Wie man es zuwege bringt, alleinerziehende Mutter zu sein und in der Spitzenforschung tätig zu sein, beweist Bettina Könighofer. Zuletzt bekam die Informatikerin und Mutter von zwei Kindern im Alter von neun und elf Jahren einen der begehrten ASTRA-Preise des Österreichischen Wissenschaftsfonds zuerkannt, der ihr für die kommenden Jahre die Forschung an sogenannten Schutzschilden ermöglicht, die dafür sorgen sollen, dass autonome KI die richtigen Entscheidungen trifft.

„Das Schild ist eine Art Monitor. Es schaut sich die ganze Zeit an, was in der Umwelt gerade passiert. Nehmen wir ein Auto her. Wo sind Fußgänger, wie ist die Verkehrssituation? Die KI würde gerne beschleunigen. Hier schaltet sich das Schild dazwischen und kontrolliert, ob das auch sicher ist.“ Das Schild könne auch überprüfen, ob alle vorgegebenen Regeln eingehalten werden, etwa Gesetze oder Fairness-Parameter in anderen KI-Anwendungsbereichen, erklärt Könighofer.

Kinder und Beruf unter einem Hut

Um in derart lichte Höhen der Forschung zu kommen, musste sie acht Jahre lang Kinder und Beruf unter einen Hut bekommen. Dass das geklappt hat, hat sie unter anderem ihrer Mutter in Knittelfeld, Freunden und ihrem Arbeitgeber TU Graz zu verdanken. „Wir haben einen Kindergarten am Campus, die Nano-University. Dort wird man extrem unterstützt.“

„Wir haben auch ein tolles Netzwerk mit zwei anderen alleinerziehenden Müttern, auch Professorinnen, wo wir uns gegenseitig geholfen haben, etwa bei Dienstreisen.“ Die Kinder seien praktisch auf der Uni aufgewachsen, erzählt sie, was sich unter anderem im großen Interesse ihrer Kinder an technischer Forschung ausgewirkt hat.

Tischtennis als neues Hobby

Die gebürtige Obersteirerin lebt seit ihrem Studium in Graz. Neben Arbeit und Kindern blieb ihr in den letzten Jahren wenig Zeit für andere Dinge. Das soll sich jetzt ändern: „Die Kids sind irrsinnig selbstständig, ab heuer können beide die Öffis verwenden.“ Ab Herbst würde sie gerne in einem Tischtennisverein als Hobby-Spielerin anfangen. „Ich spiele sehr gerne mit den Kindern im Hof, und leider gewinnen inzwischen beide gegen mich. Da muss ich wieder gegensteuern.“