Wer derzeit am Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See einen Parkplatz sucht, braucht vor allem eines: Glück. Problematisch sei das besonders für Berufspendler. „Die Parkplätze sind schon um 7 Uhr morgens vollständig belegt“, meldet sich eine Leserin.
Dass die Auslastung am Bahnhof „durchwegs sehr hoch“ ist, bestätigt auch ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel. Daher gebe es auch bereits „weit fortgeschrittene“ Planungen zur Erweiterung der Park&Ride -Anlagen, die derzeit rund 239 Stellplätze hat. 70 zusätzliche Stellplätze sollen entstehen. „Aktuell wird die Ausschreibung zur baulichen Umsetzung vorbereitet“, so Zernatto-Peschel weiter. Nach der Fertigstellung ist die gesamte verwertbare ÖBB-Grundstücksfläche für die Stellplätze ausgenutzt. Genauere Details zum Projekt werden dann mit dem Baustart bekannt gegeben. Die vergrößerte Anlage wird bis Ende des Jahres 2026 fertiggestellt.
Wie sieht es beim Bahnhof St. Paul im Lavanttal aus? Zernatto-Peschel: „Die Park&Ride-Anlage in St. Paul ist eine der größten Anlagen in Kärnten mit 495 Stellplätzen. Die Auslastungserhebungen im ersten Quartal 2026 zeigen einen durchschnittlichen Auslastungsgrad von rund 80 Prozent.“ Die derzeitige Richtlinie sehe eine Erweiterung der Anlage nicht vor, „da zunächst die Förderung aktiver Mobilität und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im Zubringerbereich umgesetzt werden soll, bevor eine Anlagenerweiterung geprüft wird.“
Zur Park&Ride-Strategie bei den ÖBB
Die ÖBB verfolgen beim Ausbau der Park&Ride-Anlagen nämlich „eine mehrstufige Strategie, die darauf abzielt, den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr zu erleichtern und die Reisekette für Pendler attraktiver und komfortabler zu gestalten.“ Auch in ländlichen Bereichen stehe die Erreichbarkeit der Bahnhöfe mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Vordergrund, weshalb in enger Abstimmung mit den Verkehrsverbünden die Anbindung mit Bussen und Mikro-ÖV forciert wird.
„Seit Dezember 2023 wurde in der Region ein Taktverkehr bei den Regionalbussen umgesetzt, der den Bahnhof Kühnsdorf als Anknüpfungspunkt in der Wegekette forciert“, so Zernatto-Peschel und weiter: „Außerdem kommt es zu laufenden Evaluierungen des Bedarfs. Es sind – in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund – in der Region weitere Ausweitungen in Planung, die es bereits ab Herbst ermöglichen sollen zusätzliche Züge mit idealer Umstiegszeit zu erreichen.“
Auch die Anbindung mit Geh- und Radwegen sei sehr wichtig. Zernatto-Peschel: „Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern daran, die Anreise zum Bahnhof ohne Auto möglichst einfach zu gestalten.“ In Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten und dem Verkehrsverbund seien die Anbindungen der Bahnhöfe in Kärnten – auch in Kühnsdorf und St. Paul – mit Bussen und Mikro-ÖV wie dem Postbus Shuttle auch in der Region Klopeiner See deutlich verbessert worden. Der Ausbau der Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr und die Förderung dieser aktiven Mobilität reduzieren die Abhängigkeit vom Pkw weiter. „Deshalb sind wir mit den Gemeinden und dem Land im Gespräch, um auch die Anbindung mit Geh- und Radwegen laufend weiter zu verbessern“, so Zernatto-Peschel.