In Erinnerung ist vielen noch der gewaltige Waldbrand im Lesachtal im April und Mai dieses Jahres. Allein an diesem Wochenende brannte es in drei anderen Wäldern in Kärnten und Osttirol.

Noch immer kein Brandaus in Osttirol

Schon am Freitagnachmittag wurden die Einsatzkräfte in Virgen in Osttirol alarmiert, das ganze Wochenende über wurde dort mit hunderten Einsatzkräften und sieben Hubschraubern gegen den Waldbrand gekämpft. Auch Bauern halfen mit ihren Güllefässern aus.

Am Samstag war der Brand unter Kontrolle, den gesamten Sonntag über wurden allerdings noch Glutnester im 12 Hektar großen Gelände bekämpft. „Brandaus“ gab es bis dato am Sonntag noch nicht. „Nach Einbruch der Dunkelheit wird es noch einen Drohnenflug geben und dann wird entschieden, ob wir am Montag noch einmal ausrücken müssen“, sagte der stellvertretende Bezirksfeuerwehrkommandant Johann Obererlacher. Es laufe zumindest alles nach Plan.

Zwei weitere Fälle in Osttirol

Glimpflich ausgegangen sind zwei andere kleine Vorfälle in Osttirol: Schon am Freitag reagierte ein Handwerker geistesgegenwärtig, als er mit seinem Auto in Sillianberg auf einem Forstweg unterwegs war. Als der 51-jährige Lenker bemerkte, dass sein Auto zu brennen begann, reagierte er rasch und fuhr mit seinem Auto rückwärts aus dem Wald, um einen Waldbrand zu verhindern – mit Erfolg.

Am Sonntag kam es dann gegen 9.40 Uhr im Bereich Hochstein in Lienz rund zehn Meter oberhalb der Gemeindestraße zu einem kleinen Glimmbrand im Wald. Die alarmierte Feuerwehr Lienz konnte eine Ausbreitung verhindern und das Feuer rasch löschen.

Kein Brandaus vor Montag in Rangersdorf

Zu einem weiteren Waldbrand kam es in der Gemeinde Rangersdorf in Oberkärnten, mehr als 90 Feuerwehrleute kämpften dort am Höhepunkt gegen die Flammen. „Mittlerweile konnten wir den Brand unter Kontrolle bringen, aber vor Montag wird es mit Sicherheit kein Brandaus geben können“, sagte Einsatzleiter Rene Thaler von der FF Rangersdorf.

1,5 Hektar seien vom Feuer betroffen. Erleichtert wurden die Löschmaßnahmen durch einen Güterweg, der knapp über dem Brandherd verläuft. „Dadurch konnten wir unsere Mannschaften schnell hinaufbringen und von oben herab löschen“, sagt Thaler. Zur Unterstützung war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Für die Nacht auf Montag wurden nun Sprinkleranlagen im Wald aufgestellt, am Montagmorgen gibt es noch eine Begehung.

Waldbrand nach Blitzeinschlag in Zell

Schon am Samstag kam es auch im Bezirk Klagenfurt-Land zu einem Waldbrand, ein Blitzschlag dürfte diesen in der Gemeinde Zell ausgelöst haben. „Das Gelände dort ist sehr unwegsam, weshalb wir sofort die umliegenden Feuerwehren und einen Hubschrauber zur Unterstützung angefordert haben“, erklärt Einsatzleiter Josef Oraze von der FF Zell-Freibach. Rund 80 Feuerwehrleute von sieben Feuerwehren standen im Einsatz.

Man hatte Glück im Unglück: „Und das sogar doppelt. Erstens war es ein Glück, dass es beim Blitzeinschlag noch nicht Nacht war und wir es rechtzeitig sehen konnten. Zweitens kam der Hubschrauber gerade vom Einsatz aus Osttirol zurück und konnte direkt zu uns kommen“, sagt Oraze. Das betroffene Gebiet konnte durch das schnelle Einschreiten klein gehalten werden, mit den letzten Wasserabwürfen aus der Luft war das große Feuer gelöscht. Die Glutnester wurden per Hand noch bis 23 Uhr gelöscht, die Nachbesichtigung am Sonntag zeigte keine weiteren Glutnester mehr.

Waldbrände auch in Friaul

Mit Waldbränden haben auch unsere südlichen Nachbarn in Nordost-Italien zu kämpfen, allein in Friaul-Julisch Venetien standen am Wochenende laut Nordest24 sieben Waldbrände zumindest unter Beobachtung der Behörden. Der größte Waldbrand wütet bei Monrupino an der Grenze zu Slowenien, dort ist das Einsatzgebiet 17 Hektar groß.

Auch in Italien wird gegen Waldbrände gekämpft
Auch in Italien wird gegen Waldbrände gekämpft © Vigili del Fuoco