischer Adelsfamilien sowie Angehörige ehemaliger indischer Fürstenhäuser. Unter den Trauzeugen des Bräutigams befand sich Maharadscha Padmanabh Singh von Jaipur. Ebenfalls anwesend war Prinz Jaime de Borbón-Dos Sicilias, Herzog von Noto.