Zweidimensionale Quantenmaterialien sind ultradünne Materialien, mit deren Hilfe man die Elektronik in Zukunft revolutionieren will. Anna Galler forscht an der TU Graz, wie man die Eigenschaften dieser nur aus einer oder ganz wenigen Schichten Atome bestehenden Materialfolien besser simulieren kann.

„Diese Materialien sind sehr vielversprechend – erstens, weil sie mechanisch flexibel sind. Zum Beispiel für biegsame Displays oder vor allem für medizinische Anwendungen, Stichwort ,wearable electronics‘ oder sogar für Implantate. Außerdem kann man mit ihnen als Quantensensoren auch ganz sensible Ströme oder Magnetfelder messen, zum Beispiel auch Hirnströme.“

ASTRA-Award für Spitzenforschung

Für theoretische Grundlagenforschung, die in Zukunft die Herstellung solcher Materialien ermöglichen soll, hat Galler vor Kurzem einen ASTRA-Award des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF erhalten. Als Jugendliche hatte die gebürtige Südtirolerin zunächst keinen konkreten Berufswunsch.

„Im Gymnasium habe ich mich für viele Dinge interessiert, für Physik schon, und für Mathematik. Die Genauigkeit hat mich immer fasziniert und dass man Naturphänomene mit der Physik genau erklären kann, aber auch Geisteswissenschaften und Literatur. Daher habe ich mich eher schwer getan, ein Studium zu wählen. Am Ende ist es eben die Physik geworden.“

Begeisterung für Quantenmaterialien entstand im Studium

Die Begeisterung für ihr Spezialgebiet Quantenmaterialien entdeckte Galler während des Studiums an der Technischen Universität Wien. Ihre Masterarbeit schrieb sie bereits über magnetische Quantenmaterialien. Nach der Dissertation über Methodenentwicklungen auf dem Gebiet vertiefte sie ihre Kenntnisse bei einem Postdoc-Studium an der École Polytechnique in Paris und einem weiteren Auslandsaufenthalt am Max-Planck-Institut in Hamburg.

Derzeit ist Galler gerade wieder für zwei Wochen in Paris. Aufgewachsen im zweisprachigen Bozen, fiel ihr das Französischlernen für den ersten Studienaufenthalt seinerzeit nicht schwer. Im Ausland wird sie wohl noch öfter unterwegs sein. Kinder hat sie noch keine: „Auslandsaufenthalte lassen sich halt eher schwer damit vereinbaren.“