Donald Trump war ein hervorragender Wahlkämpfer. Er war einer, der echte Hoffnung schürte. 2024 versprach er mehrmals, keine neuen Kriege zu führen. Stattdessen wolle er bestehende beenden. Für einen US-Präsidenten ein hehres sowie ungewöhnliches Ziel. Über Jahrzehnte hatten die USA ihre Stärke in der Außenpolitik auch mit Waffengewalt demonstriert. Trump, der Kandidat, gelobte einen Kurswechsel. Trump, der Präsident, will davon aber nichts wissen.

Die US-Außenpolitik schlafwandelt im Iran-Krieg vor sich hin. Es gibt keine klare Linie und auch die Ziele scheinen längst außer Reichweite. Trump stört das nicht. Er macht weiter. Auf Friedenserklärung folgt Eskalation, auf Aussprache folgen Raketen, auf Zusicherungen folgen Angriffe. Die Straße von Hormuz sei laut seiner Erzählung frei, der Ölpreis und die Weltwirtschaft widersprechen ihm.

Trump wird zum Kriegspräsidenten

Trump hat sich nie um Fakten und Absprachen gekümmert. Den Iran greift er auch ohne Ermächtigung des Kongresses an. Ein Bruch mit der Verfassung, der den Oberbefehlshaber der Streitkräfte eben so egal ist, wie seine Versprechen an seine Wählerinnen und Wähler. Trump, der Kandidat, träumte davon, ein Friedenspräsident zu werden. Noch dazu einer, der die amerikanische Wirtschaft voranbringt und sich um keine Nebenschauplätze kümmert. Trump, der Präsident, hat sich verlaufen und die Welt und sein Land ins Chaos gestürzt.